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Dividenden 2017: die fünf besten Aktien

Fast 43 Milliarden Euro werden die 110 Unternehmen aus dem DAX, MDAX und TecDAX nach Berechnung der DZ-Bank in diesem Jahr an ihre Aktionäre ausschütten. Das wären rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr – und ein neuer Bestwert. Würde man diese Summe unter allen Bundesbürgern gleichmäßig verteilen, wären das pro Kopf etwa 525 Euro. Die BÖRSE am Sonntag hat die fünf aussichtsreichsten Dividendenbringer des Jahres für Sie notiert.

BÖRSE am Sonntag

Fast 43 Milliarden Euro werden die 110 Unternehmen aus dem DAX, MDAX und TecDAX nach Berechnung der DZ-Bank in diesem Jahr an ihre Aktionäre ausschütten. Das wären rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr – und ein neuer Bestwert. Würde man diese Summe unter allen Bundesbürgern gleichmäßig verteilen, wären das pro Kopf etwa 525 Euro. Die BÖRSE am Sonntag hat die fünf aussichtsreichsten Dividendenbringer des Jahres für Sie notiert.

Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat wieder die Position Nr. 1 unter den deutschen Premium-Autobauern errungen. Da ist es nur logisch, dass auch die Dividende steigt. 3,25 Euro will der Autokonzern Daimler in diesem Frühjahr für jede Aktie verteilen. Mit einer Gesamtsumme von dreieinhalb Milliarden Euro wird Daimler damit in diesem Jahr knapp vor der Allianz der dividendenmäßig rentabelste Konzern Deutschlands. Das passt gut zur eben wieder zurückeroberten Pole-Position am Premium-Automarkt. Daimler geht es ausgezeichnet – und die Aktie ist ein wirklich gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Dividende sein kann, wenn es um die Rendite geht.

Die größten Dividendenzahler sind der Studie der DZ-Bank zufolge Daimler mit 3,5 Milliarden, die Allianz mit 3,4 Milliarden und Siemens mit drei Milliarden Euro. Die höchste Dividendenrendite im DAX ist demnach mit Aktien der von Thomas Ebeling klug und smart geführten ProSiebenSat.1 AG zu erzielen – glatt fünf Prozent. Die bereits genannten Daimler und Allianz sowie die Münchener Rück liegen knapp dahinter mit 4,8 Prozent gleichauf. Und was wird 2017 auf die Anleger zukommen? Im folgenden geben wir die fünf heißesten Tips der überaus erfolgreichen DZ-Bank weiter, denn was ist für Anleger besser, als von Erfolgen zu profitieren?

Dividende ist die eigentliche Rendite

Längst lässt sich dies sagen: Die Dividende ist für Anleger weit mehr als ein Zubrot zu möglichen Kursgewinnen. Sie ist Ausdruck des inneren Wertes und damit der wirtschaftlichen Kraft dieser Konzerne. Anders als viele Bilanzkennziffern lässt sich zudem die Dividende nicht schönrechnen. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ehrlicher Verdienst und Gradmesser zugleich. Eine zuverlässige Dividende wird damit auch zum Merkmal für die Qualität des operativen Geschäfts – und immer wieder zu einem Kurstreiber für die Aktie.

Nach Berechnung der Vermögensverwaltung Sand und Schott haben Dividendenaktien den Aktienmarkt im Durchschnitt auf internationaler Ebene langfristig klar geschlagen – und zwar um etwas mehr als einen Prozentpunkt jährlich. Im Vergleich zu Aktien ganz ohne Ausschüttung waren Dividendenpapiere durchschnittlich sogar deutlich, um mehr als zwei Prozentpunkte, besser. Das ist sehr viel – doch das ist noch nicht alles: „Dividendenaktien schwanken nicht so stark wie der Gesamtmarkt und Aktien ohne Dividende“, erklärt Geschäftsführer Max Schott. Anleger profitieren mit Dividendenpapieren damit doppelt. Über die Bargeldausschüttung wird die Aktie eines zuverlässigen Unternehmens zur Einnahmequelle, und zugleich ist das Volatilitätsrisiko spürbar geringer.

Vorsicht Falle!

Doch in Einzelfällen kann die Dividende auch zu einer Sackgasse werden. Viele Anleger greifen intuitiv nach Titeln, die auf dem Papier eine besonders hohe Dividendenrendite aufweisen. Die Rendite kann nur deshalb hoch erscheinen, weil der Aktienkurs stark gefallen ist. Das wiederum kann auf ernsthafte Probleme hinweisen und Vorbote einer Dividendenkürzung sein. Eine Untersuchung der Société Générale für den europäischen Aktienmarkt zeigt, dass ab sechs Prozent Dividende die Gefahr einer unangenehmen Überraschung deutlich steigt. Weil zuverlässige Zahler besonders begehrt sind, ist die Dividendenrendite dieser Aktien meist etwas bescheidener; die starken Kursgewinne der vergangenen Monate haben dabei die Dividendenrenditen nach unten gedrückt. Die Rendite der DAX-Aktien wird laut DZ-Bank bei rund drei Prozent liegen – und diese Dividendenhöhe liegt rund 15 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre.

Der Renditeaufschlag gegenüber deutschen Staatsanleihen ist mit 2,7 Prozentpunkten auch für 2016 sehr großzügig, und die Aussichten für die weitere Dividendenentwicklung sind sehr positiv: Steigerungen von sieben bis acht Prozent sind möglich. Aus Anlegersicht sind die Dividenden keinesfalls zu vernachlässigen, weil sie einen Großteil zur Gesamterträge am Aktienmarkt beitragen. Die Einflüsse von Kurssteigerungen werden dagegen weithin deutlich überschätze. So konnten Dividendenstrategien längerfristig eine substanzielle Outperformance gegenüber dem breiten Markt erzielen.

Die DZ-Bank hat sich nun speziell zu den Dividendenfavoriten für 2017 geäußert. Zusätzlich zur Dividendenrendite wurden dabei, und das gibt der Studie Validität, sowohl die Nachhaltigkeit der Dividenden als auch weitere Fundamentaldaten und Bewertungskennzahlen berücksichtigt. Um ein allgemeines Ergebnis dabei vorwegzunehmen: Defensiv orientierten Investoren wird dabei konkret empfohlen, die Papiere von Unternehmen ins Portfolio zu legen, die kontinuierlich Dividende bezahlt und angehoben haben. Wo also sollten Sie, liebe Leser unserer BÖRSE am Sonntag, konkret nachlegen, wenn es um die Arroniderung Ihres Portfolios geht?

Die fünf Aktien mit den besten Dividendenaussichten für 2017

1. Allianz

Zu den fünf am meisten favorisierten deutschen Dividenden-Aktien zählt die DZ Bank die Allianz (WKN: 840400). Nachdem für das Geschäftsjahr 2015 je Aktie 7,30 Euro flossen, wurde für 2016 ein deutlich höherer Betrag von 7,60 Euro je Anteilsscheine gezahlt. Daraus ergibt sich eine geschätzte Dividendenrendite von 4,86 Prozent. Für 2017 soll es nochmals einen Aufschlag in Sachen Dividende geben. Hinzu kommt die Chance auf Kurschancen, denn der Wert von 170 Euro wurde erreicht. Ginge es noch weiter nach oben, wäre die mittelfristige Seitwärtsrange durch einen Sprung über das Zwischenhoch aus dem Jahr 2015 überwunden.

Was die Dividendenkontinuität angeht, sieht es ebenfalls relativ gut aus. In den vergangenen zehn Jahren ist stets gezahlt worden, mindestens stabil blieb die Ausschüttung dabei in neun Fällen und sieben Mal gab es sogar eine Erhöhung. Das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum betrug dabei sieben Prozent. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die Allianz am 6. November 2014 eine Änderung ihrer Dividendenpolitik mit dem Ziel der Erhöhung der Ausschüttungsquote von 40 Prozent auf 50 Prozent des auf die Anteilseigner entfallenden Jahresüberschusses der Allianz Gruppe beschlossen hat.

2. Axel Springer

Die Aktie von Axel Springer (WKN: 550135) zählt für die DZ Bank mit zu den fünf besten deutschen Dividenden-Titeln für 2017, denn der Medienkonzern macht gute Fortschritte auf dem Weg der Wandlung in ein digitales Unternehmen. Außerdem stufte er die Umsatz- und Ertragsperspektiven als interessant ein. Bei der Dividende wird für das Geschäftsjahr 2017 mit einer Zahlung von 1,82 Euro je Aktie gerechnet. Auf Basis der für 2016 erwarteten Ausschüttung errechnet sich eine Dividendenrendite von 3,83 Prozent. Die Kaufempfehlung ist mit einem Kursziel von 54,50 Euro versehen. Das liegt um 14,6 Prozent über den aktuellen Notierungen.

In Sachen Dividendenkontinuität kann der Verlag mit zehn Zahlungen für die vergangenen zehn Jahre aufwarten. Mindestens stabil blieb der Ausschüttungssatz dabei ebenfalls in allen Jahren, wobei in sechs Fällen Erhöhungen beschlossen wurden. Im Schnitt stieg die Dividende in den vergangenen zehn Jahren um vier Prozent p.a. – indes: Mit den Aktien von Axel Springer waren in den vergangenen drei Jahren keine Kursgewinne zu erzielen. Bereits Anfang 2014 hat sich eine Seitwärtsrange herausgebildet, die von 39,91 Euro bis 59,04 Euro reicht. Aktuell ist von Interesse, ob ein seit April 2015 bestehender Abwärtstrend überwunden werden kann. Wirklich entscheidend neue Signale ergeben sich aber erst bei einem Sprung aus dem genannten übergeordneten Seitwärtskanal.

3. Deutsche EuroShop

Die Deutschen EuroShop (WKN: 748020) ist immerhin im MDAX enthalten, doch nicht jeder Anleger würde sie unter den Top-Empfehlungen der DZ-Bank für Dividenden-Titel erwarten. Ein wesentliches Argument für die Aktie ist aber gerade die von der DZ-Bank als sehr verlässlich eingestufte Dividendenpolitik. Der Betreiber von Einkaufszentren dürfte demnach den Ausschüttungssatz für 2016 von 1,35 Euro je Aktie auf 1,40 Euro erhöhen. Das deckt sich mit den Erwartungen des Analystenkonsensus und ergibt eine Dividendenrendite von 3,64 Prozent. Für 2017 soll es noch einmal einen Schnaps mehr an Dividende geben. Erreicht die Aktie zudem auch noch den von der DZ Bank mit 46,00 Euro angegebenen fairen Wert, dann käme zur Performance auch noch ein Kursgewinn von knapp 20 Prozent hinzu.

Von den fünf favorisierten Dividendenaristokraten weist der Titel damit theoretisch das größte Aufwärtspotenzial auf. In den vergangenen zehn Jahren ist stets eine Dividende geflossen. Mindestens stabil war sie ebenfalls in allen zehn Jahren und zu einer Erhöhung kam es in sieben von zehn Jahren. Die Deutsche EuroShop ist Deutschlands einzige Aktiengesellschaft, die ausschließlich in Shoppingcenter an erstklassigen Standorten investiert. Das MDAX-Unternehmen ist zurzeit an 20 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt. Zum Portfolio gehören das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt, die Altmarkt-Galerie in Dresden und die Galeria Baltycka in Danzig.

4. BASF

Als einen der fünf besten deutschen Dividenden-Aristokraten für 2017 führt die DZ Bank die Aktie der guten alten Badischen Anilin- und Soda-Fabrik (WKN: BASF11). Die Dividende ist hier nicht das einzige Kaufargument: im Jahr 2017 kann mit einem Umsatzwachstum um rund sechs Prozent und einem Anstieg des adjustierten Gewinns vor Zinsen und Steuern von rund sieben Prozent gerechnet werden. Gegenüber der Vergleichsgruppe ist bei der BASF-Aktie außerdem eine Unterbewertung zu beobachten. Gegenüber dem gut vergleichbaren Wettbewerber sei das Unternehmen sogar deutlich unterbewertet. Neben der niedrigen Vergleichsbasis aus dem abgelaufenen Jahr werde BASF im neuen Jahr 2017 durch die Akquisition des Lackspezialisten Chemetall begünstigt.

Bei der Dividendenzahlung für 2016 rechnet die DZ-Bank mit 2,97 Euro nach zuletzt 2,90 Euro je Aktie. Mit diesem Ansatz bewegt er sich unter dem Analystenkonsens, der die Zahlung von 3,05 Euro vorsieht. Auf Basis der Schätzung der DZ Bank errechnet sich eine Dividendenrendite von 3,2 Prozent. Die Dividendenprognose für 2017 liegt noch einmal etwas höher, gezahlt wurde im übrigen in den vergangenen zehn Jahren stets. Der Ausschüttungssatz wurde in acht Fällen angehoben. Die Steigerungsrate der Dividende gibt die DZ Bank für das vergangene Jahrzehnt mit sieben Prozent an.

Unter dem Strich hat sich die Aktie von BASF in den vergangenen Jahrzehnten sehr passabel entwickelt. Von 1996 bis 2015 stieg die Notiz von gut zehn Euro bis auf 96,72 Euro. Von April 2015 bis Februar 2016 musste der Titel mit einem Kursrückgang bis auf 56,70 Euro aber einen herben Rückschlag hinnehmen. Viel von dieser Scharte wurde zuletzt allerdings schon wieder ausgemerzt. Endgültig zu den Akten gelegt wäre diese Delle aber erst bei einem Vorstoß auf neue Kursrekorde. Wobei das auch gleichbedeutend wäre mit einem sehr starken prozyklischen Kaufsignal.

5. Siemens

Als den fünften ihrer „Dividenden-Aristokraten“ sieht die DZ Bank für 2017 die Aktie von Siemens. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2015/16 dabei bereits geflossen. Ex-Dividendentag war der 2. Februar. Den Ausschüttungssatz hat das DAX-Mitglied bekanntlich von 3,50 Euro je Aktie auf 3,60 Euro erhöht. Und geht es nach der DZ Bank, dann soll auch für das laufende Geschäftsjahr 2016/17 wieder etwas mehr gezahlt werden als zuletzt. Die Dividendenrendite für 2015/16 beträgt 2,97 Prozent. Den fairen Wert für die Siemens-Aktie hat das Kreditinstitut in Reaktion auf die kürzlich präsentierten Zahlen zum ersten Geschäftsquartal von 125,00 auf 133,00 Euro erhöht und die Einstufung auf „Kaufen“ belassen. Nachdem die Notiz bereits deutlich zugelegt hat, ergibt sich daraus momentan nur noch ein Aufwärtspotential von 9,7 Prozent.

Was die Dividenden-Kontinuität angeht, kann Siemens glänzen: Eine Ausschüttung erfolgte in allen zehn vergangenen Geschäftsjahren und die Dividende ist dabei stets mindestens stabil geblieben. Sechs Mal beschlossen die Verantwortlichen eine Dividendenerhöhung, wobei sich für das vergangene Jahrzehnt eine durchschnittliche jährliche Erhöhung von immerhin acht Prozent ergibt. Die Aktie von Siemens hat sich seit dem Jahr 2000 sehr schwer damit getan, den Aktionären Kursgewinne zu beschweren. Zumeist notierte der Titel deutlich unter dem damals bei 123,76 Euro markierten Rekord. Doch dank eines Kursschubs in den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Notiz inzwischen dicht an die alte Bestmarke herangearbeitet. Aus charttechnischer Sicht wäre es ein nicht zu unterschätzendes prozyklisches Kaufsignal, wenn es auch noch gelingen sollte, diese Hürde aus dem Weg zu räumen.