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AKTIEN & MÄRKTE  UNTERNEHMEN  FONDS  ZERTIFIKATE  Rohstoffe   Lebensart Märkte im Überblick usa Deutschland Europa Am vergangenen Dienstag fand in den USA der sogenannte „Super Tuesday“ statt. Der Begriff umschreibt die an diesem Tag stattfindenden Vorwahlen in vielen US-Bundesstaaten, mit denen die Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 2017 gesucht werden. Super war an diesem Tag auch die Entwicklung am US-Aktienmarkt. In der ersten Handelssitzung des Börsenmonats März legten die Indizes kräftig zu. Der NASDAQ Composite verbuchte dabei das stärkste Tagesplus seit August 2015. Mit den Gewinnen in der vergangenen Woche knüpften die US-Kursbarometer an ihre Erholungsbewegungen an, die seit den Zwischentiefs am 11. Februar auszumachen sind. Der S&P 500 hatte seinerzeit das Tief von Januar 2016 bei 1.812 Punkten getestet, konnte sich jedoch darüber halten. Inzwischen hat der Index seit dem Korrekturtief um rund 10 Prozent zugelegt. Eine beeindruckende Entwicklung, angesichts der vielen Unsicherheiten. Die dynamische Gegenbewegung könnte dabei eine Reaktion auf den vorangegangenen übertrieben anmutenden Abwärtsimpuls gewesen sein. Möglicherweise spielt aber auch der große Verfallstag an den Terminbörsen am 18. März eine Rolle. Sollte dem so sein, könnte sich die steigende Tendenz bis zum Stichtag fortsetzen bzw. sich der Index in dem nun erreichten Bereich von beinahe 2.000 Punkten festsetzen. Spannend ist dann, wie es nach dem Verfallstag weitergeht. Die Bilanz am deutschen Aktienmarkt im vergangenen Börsenmonat Februar war am Ende nicht so negativ, wie angesichts der deutlichen Talfahrt zu Monatsbeginn zu befürchten stand. Zwar verbuchten die deutschen Indizes Verluste, sie hielten sich jedoch in Grenzen. Beispielsweise hatten SDAX und MDAX mit Rückgängen von 0,1 respektive 0,3 Prozent nur knapp den Sprung in die Pluszone verpasst. Der DAX beendete den Februar mit einem Minus von 3,1 Prozent. Am deutlichsten verloren hatte der TecDAX mit 4,5 Prozent. Zwischenzeitlich war er jedoch um mehr als 13 Prozent abgerutscht. Beim DAX ging es zwischenzeitlich um rund 11 Prozent abwärts. Der Leitindex testete dabei die langfristige Aufwärtstrendlinie, die im logarithmischen Chart bei etwa 8.800 Punkten verlief. Kurzzeitig unterschritten, hielt sie der Attacke der Bären letztlich jedoch stand. Vom Tiefpunkt bei rund 8.700 Zählern konnte sich der Leitindex inzwischen relativ deutlich erholen. Er eroberte dabei die Marke von 9.338 Punkten zurück, die aus dem Korrekturtief von August vergangenen Jahres resultiert. Zudem wurde in der vergangenen Woche das 38,2%-Fibonacci Retracement der Abwärtswelle von Dezember bis Februar überwunden. Damit stellt sich nun die Frage, ob es den Bullen gelingt, weitere Kräfte zu mobilisieren, damit aus der bislang lediglich technischen Gegenbewegung mehr wird. Super- Entwicklung Negativer Februar, aber… EZB mit weiteren Schritten? Nächsten Donnerstag trifft sich turnusmäßig der Rat der Europäische Zentralbank (EZB). Die Erwartungshaltung der Finanzmärkte ist relativ hoch, dass die Notenbank weitere Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik unternimmt. Schließlich hatte EZB-Chef Mario Draghi mit seinen Äußerungen auf der Sitzung im Januar entsprechende Erwartungen geschürt und diese in den vergangenen Wochen immer wieder bekräftigt. Wird die EZB also ernst machen und Schritte, wie eine Ausweitung des Wertpapierkaufprogramms und/ oder eine weitere Absenkung des bereits negativen Einlagezinssatzes, beschließen? Der Druck auf die Notenbank scheint sich durch die Entwicklung an der Preisfront im Februar verstärkt zu haben. Erstmals seit September 2015 war die jährliche Teuerungsrate wieder negativ. Ein solche Entwicklung schmeckt den „Währungshütern“ erklärtermaßen gar nicht. Ihr Ziel ist ein jährlicher Kaufkraftschwund in der Eurozone von knapp unter 2 Prozent. Davon ist man aktuell weit entfernt. Allerdings war die rückläufige Teuerung im Februar den niedrigen Energiepreisen geschuldet. Lässt man diese außen vor zog die Inflation um 0,7 Prozent an. Hält die EZB den Ball daher vielleicht doch erst einmal flach? Wohl kaum. So offensiv wie Draghi zuletzt verbal agierte, dürfte die Notenbank schon irgendetwas aus ihrem Hut zaubern. Wie werden die Finanzmärkte reagieren? S&P 500 Stand: 04.03.2016 DAX Stand: 04.03.2016 EURO STOXX 50 Stand: 04.03.2016 08 BÖRSE am Sonntag · 09/1 6


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