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Tops und Flops des Monats u.a mit Occidental Petroleum, Siemens Energy, Prosus und Tencents



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Kräftig steigende Ölpreise führten in den vergangenen Wochen zu einer verstärkten Nachfrage nach Ölaktien. Bei Occidental Petroleum gehört auch Warren Buffett zu den Käufern. Zuletzt ebenfalls hoch im Kurs standen Rüstungsaktien wie Hensoldt. Die Erwartung steigender Rüstungsausgaben aufgrund des Ukrainekriegs ist eine treibende Kraft. Weiterhin im Ausverkauf war indes der EURO-STOXX-50-Wert Prosus. Papiere mit Internetfokus hatten es zuletzt generell nicht leicht. Bei den Niederländern kommt hinzu, dass der Beteiligung Tencent eine Rekordgeldstrafe droht.

+++Tops+++

Occidental Petroleum: steigende Ölpreise und Buffett

An den Finanzmärkten ein großes Thema in den vergangenen Wochen war der kräftige Anstieg bei den Ölpreisen. Befeuert wurden sie von den geopolitischen Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und den daraus resultierenden Unsicherheiten für die Versorgungssicherheit. Diese Entwicklungen spiegeln sich in steigenden Kursen von Aktien aus der Ölindustrie wider. Beispielhaft dafür ist das Papier des Erdöl- und Erdgasförderers Occidental Petroleum (WKN: 851921). Es befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend und bestätigte zudem die Position als Top-Performer im S&P 500 im bisherigen Jahresverlauf 2022. Seit einiger Zeit ist das Firmenkonglomerat Berkshire Hathaway von Warren Buffett dabei, seine Position an Occidental Petroleum aufzustocken.

Hensoldt: steigende Militärausgaben

Aufgrund des Ukrainekriegs hat der deutsche Bundeskanzler am 27. Februar 2022 angekündigt, ein einmaliges Sondervermögen von 100 Mrd. Euro für den Verteidigungshaushalt zur Verfügung stellen zu wollen. Darüber hinaus ist geplant, dauerhaft mehr als 2 % des Bruttoinlandsproduktes in den Rüstungshaushalt zu stecken. Diese Entwicklungen haben zusammen mit den geopolitischen Verwerfungen dazu geführt, dass Rüstungsaktien in den vergangenen Wochen Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt mit kräftigen Kursgewinnen verzeichneten. Stellvertretend dafür ist die Entwicklung des Elektronikherstellers Hensoldt (WKN: HAG000), der sich auf Sensorlösungen für Verteidigungs- und Sicherheitsanwendungen (u. a. Radar, Wärmebildgeräte, Avioniksysteme) spezialisiert hat.

Siemens Energy: Windkrafttochter vor kompletter Übernahme?

Am 24. Februar 2022 hatte Siemens Energy (WKN: ENER6Y) seine Hauptversammlung abgehalten. An diesem Tag markierte die Aktie ihr bisheriges Allzeittief. Im Handelsverlauf startete eine Gegenbewegung, die sich in den folgenden Wochen fortsetzte. Auf der Hauptversammlung hatten mehrere Aktionäre, insbesondere Fonds, das Unternehmen dazu aufgefordert, die Windkrafttochter Siemens Gamesa komplett zu übernehmen. Davon erhofft man sich besser die Probleme bei der Tochter zu lösen, die zuletzt immer wieder die Konzernergebnisse belastet hatte. Trotz der zuletzt positiven Entwicklung befindet sich der Aktienkurs nach wie vor in einem intakten Abwärtstrend, weshalb der aktuelle Aufwärtsimpuls bislang lediglich als technische Gegenbewegung zu werten ist.


+++Flops+++

Prosus: Rekordtiefs und drohende Rekordstrafe

Der Aktienkurs des niederländischen Konzerns Prosus (WKN: A2PRDK) setzte in den vergangenen Wochen seine Talfahrt mit beschleunigtem Tempo fort. Der Wert gehörte damit zu den schwächsten Mitgliedern des EURO STOXX 50. Das seit 2019 börsennotierte Papier markierte dabei zuletzt neue Rekordtiefs. Der Konzern ist an einer Reihe von E-Commerce-Geschäftsmodellen beteiligt. Zum Portfolio gehören u. a. Anteile an börsennotierten Firmen wie Tencent (WKN: A1138D) und Delivery Hero (WKN: A2E4K4). Die Aktien der Beteiligungen sind seit einiger Zeit ebenfalls unter deutlichen Verkaufsdruck – insbesondere Tencent. Tencents Chat- und Bezahlplattform WeChat werden in China Verstöße gegen Geldwäschegesetze vorgeworfen, weshalb eine Rekordgeldstrafe droht.

Continental: zurück in den schwarzen Zahlen


Die Conti-Aktie (WKN: 543900) war in den vergangenen Wochen der schwächste DAX-Wert. Jüngst hatte der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt. Nachdem er 2019 und 2020 noch Verluste verbuchte, schrieb er schwarze Zahlen. Deshalb soll auch wieder eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie gezahlt werden. Außerdem geht Conti für 2022 von weiterhin anziehenden Geschäften aus. Endet durch diese positiven Nachrichten die Talfahrt des Aktienkurses? Oder sorgen die nun aus dem Ukrainekrieg resultierenden neuen Risiken für die weltweite Autobranche für weiteren Abgabedruck? Charttechnisch zeigt die Aktie seit dem Zwischenhoch im Juni 2021 einen Abwärtsimpuls innerhalb eines intakten übergeordneten Abwärtstrends.

Pinduoduo: intakter Abwärtstrend


Das auf Kaimaninseln firmierende und in China operierende Unternehmen betreibt eine mobile E-Commerce-Plattform. Die im NASDAQ-100 enthaltende Aktie gehörte in den vergangenen Wochen zu den schwächsten Indexmitgliedern. Sie steht damit stellvertretend für chinesische Aktien aus dem Internetsektor, die seit einiger Zeit massiv unter Druck sind. Mögliche Gründe sich auch hier gebremste Wachstumserwartungen und damit einhergehende Bewertungsanpassungen. Hinzu kommt das grundsätzliche Risiko für „chinesische“ Aktien hinsichtlich regulatorischer Eingriffe aus den USA (Delisting-Gefahr) und China. Mit den jüngsten Abgaben bestätigte die Aktie (WKN: A2JRK6) ihren übergeordneten intakten Abwärtstrend. Am 21. März wird Pinduoduo Geschäftszahlen vorlegen.

Thomas Behnke

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21.03.2022 | 14:33

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