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Tops und Flops der Woche u. a. mit Vonovia, SAP und Tesla

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Beim Immobilienkonzern Vonovia hat sich das charttechnische Bild etwas aufgehellt. Anders die Situation beim DAX-Kollegen SAP. Er zeigte jüngst eine deutlichere Kursschwäche. Die Rekordergebnisse aus 2021 reichen offenbar nicht mehr aus, um die Anleger bei Laune zu halten. An der Börse wird eben die Zukunft gehandelt. Das gilt auch für den Elektroautobauer Tesla, der trotz Rekordgewinnen nicht bei den Aussichten punkten konnte.

+++ Tops +++

Vonovia zeigt Stärke

Der Immobilienkonzern Vonovia (WKN: A1ML7J) zeigte in der vergangenen Woche in einem schwächeren Gesamtmarktumfeld Stärke. Innerhalb des DAX war er der beste Wert. Allerdings befindet sich die Aktie seit ihrem Allzeithoch im August 2020 in einem Abwärtstrend. Das jüngste Aufbäumen ist im übergeordneten Bild deshalb erst mal nur als technische Gegenbewegung zu klassifizieren. Gleichwohl hat sich die charttechnische Lage mittel- und kurzfristig etwas aufgehellt. Der Kurs notiert nun im Tages- und Wochenchart wieder über seinen 21er-Durchschnittslinien. Zudem wurde der kurzfristige Abwärtstrend erst einmal gebrochen.

Corning: Zahlen und Ausblick beflügeln

Der US-Konzern Corning (WKN: 850808) nutzt sein umfassendes technologisches Know-how auf den Gebieten Glas, Keramik und optische Physik, um auf Basis dieser Kenntnisse neue Materialien und Produkte zu entwickeln. Zum Sortiment gehören z. B. Glasfasern und darauf aufbauende Technologien (schneller Datenverkehr), dünne und widerstandsfähige Glasdisplays für mobile Geräte (Gorilla-Glas) sowie Glasprodukte für die Pharmaindustrie. In der vergangenen Woche hat das Unternehmen seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Zahlen und Ausblick kamen offenbar sehr gut am Markt an. Die Aktie machte einen kräftigen Kurssprung. Sie gehörte damit zu den stärksten Werten im S&P 500. Aus charttechnischer Sicht wurde mit den jüngsten Zuwächsen der Abwärtstrend gebrochen, der sich seit dem Mehrjahreshoch von April 2021 gebildet hatte.

Devon Energy: steigende Ölpreise geben weiterhin Rückenwind

In dem schwächeren Gesamtmarktumfeld der vergangenen Woche zeigten einmal mehr die Werte aus dem Erdöl- und Erdgassektor Stärke. Die inflationären Tendenzen bei den Energiepreisen mit beispielsweise weiterhin steigenden Ölpreisen sind hier nach wie vor eine treibende Kraft. Stellvertretend für das derzeit positive Momentum in dem Sektor ist die Aktie von Devon Energy (WKN: 925345). Sie war 2021 der größte Gewinner innerhalb des S&P 500 und gehörte in der vergangenen Woche zu den stärksten Werten im US-Leitindex. Neue Nachrichten aus dem Unternehmen gab es nicht. Am 15. Februar nach Börsenschluss will Devon Energy die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021 vorlegen.
 
+++ Flops +++

SAP rutscht durch

Die Aktie von Europas größten Softwarehersteller SAP (WKN: 716460) gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten DAX-Werten. Mit den kräftigen Verlusten wurden die Zwischentiefs von Oktober und November 2021 deutlicher unterschritten. Damit wurde der Abwärtstrend seit dem Zwischenhoch von Oktober 2021 bestätigt. Gleichzeitig rutschte der Kurs deutlicher unter sämtliche wichtige Durchschnittslinien, was die eingetrübte charttechnische Konstellation unterfüttert. In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2021 bestätigt. Außerdem hatte es angekündigt, das US-Fintech Taulia mehrheitlich (95 %) übernehmen zu wollen. Finanzielle Details des Deals wurden jedoch nicht genannt.

Tesla: Rekordgewinn reicht nicht

Der Elektroautobauer Tesla (WKN: A1CX3T) hat in der vergangenen Woche Bilanz für das Geschäftsjahr 2021 gezogen. Trotz globaler Chipkrise und Problemen in den Lieferketten verzeichnete er bei den Fahrzeugauslieferungen ein Plus von 87 % auf 936.000 Einheiten. Das führte zu neuen Rekorden bei Umsatz und Gewinnen. Die Reaktion des Marktes war dennoch negativ. Die Aktie verbuchte im Wochenverlauf deutlichere Verluste. Tesla-Chef Elon Musk konnte diesmal hinsichtlich der Perspektiven offensichtlich nicht genügend Fantasie verbreiten. Im Gegenteil: Er trat sogar etwas auf die Bremse. Demnach sollen im laufenden Geschäftsjahr keine neuen Fahrzeugmodelle vorgestellt werden. Mit den jüngsten Kursverlusten setzte die Aktie ihre seit dem Zwischenhoch von Anfang Januar dieses Jahres gezeigte Schwäche fort. Sie markierte zudem ein neues Zwischentief, wodurch der seit Anfang November 2021 gebildete Abwärtstrend bestätigt wird und damit weiterhin Gestalt annimmt.

Teradyne: Kurseinbruch nach vorsichtigem Ausblick

Testsysteme für Mikroprozessoren und weitere elektronische Bausteine sind das Betätigungsfeld des US-Konzerns Teradyne (WKN: 859892). Die Aktie hatte zum Jahresende 2021 einen sehr dynamischen Anstieg verzeichnet. Höhepunkt war das am 27 Dezember markierte Allzeithoch von 168,91 US-Dollar. Seither hat sich ein Abwärtstrend gebildet, der sich jüngst noch einmal beschleunigte. Das Unternehmen hatte am Mittwoch nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt. Die Ergebnisse konnten im Geschäftsjahr 2021 zwar gesteigert werden. Der Vorstand zeigte sich jedoch zurückhaltend bezüglich der Erwartungen 2022. Erst 2023 dürften die Geschäfte wieder deutlicher Fahrt aufnehmen. Die Kursreaktion am Donnerstag war sehr deutlich. Das Papier war im Handelsverlauf zwischenzeitlich um mehr als 28 % im Vergleich zum Vortagesschlusskurs abgestürzt. Es fiel damit wieder auf das Niveau von Anfang Oktober 2021 zurück und machte damit die seither positive Performance wieder zunichte.

Thomas Behnke

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28.01.2022 | 16:18

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