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Carmignac Patrimoine - Chance und Risiko gut gemischt

<span>Carmignac Gestion als Fondsboutique zu bezeichnen w&auml;re eine&nbsp;Untertreibung. Die franz&ouml;sische Gesellschaft verwaltet immerhin rund 45 Mrd. Euro an Anlegegeldern. &Uuml;ber die H&auml;lfte der Mittel entfallen auf den Carmignac Patrimoine. Der in internationale Anleihen, globale Aktien und Devisen anlegende Mischfonds erzielte in den vergangenen zehn Jahren ein Plus von 115%. Pro Jahr sind das im Schnitt knapp 8%. Der Vergleichsindex bringt es dagegen nur auf rund 5%. Der Fonds eignet sich f&uuml;r risikoscheue Investoren, die sich die Chancen, die der Aktienmarkt bietet, dennoch nicht entgehen lassen wollen.</span>

BÖRSE am Sonntag

Dass man das Kapital der Anleger auch in schwierigen Zeiten bewahren kann, hat der Carmignac Patrimoine bislang eindrucksvoll bewiesen. Als im Jahr 2002 die Weltbörsen um rund 32% nach unten rauschten, erzielte der Fonds ein Plus von 5%. Und 2008, als die Märkte um 40% abgaben, verlor der Fonds gerade mal um 0,8%.

Sicherheit hat Priorität

Auch im weiteren Verlauf der Finanz- und Staatsschuldenkrise agierte das Management sehr vorsichtig. Lediglich 25 der möglichen 50% wurden in Aktien investiert. Rund drei Viertel der Fondsmittel steckten dagegen in Staats- und Unternehmensanleihen. Allerdings ging die lange Zeit defensive Ausrichtung des Fonds zulasten der Wertentwicklung. Konkurrenzprodukte erzielten bessere Ergebnisse. Erst seit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom vergangenen Sommer, wenn nötig unbegrenzt Staatsanleihen von Schuldenstaaten zu kaufen, wurde die Aktienquote sukzessive erhöht. Sie liegt inzwischen bei deutlich über 40%.

Bewährte Arbeitsteilung

Für den Aktienanteil im Carmignac Patrimoine zeichnet Edouard Carmignac verantwortlich. Der 65jährige Franzose, der 1989 Carmignac Gestion gründete, konzentriert sich bei der Titelauswahl unter anderem auf Unternehmen, die von der Wachstumsdynamik in den Schwellenländern profitieren. Das können Firmen sein, die ihren Sitz direkt in einem Emerging-Market-Staat haben, wie etwa das an der Börse in Hongkong gelistete Finanzunternehmen AIA Group. Meist aber investiert der Manager in Unternehmen aus den Industriestaaten, die bereits einen großen Teil ihrer Umsätze in den sich entwickelnden Staaten erzielen, wie zum Beispiel der Schweizer Hersteller von Luxusgütern Richemont. Um die Risiken zu senken, hat Carmignac den Schwellenländeranteil im Portfolio auf 25% begrenzt.

Gute Chancen sieht Carmignac vor allem aber in den USA, speziell bei Energiedienstleistern wie Schlumberger und Halliburton. Auch die beiden deutschen Automobilwerte BMW und VW sind für ihn ein Kauf. Mit 27% am höchsten gewichtet ist jedoch die Finanzbranche. Der Franzose zählt die Banken zu den eigentlichen Gewinnern des Staatsanleihenengagements der EZB.

Die Anleihenseite betreut Rose Ouabha. Sie hat sich wegen der niedrigen Verzinsung von deutschen Staatsanleihen getrennt. Attraktiver erscheinen ihr dagegen spanische und italienische Regierungspapiere. Dazu mischt sie Bonds von Ländern wie der Türkei, Mexiko und Polen. Über 6% der Mittel hat sie in Emerging-Markets-Papiere investiert, die in lokaler Währung notieren. Bei den Unternehmensanleihen bevorzugt Ouabha derzeit Papiere von Fiat oder Continental. Die Titel weisen einen deutlichen Renditeaufschlag gegenüber deutschen Staatsanleihen auf. Riskant ist das Anleihesegment dennoch nicht ausgerichtet. Der Anteil von Bonds mit Investment Grade beträgt über 80%.

Fazit: Das Management agiert sehr vorsichtig. Erst wenn globale Risiken sich erkennbar vermindert haben, wird der Fonds aggressiver ausgerichtet. Die Titelauswahl überzeugt.