Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
>

Warren Buffett: Geburtstag ohne Party

Die Holding Berkshire Hathaway litt in den vergangenen Tagen ebenso wie die globalen Finanzmärkte insgesamt. Am Sonntag feiert Warren Buffett seinen 85. Geburtstag. Eine große Feier wird es in Anbetracht der aktuellen Krise kaum geben. Aber die Börsenlegende denkt langfristig und hat noch viel mit Berkshire vor.

BÖRSE am Sonntag

Die Holding Berkshire Hathaway litt in den vergangenen Tagen ebenso wie die globalen Finanzmärkte insgesamt. Am Sonntag feiert Warren Buffett seinen 85. Geburtstag. Eine große Feier wird es in Anbetracht der aktuellen Krise kaum geben. Aber die Börsenlegende denkt langfristig und hat noch viel mit Berkshire vor.

Happy Birthday Warren Buffett! Die lebende Finanzlegende aus Nebraska wird an diesem Sonntag 85 Jahre alt. So recht in Feierlaune wird der Börsen-Superman aber bis zum Sonntag nicht mehr kommen. Zu hart waren die letzten beiden Wochen für seine Holding Berkshire Hathaway und den globalen Finanzmarkt im Allgemeinen. Und einem Warren Buffett, dessen Herzschlag auf dem EKG-Monitor vermutlich dem Kursverlauf der Berkshire-Aktie gleicht, müssen die letzten Tage ordentlich zugesetzt haben. Binnen einer Woche verlor das Papier über 13 Prozent und fiel am Montag zeitweise sogar auf 109 Euro. Am Dienstag setzte der Wert aber wieder zur Erholung an. 

Was Buffett in den vergangenen Jahren mit Berkshire Hathaway geleistet hat, ist bemerkenswert. Kein Wunder, dass das „Orakel von Ohama“ bei Hauptversammlungen der Holding ganze Stadien füllt. In diesem Jahr fanden sich 40.000 Aktionäre in der Arena der Großstadt ein. Das war im Mai. Im März jagte der Aktienkurs auf ein Allzeithoch von knapp 138 Euro. Doch das lag auch am starken US-Dollar. In den USA gab es einen bis heute nicht überbotenen Höchststand von 152 US-Dollar nämlich bereits im Dezember. 

Die kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen für das zweite Jahresviertel waren hingegen überraschend schlecht. Ein Einbruch des Nettogewinns von 37 Prozent stand plötzlich auf dem Papier. Doch Buffett ist ohnehin kein großer Fan von Quartalszahlen. Der 84-jährige behält lieber das Langfristige im Auge. Auch deswegen bereitet dieses Ergebnis nur den Wenigsten Sorge. Die meisten Analysten raten beim BRK-Papier deutlich zum Kauf. Besonders bei dem aktuell vergleichsweise niedrigen Einstiegskurs.

Größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte 

In den USA ist das Unternehmen besonders wegen der Übernahme eines Aviation-Zulieferers in den Medien. Für satte 37,2 Milliarden US-Dollar kauft Berkshire das Unternehmen Precision Castparts Corp (PCC), das hauptsächlich Flugzeugteile produziert. Die Übernahme von PCC mitsamt seiner 30.000 Mitarbeiter ist die größte der Berkshire-Geschichte. Für Manger gewisser deutscher Unternehmen könnte in nächster Zeit auch eine Reise in die mittelamerikanische Prärie anstehen.

Denn angeblich möchte Warren Buffett in den nächsten fünf Jahren noch mindestens ein zusätzliches deutschen Unternehmen übernehmen. Im Februar hatte Berkshire Hathaway bereits das Hamburger Motorradgeschäft Louis geschluckt. Ängstliche Anleger fragen sich stets: Was passiert mit Berkshire Hathaway nach der Ära Buffett? Schließlich ist Buffett für Berkshire noch wichtiger als Steve Jobs einst für Apple war.

Die meisten Experten sind sich auch hier einig: Es werden gute Nachfolger für Buffett und seinen 91-jährigen Partner Charlie Munger gefunden werden. Im Sommer feierte Buffett bereits sein 50-jähriges Jubiläum im Unternehmen. Aber an den Ruhestand denkt er noch lange nicht. Buffett kündigte bereits an, dass er noch arbeiten wolle bis er die 100 Jahre-Marke überschritten hat. Na dann: Cheers, auf die nächsten 15 Jahre. 

WCW