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Mit Daimler nach oben

Daimler: Beispiel 1

Daimler: Beispiel 1

Daimler: Beispiel 2

Daimler: Beispiel 2

Daimler: Beispiel 3

Daimler: Beispiel 3

Daimler: Beispiel 4

Daimler: Beispiel 4


Für Anleger ergibt sich dabei ein Problem: Wie steigt man in eine Aktie ein, die schon gut gelaufen ist? Blickt man zurück, ist es leicht, einen beliebigen Zeitpunkt zu wählen. Denn man sieht ja, dass der Aufwärtstrend anhielt. Hinterher ist man immer schlauer. Wir wollen einen Durchschnitt verwenden, um zu beobachten, wie man trotzdem eine Chance haben kann.

Schwäche zum Jahresende

Der erste Chart zeigt Daimler im November, Dezember und Januar. Zum Jahresende wurde die Aktie verkauft, und der Kurs sank von 55 Euro auf fast 50 Euro. Dies kann wohl kaum mit Window-Dressing erklärt werden. Dabei kaufen Portfolio-Manager vor Ablauf einer bestimmten Periode – typischerweise Ende des Monats, Quartals oder Jahres – schnell noch Aktien, die gut gelaufen sind, um diese im Depot vorweisen zu können. Ohne diese Aktien würden sie sich dem Vorwurf aussetzen, eine gute Gelegenheit verpasst zu haben. Doch da auf Window-Dressing mittlerweile in der Presse hingewiesen wird, muss man sich fragen, ob die Kunden die Sache nicht durchschauen. Bei Daimler fand jedoch keine Nachfrage statt. Im Gegenteil: Es wurden Gewinne mitgenommen.

Bei diesem Rücksetzer traf der Kurs auf seinen 50-Tage-Durchschnitt. Schon am Folgetag drehte er nach oben und setzte seinen Aufwärtstrend fort. Zufall? Sehen wir auf den nächsten Chart. Er zeigt die Monate im letzten Sommer und Herbst. Wieder setzt der Daimler-Kurs auf der roten Linie auf, die den 50-Tage-Durchschnitt darstellt. Im August bricht der Kurs schließlich durch und korrigiert. Doch als er auf den 200-Tage-Durchschnitt trifft (blaue Linie), macht er sofort kehrt und steigt erneut. Sollte sich hier eine Regelmäßigkeit ableiten lassen?

Die Einstiegsgelegenheiten

Im dritten Chart gehen wir noch ein Stück zurück. Dieses Mal sehen wir Frühjahr und Sommer. Der Kurs berührt den 50-Tage-Durchschnitt im Mai zweimal genau einen Tag lang. Danach steigt er so stark, dass er gar nicht mehr zu einem der Durchschnitte zurückfindet. Das Gesamtbild zeigt die Einstiege in der Zusammenfassung. Jeder der grünen Pfeile entspricht dabei einer Einstiegschance, die wir gerade besprochen haben. Jedes Mal, wenn der Daimler-Kurs einen Durchschnitt berührt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Gegenreaktion groß, solange der Trend fortgesetzt wird.

Doch es gibt eine Ausnahme: Wenn er bereits mehrfach den 50-Tage-Durchschnitt getestet hat, fällt er schließlich durch ihn hindurch auf den nächsten, in diesem Fall den 200-Tage-Durchschnitt. Man muss daher beobachten, wie lange der aktuelle Trend bereits anhält. Diese Methode klappt am besten, wenn die Bewegung noch jung ist. Schließlich will man nicht erst einsteigen, wenn alle anderen bereits längst investiert sind.

04.02.2011 | 00:00

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