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trading  Fonds  ZERTIFIKAT E  ro hstofe  Lebensart  AKTIEN & MÄRKTE  UNTERNEHMEN Keine Angst vor Kurslücken Gaps erfolgreich handeln Foto: © Oleksandr - Fotolia Kurslücken, also Gaps, werden von Tradern meist gefürchtet. Der klassische Fall: Nach dem Handelsschluss kommt es über Nacht zu einem kursbestimmenden Ereignis, das am folgenden Tag zu einem Gap führt. Davon spricht man, wenn die Handelsspanne des aktuellen Tages keine Überschneidung mit der Handelsspanne des vergangenen Tages hat. Ein Trend setzt sich vehement fort. Trader, die auf die entgegengesetzte Richtung gesetzt haben, haben das Nachsehen. DAX mit Lücke Ein Beispiel aus dem DAX-Tageschart: Am 29. August 2016 liegt das DAX-Hoch bei 10566,69 Punkten, am folgenden Handelstag eröffnet der DAX bei 10.588,71 Punkten, das Tief liegt nur marginal darunter bei 10.588,48. Zwischen dem Hoch des 29. August und dem Tief des 30. August liegt eine Kurslücke, die bei Tradern zu Verlusten führt, die auf fallende Kurse gesetzt haben. Zur Vermeidung dieser sogenannten Overnight Gaps handeln manche Trader nur intraday, das heißt sie schließen in jedem Fall ihre Positionen vor Handelsschluss. Allgemeine Handelsempfehlungen, dass Gaps meist geschlossen werden, d. h. dass sich die Kurse wieder in Richtung der Kurslücke entwickeln sind meist wenig hilfreich, weil der zeitliche Horizont zum Schließen dieser Kurslücken meist außer Acht gelassen wird. Gaps handeln Kurslücken können allerdings auch gezielt in eine Handelsstrategie eingebaut werden und mit einer Gap-Umkehr-Strategie profitabel gehandelt werden. Für einen Short-Trade, also das Setzen auf fallende Kurse, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. An einem Tag eröffnet der Basiswert oberhalb der Handelsspanne des vergangenen Tages, anschließend fällt der Kurs im Laufe des Tages wieder zurück unter den Eröffnungskurs. Als weiteres Kriterium muss der Schlusskurs in der unteren Hälfte der Tagesrange liegen. Lehrbuchmäßig lässt sich dieses Handels-Setup im DAX am 19. September 2014 nachvollziehen. An diesem Tag hat der deutsche Leitindex mit einem deutlichen Kurssprung gegenüber dem Vortag eröffnet. Das DAX-Hoch lag an diesem Tag bei 9.891,20 Index- Punkten. Im Tagesverlauf musste der deutsche Leitindex Verluste verbuchen. Bis zum Schlusskurs gab er auf 9.799,26 Punkte nach. Damit lag der Schlusskurs unter dem Eröffnungskurs und auch in der unteren Hälfte der Tagesrange. Für Short-Trader war zum Schlusskurs das Signal zum Einstieg gegeben. In den folgenden Wochen verlor der DAX deutlich bis zu 8.354,97 Punkten am 16. Oktober. Short-Trader konnten damit deutliche Kursgewinne einfahren. Dieses Szenario ist unter umgekehrtem Vorzeichen auch auf der Long-Seite handelbar. Ein Beispiel bietet der DAX am 26. März 2015. Die Eröffnung erfolgt mit einer Kurslücke unterhalb der Handelsspanne des vergangenen Tages. Der deutsche Leitindex schließt an diesem Tag über seinem Eröffnungskurs und auch in der oberen Hälfte seiner Tages-Range. Der Einstieg für den Long- Trade erfolgt bei 11.843,68 Punkten zum Tages-Schlusskurs. In diesem Fall stieg der DAX bis zum 10. April auf 12.390,75 Punkte. 28 BÖRSE am Sonntag · 39/1 6 Wissen


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