Beitrag teilen

Link in die Zwischenablage kopieren

Link kopieren
Suchfunktion schließen
>

Börsianer blicken entspannt nach NRW

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen steht vor der Abwahl. Die spannendste Frage ist, ob Hannelore Kraft (SPD) ihr Amt behalten kann oder ob Herausforderer Armin Laschet von der CDU in die Düsseldorfer Staatskanzlei einziehen wird. Denn angesichts eines möglichen Sechs-Parteien-Parlaments am Rheinknie ist eine große Koalition wahrscheinlich.

BÖRSE am Sonntag

Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen steht vor der Abwahl. Die spannendste Frage ist, ob Hannelore Kraft (SPD) ihr Amt behalten kann oder ob Herausforderer Armin Laschet von der CDU in die Düsseldorfer Staatskanzlei einziehen wird. Denn angesichts eines möglichen Sechs-Parteien-Parlaments am Rheinknie ist eine große Koalition wahrscheinlich.

Unmittelbar vor dem Wochenende der NRW-Landtagswahl bahnt sich ein sehr enger Wahlausgang an. Die letzten Umfragen zeigen ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Volksparteien. Die regierende rot-grüne Landesregierung hat offenbar keine Chance mehr auf eine Wiederwahl. Damit ist ein Regierungswechsel sehr wahrscheinlich. Für die SPD bedeutet das erwartete Ergebnis um die Marke von 32 Prozent einen schweren Verlust, da bei der letzten Landtagswahl noch 39,1 Prozent erreicht wurden. Die CDU hingegen dürfte sich von den letztmaligen 26,3 Prozent klar erholen.

Ungewöhnlich stark dürfte die FDP abschneiden. Nach 8,6 Prozent bei der letzten Abstimmung 2012 kann Christian Lindner mit einen deutlich zweistelligen Ergebnis rechnen und das beste Ergebnis der Partei­geschichte in NRW erreichen. Für eine Koalition zwischen Sozialdemokraten und Liberalen,die auch schon im Gespräch war, dürfte es trotzdem nicht reichen. Ein Hauptgrund dafür: Die Linkspartei hat sich in den letzten Tagen klar von der Fünf-Prozenthürde nach oben bewegt.

AfD und Grüne liegen gleichauf bei sieben Prozent und dürften sicher in den Landtag einziehen. Für die konservative Alternative wäre diese magische Sieben ein enormer Erfolg, für die Gender-und-Unisex-Partei dagegen ein Desaster. Und das war's auch schon. Oder? Ach ja, die Piraten! Die hatten 2012 noch 7,8 Prozent der Wählerstimmen erreicht. Diesmal liegen sie weit abgeschlagen.

Positiver Impuls für die Finanzmärkte

Die Börsianer können schon heute vorsichtig aufatmen: Eine Mehrheit hat eine linke Wunschkoalition des „Genossen Millionär“, Schulz, also Rot-Röter-Grün, in Nordrhein-Westfalen wohl nicht. Das ist irgendwie auch kein Wunder, denn Hannelore Kraft hat eine schlechte Bilanz vorzuweisen. Die desaströse Personalentscheidung, einen komplett überforderten Ralf Jäger als Innenminister zu halten, könnte sie zum Beispiel teuer zu stehen kommen.

Doch die Finanzmärkte dürften auch deswegen so entspannt sein, weil die aktuellen Tendenzen für die Bundestagswahl eindeutig sind. Die CDU kommt demnach auf 37 Prozent, die SPD nach dem Entgleisen des Schulz-Zuges nur noch auf 27. Das ist deutlich. Für die kleineren Parteien gelten dieselben tendenzen wie auf der Landesebene Nordrhein-westfalens, nur abgeschwächt, denn bundesweit kommen noch andere, regionale eonflüsse sowie der Themenkomplex der Außen- und Sicherheitspolitik hinzu. Hier sind andere Schwerpunkte zu gewärtigen als bei Megathema in NRW, der inneren Sicherheit.

Seit dem 1. März versorgt die BÖRSE am Sonntag Sie, liebe Leser, mit aktuellen Umfragen und Informationen zu den Landtagswahlen und der Bundestagswahl, die CAMPO DATA ermittelt hat. In diesen Mittelwerten finden sich die neuesten Zahlen von Allensbach, Emnid, Forsa, GMS, Infratest, INSA und der Forschungsgruppe Wahlen, den unser Schwesterblatt THE EUROPEAN herausgebracht hat.