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Tops und Flops der Woche u. a. mit SMA Solar Technology, Siemens und Fortinet.

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Der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Risiken für die Energieversorgung haben in der vergangenen Woche zu kräftigen Kursgewinnen bei Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien geführt. Besonders gefragt war beispielsweise der deutsche Spezialist für Photovoltaik- und Speichersystemtechnik SMA Solar Technology. Kräftige Zuwächse gab es auch bei Siemens, die bislang jedoch nur als technische Gegenreaktion zu werten sind. Kursverluste verbuchte dagegen der Cybersicherheitsspezialist Fortinet, der seine Aktivitäten in Russland einstellt.

+++ Tops +++

SMA Solar Technology: beschleunigte Energiewende in Europa

Aktien aus dem Bereich erneuerbare Energien gehörten in der vergangenen Woche aufgrund der durch den Ukraine-Russland-Krieg zugespitzten Energieversorgungssituation zu den gefragtesten Papieren in der deutschen Börsenlandschaft. Beispielhaft dafür ist die Kursentwicklung des SDAX- und TecDAX-Wertes SMA Solar Technology (WKN: A0DJ6J). Der Spezialist für Photovoltaik- und Speichersystemtechnik (u. a. Solar- und Batterie-Wechselrichter, Speichersysteme, Ladelösungen für Elektrofahrzeuge) gilt wie die Branche als Profiteur der nun erwarteten Beschleunigung der Energiewende in Europa. Trotz des dynamischen Kursanstiegs in der vergangenen Woche liegt aus charttechnischer Sicht im übergeordneten Bild nach wie vor ein Abwärtstrend vor. Dieser ist erst gebrochen, wenn das Zwischenhoch von November 2021 bei 45,15 Euro überschritten wurde.

Siemens mit technischer Gegenbewegung

Die Aktie des Technologiekonzerns Siemens (WKN: 723610) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im deutschen Leitindex DAX. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es aber nicht. Am 17. März 2022 wird sich der Konzern auf einer virtuellen Analystenkonferenz präsentieren. Der jüngste dynamische Kursanstieg folgte auf die vorangegangenen kräftigen Verluste. Aus charttechnischer Sicht liegen jedoch kurz- und mittelfristig weiterhin intakte Abwärtstrends vor. Deshalb ist das jüngste Aufbäumen des Kurses bislang nur als technische Gegenbewegung zu werten.

Schlumberger bestätigt Aufwärtstrend

Aktien aus dem Erdölservicesektor gehörten in den vergangenen Wochen zu den gefragtesten Papieren im S&P 500. Beispielhaft dafür ist der Konzern Schlumberger (WKN: 853390), der gemessen an der Marktkapitalisierung der größte Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für die Energiewirtschaft ist. Das Angebotsspektrum reicht von Exploration, Bohrlochbau über Bohren bis hin zur Optimierung der Produktion. Der Sektor profitiert seit einiger Zeit von den steigenden Öl- und Gaspreisen, weil dadurch die Investitionsbereitschaft der Erdöl- und Erdgasförderer wieder zunehmen könnte. Das spiegelt sich in der positiven Aktienkursentwicklung wider. Die Schlumberger-Aktie befindet sich seit dem Tief von März 2020 in einer Aufwärtsbewegung, die durch die jüngst erreichten neuen Zwischenhochs bestätigt wird.

+++ Flops +++

Fortinet: tieferes Hoch

Fortinet zähle in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten im S&P 500. Das US-Unternehmen entwickelt Sicherheitslösungen (Hardware und Software) für die gesamte IT-Infrastruktur. Es gilt damit als Profiteur des steigenden Bedarfs an Cybersicherheitsprodukten. Jüngst hat es jedoch angekündigt, seine Tätigkeiten in Russland aufgrund des Kriegs in der Ukraine einzustellen. Die Fortinet-Aktie (WKN: A0YEFE) hatte lange Zeit mit einem dynamischen Kursanstieg geglänzt. Seit dem Allzeithoch im Dezember 2021 befindet sie sich jedoch in einer volatilen Korrekturphase. Dabei scheint sich mit den jüngsten deutlichen Verlusten das Zwischenhoch aus der Vorwoche als tieferes Hoch herauszustellen. Sollte nun das Zwischentief von Januar dieses Jahres bei rund 263 US-Dollar unterschritten werden, würde sich damit der mittelfristige Abwärtstrend bestätigen.

JD.com: Neues Verlaufstief

JD.com (WKN: A112ST) ist der größte Einzelhändler (online und stationär) in China. Die im NASDAQ-100 enthaltende Aktie gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Indexmitgliedern. Das Unternehmen hatte am Donnerstag Geschäftszahlen für 2021 vorgelegt. Die gemeldeten Ergebnisse reichten jedoch nicht aus, um eine verstärkte Nachfrage seitens der Investoren nach sich zu ziehen. Womöglich wurden auch hier die Wachstumserwartungen zurückgenommen. Das Kaufinteresse für chinesische Aktien könnte in der vergangenen Woche zudem grundsätzlich dadurch gebremst worden sein, dass es weitere Delistings chinesischer Unternehmen von den US-Börsen geben könnte. In den USA wurde 2020 mit dem Holding Foreign Companies Accountable Act (HFCAA) ein Gesetz verabschiedet, welches an US-Börsen gelistete ausländische Unternehmen bestimmte Offenlegungspflichten auferlegt. Diese können dem jedoch nur schwer nachkommen, weil die chinesische Wertpapieraufsicht es nicht gestattet, die in China ansässigen Wirtschaftsprüfer zu überwachen und deren Prüfdokumente einzusehen. Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie von JD.com seit dem Allzeithoch im Februar 2021 in einem Abwärtstrend, der jüngst durch neue Verlaufstiefs bestätigt wird.

Symrise bildet Abwärtstrend

Symrise entwickelt und vermarktet Duft- und Geschmacksstoffe, kosmetische Grund- und Wirkstoffe sowie funktionelle Inhaltsstoffe. Das Sortiment umfasst mehr als 30.000 Produkte. Abnehmer sind Parfüm-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Getränkehersteller, die Pharmaindustrie aber auch Produzenten von Heimtierfutter, Babynahrung und Nahrungsergänzungsmitteln. Am 1. März hatte der Konzern seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Dieser Tag markierte den Höhepunkt der technischen Gegenbewegung, die auf den vorangegangenen deutlichen Kursverfall seit Anfang 2022 folgte. Jüngst setzte sich die sinkende Tendenz fort, wodurch die Aktie (WKN: SYM999) ein neues Verlaufstief markierte und damit den kurzfristigen Abwärtstrend bestätigte. Gleichzeitig hat sich ein mittelfristiger Abwärtstrend gebildet. Auch die virtuelle Roadshow vor Analysten, auf der sich die Gesellschaft gerade befindet, konnte bislang keine neuen Nachfrageimpulse generieren. Aus charttechnischer Sicht eine wichtige Marke könnte das Zwischentief von März 2021 bei 95,88 Euro darstellen, welches jüngst bereits getestet wurde. Sollte sie nachhaltig unterschritten werden, wäre damit auch der übergeordnete Aufwärtstrend erst einmal gebrochen.

Thomas Behnke

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11.03.2022 | 15:14

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