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Tops und Flops des Monats u.a. mit Bayer, T-Mobile US und Netflix



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Die Bayer-Aktie behauptet ihre Position als Top-Performer im DAX. Zuletzt gewann der Pharma- und Agrarchemiekonzern einen weiteren Gerichtsstreit. Im NASDAQ-100 zu den wenigen Gewinnern im bisherigen Jahresverlauf 2022 gehört T-Mobile US. Die Tochter der Deutschen Telekom punktet mit ihrem 5G-Netz. Schlusslicht im Technologieindex ist unterdessen die Netflix-Aktie, die einen intakten Abwärtstrend aufweist.
 
+++Tops+++

Bayer an der Spitze

Im bisherigen Jahresverlauf 2022 zählt die Bayer-Aktie (WKN: BAY001) zu den wenigen DAX-Werten mit einer positiven Performance. Sie ist zudem der Top-Performer im Leitindex. In vergangenen Wochen gab es einige positive Nachrichten vom Pharma- und Agrarchemiekonzern: Er hatte im 1. Quartal bei Umsätzen und Gewinnen deutlicher zugelegt. Zudem meldete das Unternehmen Erfolge bei Zulassungen und klinischen Studien von neuen Medikamenten. Ferner konnte Bayer in den USA einen weiteren „Glyphosat-Prozess“ gewinnen. Glyphosat ist im Unkrautvernichter Roundup enthalten und wird von Kritikern als krebserregend eingestuft. Es laufen weitere US-Klagen. Der deutsche Konzern übernahm diese rechtlichen Risiken im Jahr 2018 mit dem Kauf des Roundup-Herstellers Monsanto.
 
T-Mobile US setzt auf 5G


Man muss ganz genau hinsehen: Im NASDAQ-100 weisen im bisherigen Verlauf 2022 nur wenige Indexmitglieder eine positive Performance auf. Zu ihnen gehört T-Mobile US (WKN: A1T7LU). Das Unternehmen ist eine Tochter der Deutschen Telekom (WKN: 555750), welche seit 2001 das Mobilfunkgeschäft des deutschen Ex-Monopolisten in den USA betreibt. Der direkt von der Telekom gehaltene Anteil liegt bei 48,4 %. T-Mobile US ist der zweitgrößte US-Mobilfunkanbieter. Punkten kann er mit seiner führenden Position beim Ausbau der 5G-Infrastruktur. Zuletzt erzielte der Konzern einen weiteren technologischen Durchbruch (Voice Over New Radio). Er überträgt damit in ersten US-Gebieten Gespräche mittels 5G. Jetzt soll der Dienst stetig in weiteren Regionen ausgerollt werden.

Occidental Petroleum: Übernahme durch Berkshire?


Steigende Erdöl- und Erdgaspreise haben in den vergangenen Monaten zu einer Kursrallye bei der Occidental-Petroleum-Aktie (WKN: 851921) geführt. Der Kurs hat sich im bisherigen Jahresverlauf 2022 mehr als verdoppelt. Der Wert ist damit der aktuelle Spitzenreiter im S&P 500. Zu den Aktionären des Erdöl- und Erdgasförderers gehört Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2). Das Unternehmen war Ende 2019 bei Occidental Petroleum eingestiegen, um bei der Übernahme des Konkurrenten Anadarko Petroleum zu helfen. Seit März 2022 ist der Buffett-Konzern direkt an der Börse aktiv und kauft Occidental-Aktien. Inzwischen hält er 15,3 % der Anteile (rund 22 % inklusive Ausübungsrechte). Das wirft die Frage auf, ob Berkshire den Ölkonzern komplett übernehmen will.

+++Flops+++
 
Netflix: intakter Abwärtstrend

Der Streaming-Dienst Netflix war ein Profiteur der Corona-Krise, was der Aktie (WKN: 552484) lange Zeit Rückenwind verlieh. Seit dem Allzeithoch von November 2021 bei rund 700 US-Dollar schauen die Anleger jedoch in die Röhre. Der Kurs ist auf Talfahrt. Inzwischen ging es um fast 80 % nach unten. Der Abwärtstrend ist intakt. Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte für eine Entspannung des Chartbildes. Fundamental sieht es nicht besser aus. Das Geschäftsmodell steht vor einigen Herausforderungen, die das Wachstum bremsen und die zu Margendruck führen dürften. Dazu gehören sich verschlechternde gesamtwirtschaftliche Perspektiven, ein verstärkter Wettbewerb mit anderen Streaming-Anbietern sowie die Kosten für die Produktion neuer Inhalte.

Delivery Hero steigt ab

Am 24. August 2020 war Delivery Hero (WKN: A2E4K4) in den DAX gekommen. Nun steigt der Wert wieder ab. Am 20. Juni verlässt er den Leitindex in Richtung MDAX. Der Betreiber von Lieferplattformen für Essen und Quick-Commerce (Lebensmittel und Haushaltswaren) ist hinsichtlich seiner Marktkapitalisierung nicht mehr tauglich für die 1. deutsche Börsenliga. Der Kurs war in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Seit dem Zwischenhoch im November 2021 verlor er bis zum Tief im Mai um mehr als 80 %. Zuletzt zeigte die Aktie zwar eine Gegenbewegung und bildete einen kurzfristigen Aufwärtstrend heraus. Übergeordnet liegt jedoch weiterhin ein intakter Abwärtstrend vor. Aus charttechnischer Sicht kann daher noch keine Entwarnung gegeben werden.
 
Adyen: Schlusslicht im EURO STOXX 50

Technologieaktien standen in den vergangenen Wochen massiv unter Abgabedruck. Das gilt auch für diejenigen aus dem EURO STOXX 50. Ein prägnantes Beispiel ist Adyen (WKN: A2JNF4). Die Aktie des Spezialisten für Zahlungsabwicklungssysteme ist aktuell das Schlusslicht im Index, wenn man die bisherige Entwicklung im Jahr 2022 der einzelnen Indexmitglieder betrachtet. Allein seit Jahresbeginn hat der Kurs des niederländischen Unternehmens um mehr als 47 % nachgegeben. Die Aktie befindet sich bereits seit dem Allzeithoch von Anfang November 2021 bei 2.835 Euro in einem Abwärtstrend. Dieser ist intakt und wurde jüngst bestätigt, weil der Kurs neue Verlaufstiefs markierte. Er war unter das bisherige Korrekturtief von Mai bei 1.264 Euro gefallen.

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21.06.2022 | 12:16

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