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DWS Japan Opportunities: Neue Chance in Tokio

Japans neue Regierung will die Wirtschaft ankurbeln und legt ein Konjunkturprogramm in Höhe von umgerechnet rund 173 Mrd. Euro auf. Zudem drängt Ministerpräsident Shinzo Abe die Notenbank, künftig mehr Inflation zuzulassen. Die angekündigten Maßnahmen treiben derzeit die Kurse von Toyota & Co. Mit dem DWS Japan Opportunities profitieren Anleger von der Rally.

BÖRSE am Sonntag

Japan schwächelt – seit 1993 wuchs das Bruttoinlandsprodukt gerade mal um 27%. Andere Volkswirtschaften entwickelten sich deutlich besser. Die Leistungsfähigkeit der USA zum Beispiel stieg im selben Zeitraum um rund 240%. „Nach dem Platzen der Immobilien- und Aktienmarktblase in den 1990er-Jahren nutzten japanische Unternehmen den Cashflow meist zum Abbau von Schulden, anstatt zum Investieren“, sagt Lilian Haag, Fondsmanagerin des DWS Japan Opportunities. „Auch der ungünstige demografische Trend – Japans Bevölkerung vergreist und wird zahlenmäßig immer geringer – ist für die verhaltene Konjunkturentwicklung verantwortlich.“ Zudem wertete der Yen im Vergleich zu anderen Währungen in den vergangenen Jahren tendenziell auf, was dem Export schadete.

Die negative Entwicklung im Land der aufgehenden Sonne spiegelte sich an der Börse wider. Zwar gab es in den  vergangen 20 Jahren zwischenzeitlich immer wieder Kurserholungen, tendenziell aber ging es klar nach unten. Von seinem Allzeithoch Ende 1989 ist der Leitindex Nikkei 225 derzeit rund 70 Prozentpunkte entfernt, auch hat Tokio als einziger Markt noch nicht das Niveau vor der Finanzkrise erreicht.

Mehr Inflation sorgt für Kursfantasie

In den vergangenen Wochen zogen die Notierungen jedoch deutlich an. Den Anlegern gefällt das vom neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe aufgelegte Konjunkturprogramm. Die Maßnahmen, durch die 600.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, konzentrieren sich unter anderem auf die Reparatur beziehungsweise die Modernisierung der durch das Erdbeben zerstörten Infrastruktur. Abe will aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch Deregulierung stärken. Vor allem aber soll die Notenbank künftig eine lockere Geldpolitik verfolgen, um die lange Phase der Deflation zu beenden. „Ein im Vergleich zu anderen Währungen niedriger Yen verschafft den Unternehmen auf dem Weltmarkt klare Vorteile“, sagt Haag. Schon bevor die Notenbank aktiv wurde, ist Japans Währung im Vergleich zu Dollar und Euro bereits deutlich gesunken.

Automobilwerte gefragt

Die Fondsmanagerin rechnet mit vorerst weiter steigenden Aktienkursen. Auf das Jahr gesehen hält sie ein Plus von bis zu 20% für möglich. Haag will nicht ausschließen, dass ausländische Investoren, aber auch japanische  Pensionskassen angesichts einer negativen Realverzinsung bei japanischen Staatsanleihen ihr Engagement am Aktienmarkt weiter erhöhen.

Zu ihren Favoriten zählen aktuell Automobilhersteller. Auch bei Finanzwerten sieht die Managerin gute Chancen. „Im Gegensatz zu europäischen Kreditinstituten haben Japans Geldhäuser ihre Bilanzbereinigungen bereits abgeschlossen“, sagt Haag. „Japans Banken profitieren zudem vom steigenden Wert ihrer Aktienportfolios.“ Eine anziehe Inflationsrate spreche auch für Immobilienunternehmen.

Künftig will Haag sich verstärkt bei Small- und Mid-Cap-Unternehmen engagieren. „Selbst wenn ich so Renditepunkte gegenüber einem reinen Blue-Chip-Portfolio verliere, reduziert die breite Diversifizierung die Gefahren.“ Die sind durchaus gegeben. Haag: „Im Laufe des Jahres werden Anleger genau prüfen, ob die Konjunkturmaßnahmen der Regierung tatsächlich fruchten. Bleiben deutliche Gewinnzuwächse pro Aktie aus, drohen Rückschläge.“