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Tops und Flops der Woche u. a. mit Twitter, O'Reilly Automotive und NVIDIA

KW 14



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Elon Musk ist nun größter Aktionär von Twitter. Diese Nachricht hat in der vergangenen Woche zu einem Kurssprung bei der Aktie des Nachrichtendienstes geführt. Ebenfalls gefragt war der Autoteilehändler O'Reilly Automotive, der neue Kursrekorde markierte. Deutlichere Verluste verzeichnete dagegen NVIDIA.

+++ Tops +++

Twitter: Elon Musk ist größter Aktionär

Die Aktie von Twitter (WKN: A1W6XZ) ist der Wochengewinner im S&P 500. Kein Geringerer als Tesla-Chef Elon Musk hatte ein kleines Kursfeuerwerk bei dem Papier ausgelöst, welches vom Allzeithoch im Februar 2021 deutlich zurückgekommen war. Wie jüngst bekannt wurde, hat Musk im größeren Stil Twitter-Aktien gekauft, so das er nun mit einen Anteil von 9,2 % größter Aktionär ist. Musk nutzt den Nachrichtendienst selbst ausgiebig und ihm folgen gut 81 Millionen Abonnenten. Zuletzt hatte er dabei mit einer Befragung von sich Reden gemacht. Er wollte von den Twitter-Nutzern wissen, ob der Dienst sich strikt an den Grundsatz der Redefreiheit halte und diesbezüglich getwittert: „Die Konsequenzen dieser Umfrage werden bedeutend sein.“ 70 % der Befragten sind der Meinung, dass Twitter die Redefreiheit nicht vollumfänglich ermöglicht. Nun stellt sich die Frage: Was beabsichtigt Musk mit seinem Einstieg bei Twitter?

O'Reilly Automotive: neue Rekorde

O'Reilly Automotive gehört in Nordamerika zu den größten Fachhändlern für Kfz-Ersatzteile, Werkzeuge und Zubehör. Angesprochen werden sowohl professionelle Mechaniker (u. a. Werkstätten), als auch private Autoschrauber. Vertrieben werden die Produkte und Dienstleistungen über ein mehr als 5.700 Standorte umfassendes Netz in 47 US-Bundesstaaten. Daneben ist der Konzern mit 25 Märkten (ORMA) in Mexiko tätig. Die Aktie (WKN: A1H5JY) gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im NASDAQ-100. Sie kletterte dabei über das Zwischenhoch von März dieses Jahres sowie das Allzeithoch von Dezember 2021. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es nicht. Die nächsten Quartalszahlen veröffentlicht O'Reilly Automotive am 27. April. Aufgrund des optisch hohen Preises von mehr als 700 US-Dollar gilt die Aktie als Kandidat für einen Aktiensplit.

Scout24 vor Übernahme?

Der Onlinemarktplatz ImmoScout24 ist die Nr. 1 in Deutschland bei der Vermittlung von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Betreiber der Plattform ist Scout24 (WKN: A12DM8). Die Aktie hatte seit dem Allzeithoch von September 2020 einen Abwärtstrend gebildet, der zwischenzeitlich zu einem Kursrückgang von mehr als 40 % führte. Seit dem Tief dieser Bewegung im Februar dieses Jahres gab es den Versuch einer Gegenbewegung/Stabilisierung. In der vergangenen Woche machte der Preis des MDAX-Wertes dabei einen größeren Satz nach oben. Ursache waren Übernahmespekulationen. Demnach sollen die Investoren Hellman & Friedman, EQT und Permira Interesse an der Gesellschaft haben. Scout24 hat die Gerüchte bislang weder bestätigt noch widerlegt oder kommentiert.
 
+++ Flops +++

NVIDIA: wieder einen Schritt zurück

Am 23. März hatte der Technologiekonzern NVIDIA einen Investorentag abgehalten. Danach legte die Aktie (WKN: 918422) noch etwas zu, bevor sie ihre Erholungsbewegung beendete. Seit dem Zwischenhoch vom 29. März zeigt das Papier eine neue Korrektur. Diese hatte sich in der vergangenen Woche beschleunigt und der Wert gehörte zu den schwächsten Mitgliedern im NASDAQ-100. Neue Nachrichten vom Hersteller von Grafikprozessoren (GPUs) und weiteren Hochleistungschips gab es nicht. Die Entwicklung von NVIDIA reiht sich jedoch in die jüngste Schwäche vieler Technologiewerte ein. Eine Begründung für den Abgabedruck ist die anhaltende Annahme eines steigenden Zinsniveaus. Die nächsten Quartalszahlen wird NVIDIA am 25. Mai vorlegen.

thyssenkrupp: Talfahrt beschleunigt

Der MDAX-Wert thyssenkrupp (WKN: 750000) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern innerhalb der DAX-Indizes-Familie. Rezessions- und Inflationsängste sind mögliche Gründe. Die Aktie des Industrie- und Stahlkonzerns steht schon seit einiger Zeit unter Verkaufsdruck. Seit dem Zwischenhoch von November 2021 hat sie einen mittelfristigen Abwärtstrend ausgebildet. Dieser beschleunigte sich in den letzten Wochen. Abgesehen von der zunehmenden grundsätzlichen Unsicherheit hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angesichts des Ukraine-Krieges sind hohe Energiekosten sowie eine zuverlässige Energie- und Rohstoffversorgung Risikofaktoren für thyssenkrupp. Vorstandschefin Martina Merz sprach jüngst von einem erheblichen Druck für den Konzern wegen des Ukraine-Konflikts, der sich in unterbrochenen Lieferketten niederschlägt. Ansonsten gab es jüngst noch eine Personalie: Der frühere SPD-Vorsitzende und ehemalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz bei der Stahlsparte des Konzerns.

UPS: kurzfristige Abwärtstrend

Aktien aus dem Transportsektor zeigten in der vergangenen Woche besonders Schwäche. Sie gehörten zu den größten Verlierern im S&P 500. Stellvertretend dafür ist das Papier von United Parcel Service (UPS), welches gemessen an der Marktkapitalisierung zu Branchenschwergewichten gehört. Die Aktie (WKN: 929198) zeigt seit dem Allzeithoch von Anfang Februar dieses Jahres nun einen intakten kurzfristigen Abwärtstrend. Neue Nachrichten vom Paketdienstleister gab es jüngst nicht. Er wird am 26. April Quartalszahlen vorlegen.

Thomas Behnke

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08.04.2022 | 15:29

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