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Tops und Flops der Woche u. a. mit Amazon.com, Sartorius und Shop Apotheke Europe

KW 27



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Lange Zeit hat die Aktie von Amazon.com Pause gemacht. Zuletzt ist jedoch wieder Bewegung in den großen Wert gekommen – neue Kursrekorde inklusive. Ansonsten zogen jüngst erste Meldungen über die Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal Ausschläge bei einigen Aktien nach sich. Neben offenbar überzeugenden Zahlen und Ausblicken wie von Sartorius, gab es dabei weniger gute aufgenommene Daten wie beispielsweise von Shop Apotheke Europe.

+++ Tops +++

Amazon.com bricht aus

In den vergangenen Wochen haben die großen Technologiewerte mit Stärke geglänzt. Auch jüngst waren sie gefragt. Das Papier des Internetgiganten Amazon.com (WKN: 906866) gehörte dabei zu den stärksten Werten im NASDAQ-100. Es hatte sogar neue Kursrekorde markiert. Durch die jüngsten Gewinne liegt zudem eine charttechnisch interessante Konstellation vor. Die Aktie hat nämlich ihre seitwärts gerichtete Bewegung nach oben aufgelöst, die sich seit September 2020 gebildet hat. Diese Pause, in der die vorangegangene dynamische Aufwärtsbewegung verdaut wurde, scheint damit beendet. Sollte sich deshalb der jüngste Ausbruch als nachhaltig erweisen, ist mit einer Fortsetzung des übergeordneten Aufwärtstrends zu rechnen. Dabei kurzfristig denkbar ist zunächst ein erneuter Test der nun als potenzielle Unterstützung dienenden ehemaligen Widerstandszone bei etwa 3.500 bis 3.550 US-Dollar.

Sartorius hebt Gesamtjahresprognosen an

Die Vorzugsaktien des Labordienstleisters und Pharmazulieferers Sartorius (WKN: 716563) sind sowohl im MDAX als auch im TecDAX enthalten. In beiden gehörte der Wert in der vergangenen Woche zu den stärksten Indexmitgliedern. Das Unternehmen hatte bei Vorlage seiner vorläufigen Halbjahreszahlen die Prognose für das Gesamtjahr 2021 angehoben. Begründet wurden die höheren Ziele mit einer dynamischen Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres sowie „zunehmend belastbaren Aussichten“. Sartorius rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von rund 45 % (bisher ca. 35 %). Bei der Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) hob man die Ziellatte von etwa 32 auf rund 34 % an. Mit den jüngsten Kurszuwächsen setzte die Aktie ihre seit Anfang Juni gebildete Aufwärtsbewegung fort und erreichte damit fast das Zwischenhoch von April dieses Jahres.

Eurofins Scientific: neue Rekorde

Die in Luxemburg ansässige Gesellschaft Eurofins Scientific betreibt Analyselabore und gehört zu den weltweit führenden Anbietern auf diesem Gebiet. Das Angebot umfasst bioanalytische Dienstleistungen vor allem in den Bereichen Lebens- und Futtermittel, Pharmazeutika und Umwelt. In den vergangenen Monaten stand die Aktie auch wegen ihrer Produkte und Services auf dem Gebiet Corona-Testungen im Fokus. Das spiegelt sich in der aufwärtsgerichteten Kursentwicklung (WKN: A2QJCT) wider. Jüngst setzte sich der Anstieg mit weiteren Rekorden fort. Das Unternehmen hat in der vergangenen Woche gemeldet mit dem US-Krankenversicherer einen Vertrag für den neuen Gentest "TruGraf" abgeschlossen zu haben. Dieser wird bei Patienten mit Nierentransplantationen eingesetzt. Darüber hinaus hat Eurofins Scientific das Angebot „SARS-CoV-2 inSIGHT T Cell Immunity Testing“ auf dem Markt eingeführt und damit die bisherige Palette an Corona-Test-Services erweitert.
 
+++ Flops +++

Shop Apotheke Europe: „temporärer“ Wachstumsknick im zweiten Quartal

Bei der Aktie des MDAX-Wertes Shop Apotheke Europe (WKN: A2AR94) lief es in den vergangenen Monaten nicht gerade gut. Seit dem Allzeithoch im Februar hat sich ein Abwärtstrend etabliert. Dieser setzte sich in der vergangenen Woche mit einem dynamischen Rückgang fort. Die vorgelegten vorläufigen Ergebnisse für das 2. Quartal kamen bei vielen Investoren offenbar nicht gut an, was augenscheinlich zu einem verstärkten Verkaufsdruck führte. Das Unternehmen hatte für die Periode April bis Juni eine nachlassende Wachstumsdynamik beim Umsatz gemeldet. Begründet wurde das mit einer gegenwärtig angespannten Lage am Arbeitsmarkt sowie dem Umzug an den neuen Standort in Sevenum, woraus eine vorübergehende reduzierte Logistikkapazität resultierte. Dabei soll es sich aber nur um einen temporären Effekt handeln, wie der Vorstand betonte. Gleichzeitig bestätigte er die Jahresziele, bezeichnete diese jedoch nun als herausfordernd.

Baidu: chinesische Regulierungsvorhaben belasten

Die an den US-Börsen gelisteten China-Aktien standen in der vergangenen Woche unter Druck. Abermals scheinen neue regulatorische Vorschriften den Verkaufsdruck bei Anlegern zu fördern. Nachdem in den letzten Monaten das Delisting-Gesetz in den USA als Damoklesschwert angesehen wurde, sorgen nun die chinesischen Behörden für weiteres Unbehagen. Mit den neuen regulatorischen Vorschriften dürfte sich die Kapitalbeschaffung von chinesischen Firmen an ausländischen Aktienmärkten erschweren. Der auf den Kaimaninseln firmierende, in China aktive und an der NASDAQ gelistete Internetkonzern (WKN: A0F5DE) ist ein Beispiel für die jüngsten Verluste bei den China-Aktien. Das Papier gehörte in der vergangenen Woche zu den schwächsten Werten im NASDAQ-100. Charttechnisch interessant ist nun, dass die Aktie wie im Mai erneut das Verlaufstief von März dieses Jahres bei etwa 174 US-Dollar erreicht hat. Kann an dieser potenziellen Unterstützung abermals eine Gegenbewegung starten? Oder bricht diese Marke, was dann für eine Fortsetzung der übergeordneten Abwärtsbewegung sprechen könnte, die sich seit dem Allzeithoch im Februar gebildet hat.

TeamViewer setzt Abwärtstrend fort

Der Softwareanbieter TeamViewer hat in der vergangenen Woche seine vorläufigen Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt. Er berichtete über ein starkes Wachstum der Abonnentenzahl in allen Kundensegmenten. Bei den fakturierten Umsätzen (Billings) erzielte man ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 15 % (währungsbereinigt: 18 %) auf 121,6 Mio. Euro. Damit lag man jedoch unter der eigenen Prognose von mindestens 20 %. Bezüglich der weiteren Aussichten bestätigte der Vorstand den Ausblick 2021 für Billings und Umsatz, geht aber derzeit davon aus, nur die unteren Werte der angestrebten Zielspannen zu erreichen. Nach Vorlage von Zahlen und Ausblick gab es einen deutlichen Kursrutsch bei dem TeamViewer-Papier (WKN: A2YN90). Innerhalb der seit Juli 2020 auszumachen übergeordneten Abwärtsbewegung wurde damit ein neues Tief markiert. Zudem zeigt der Wert im bisherigen Jahresverlauf die schlechteste Performance innerhalb des MDAX.

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09.07.2021 | 13:52

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