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Tops und Flops der Woche u. a. mit Vertex Pharmaceuticals, Aurubis und HelloFresh

KW 48



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Positive Studiendaten verliehen dem US-Biotechkonzern Vertex Pharmaceuticals in der vergangenen Woche Rückenwind. Beim MDAX-Wert Aurubis erhöhten ein positiver Ausblick und eine angehobene Dividende die Kauflaune. Die Aktie von HelloFresh entfernte sich dagegen erst einmal vom Allzeithoch.

+++ Tops +++

Vertex Pharmaceuticals: positive Studiendaten

Der US-Biotechkonzern entwickelt Medikamente zur Behandlung von Mukoviszidose, Krebs sowie Darm-, Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen. Er hatte zuletzt sechs Präparate auf dem Markt. In der vergangenen Woche gehörte die Aktie (WKN: 882807) zu den stärksten im NASDAQ-100. Sie profitierte von positiven Studiendaten (Phase 2) zum Wirkstoff VX-147 im APOL1-Programm, bei dem es um die Entwicklung von neuen Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von Nierenerkrankungen geht. Durch die deutlichen Kurszuwächse der vergangenen Woche erreichte die Aktie die Zwischenhochs von Juli und August dieses Jahres, welche eine Widerstandszone darstellen. Mit einem nachhaltigen Ausbruch darüber wäre der Abwärtstrend gebrochen, der sich seit dem Allzeithoch im Juli 2020 gebildet hat.

Aurubis: höhere Dividende und positiver Ausblick

Aurubis gewinnt aus komplexen Konzentraten und Recyclingrohstoffen Kupfer und andere Metalle. Am Freitag der vergangenen Woche hat der MDAX-Konzern seine vollständige Bilanz für das Geschäftsjahr 2020/21 (bis Ende September) vorgelegt. Er hatte demnach das erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmengeschichte verzeichnet. Davon sollen die Aktionäre profitieren. Der Vorstand will auf der nächsten Hauptversammlung eine Dividendenerhöhung von 1,30 auf 1,60 Euro je Anteilsschein vorschlagen. Gleichzeitig zeigte sich das Management zuversichtlich für die weitere Geschäftsentwicklung. Die Aktie (WKN: 676650) reagierte mit einem kräftigen Kurssprung, sodass sie in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten innerhalb der DAX-Indizes-Familie gehörte. Aus charttechnischer Sicht war der Kurs über das Zwischenhoch von November geklettert, wodurch der kurzfristige Aufwärtstrend bestätigt wird, der sich seit dem Korrekturtief im September gebildet hat.

Adler Group: nach Notverkäufen kräftig erholt

Die Aktie des Immobilienkonzerns Adler Group (WKN: A14U78) stand in den vergangenen Monaten deutlicher unter Abgabedruck. Sie setzte damit den Abwärtstrend fort, der sich seit dem Allzeithoch von August 2018 bei knapp 56 Euro etabliert hat. Das vorläufige Tief wurde dabei am Dienstag dieser Woche mit 8,59 Euro markiert, was einem neuen Allzeittief entspricht. Das Unternehmen ist hoch verschuldet und war zudem zuletzt Vorwürfen der Investmentfirma Viceroy hinsichtlich bilanzieller Ungereimtheiten ausgesetzt. In der zweiten Wochenhälfte kam es jedoch zu einer deutlichen Erholung, weshalb der SDAX-Wert in Summe ein kräftiges Wochenplus verzeichnete. Die dynamische Gegenbewegung ist grundsätzlich erst einmal ein positives Zeichen. Ob damit die sprichwörtliche Kuh vom Eis ist, muss sich aber erst zeigen. Auslöser für die Erholung war, dass der Konzern bei seinen geplanten Notverkäufen vorankommt. Er besiegelte demnach die bereits im Oktober angekündigte Veräußerung von rund 15.400 Wohnungen und 185 Gewerbeeinheiten an den Konkurrenten LEG Immobilien (WKN: LEG111). Dieser übernimmt nun außerdem noch die Adler-Tochter Brack Capital Properties (BCP), welche rund 12.100 Wohnungen im Bestand hat.

+++ Flops +++

HelloFresh fällt wieder zurück

Der DAX-Wert HelloFresh (WKN: A16140) gehörte in der vergangenen Woche zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex. Neue Nachrichten vom Kochboxen-Anbieter gab es jedoch nicht. Aus charttechnischer Sicht ist zu konstatieren, dass es dem Kurs nach den kräftigen Anstieg im November nicht gelang, das bisherige Allzeithoch von August dieses Jahres (97,38 Euro) zu überwinden. Zwar wurde diese Marke am 19. November kurzzeitig übertroffen und mit 97,50 Euro der aktuelle Bestwert markiert. Ein nachhaltiger Ausbruch blieb bislang jedoch aus. Auch der Versuch in der Vorwoche klappte nicht und mit den jüngsten deutlicheren Verlusten ist dieses Unterfangen erst einmal als gescheitert zu bewerten. Nimmt die Aktie nur etwas mehr Anlauf für einen baldigen neuen Versuch? Oder kommt es erst einmal zu weiteren Abgaben?

Zoom Video Communications: neues Verlaufstief

Der Anbieter von Software für Videokonferenzen hat in der Vorwoche Quartalszahlen vorgelegt, worauf die Aktie mit Kursverlusten reagierte. In der vergangenen Woche setzte sich die fallende Tendenz fort. Das Papier gehörte zu den größten Verlierern im NASDAQ-100. Vom Unternehmen selbst gab es nichts Neues. Allerdings hatte Microsoft (WKN: 870747) eine eigenständige Version seiner Software-Plattform Teams für kleine Unternehmen vorgelegt, die deutlich günstiger ist als das Produkt von Zoom. Diese Nachricht könnte ein weiterer Faktor gewesen sein, dass ohnehin angeschlagene Sentiment des Marktes hinsichtlich der Geschäftserwartungen noch weiter zu verschlechtern. Das drückt sich in der übergeordneten Abwärtsbewegung des Aktienkurses aus, der jüngst neue Verlaufstiefs markierte. Seit dem Allzeithoch im Oktober 2020 von fast 590 US-Dollar ging es damit inzwischen um rund 68 % abwärts. Charttechnisch betrachtet liegt ein intakter übergeordneter Abwärtstrend vor.

Pinduoduo bestätigt Abwärtstrend

Das auf Kaimaninseln firmierende und in China operierende Unternehmen betreibt eine mobile E-Commerce-Plattform. In der Vorwoche hatte Pinduoduo Quartalszahlen vorgelegt, welche den Markt jedoch nicht überzeugen konnten. Es gab Kursverluste. In der vergangenen Woche setzte sich die Talfahrt fort und die Aktie (WKN: A2JRK6) gehörte zu den schlechtesten Werten im NASDAQ-100. Charttechnisch betrachtet, zeigt sich damit weiterhin ein angeschlagenes Bild. Nachdem in der Vorwoche das bisherige Korrekturtief von August dieses Jahres verletzt wurde, bestätigen die jüngsten Verluste und neuen Verlaufstiefs die bärische Konstellation. Es liegt ein intakter übergeordneter Abwärtstrend vor. Seit dem Allzeithoch im Februar dieses Jahres hat das Papier inzwischen rund 72 % an Wert eingebüßt.

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03.12.2021 | 15:04

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