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Sparinvest Global Value - weltweit auf Schnäppchenjagd

Value-Investoren engagieren sich bei unterbewerteten Aktien. Nach ihrem Einstieg hoffen sie, dass auch die breite Masse der Anleger das Kurspotenzial erkennt. Nachdem 2012 die Notierungen generell stark von politischen Entwicklungen beeinflusst und sichere Häfen gefragt waren, werden 2013 wieder verstärkt die Fundamentaldaten der Unternehmen in den Fokus rücken, prognostiziert Jens Moestrup Rasmussen, Manager des Sparinvest Global Value. Das Portfolio des Fonds ist mit günstigen Aktien bestückt.

BÖRSE am Sonntag

Unternehmen gelten dann als werthaltig, wenn sie über längere Konjunkturzyklen hinweg konstant Gewinne erzielen und sie die Aktionäre mit attraktiven Dividenden am Geschäftserfolg beteiligen. Value-Investor Jens Moestrup Rasmussen sucht unter diesen diejenigen Firmen heraus, die an der Börse gerade nicht gefragt sind und deren Marktkapitalisierung rund 40% unter ihrem sogenannten inneren Wert liegt. Der „Fair Value“ wird zum Beispiel anhand von Kurs-Buchwert-Verhältnis, Kurs-Gewinn-Verhältnis, an den Verbindlichkeiten und den Cashflows ermittelt.

Übernahmekandidaten im Visier

Zudem analysiert das Management sämtliche Aspekte, die unmittelbare Auswirkungen auf die langfristige Profitabilität eines Unternehmens haben könnten. Dabei konzentriert sich Rasmussen nicht nur auf finanzielle Gefahrenfaktoren, sondern beachtet auch ökologische und soziale Gesichtspunkte sowie Fragen der Corporate Governance – die sogenannten ESG-Faktoren. Besonders gut gefallen Rasmussen Unternehmen, die aufgrund ihrer niedrigen Bewertung als Übernahmekandidaten gelten. Seiner Meinung nach werde die Annäherung einer Aktie an ihren fairen Wert durch M&A-Aktivitäten beschleunigt.

Unternehmen, die den Value-Kriterien der dänischen Investment-Gesellschaft entsprechen, findet der Fondsmanager derzeit vor allem in den Branchen Energie, Werkstoffe und Industrie. Zu den Top-10-Werten zählen derzeit der deutsche Stahlkonzern Salzgitter, der US-Mineralölkonzern Valero Energy sowie die weltgrößte Container-Reederei A. P. Møller Maersk.

Rechtzeitig auf die Rally in Tokio gesetzt

Bei der Titelauswahl ist der Manager an keine Benchmark gebunden. Seine Anlagefreiheit zeigt sich auch in der geografischen Verteilung der Mittel. So ist Japan derzeit mit rund 26% relativ hoch gewichtet. Rasmussen glaubt, dass der lange Zeit starke Yen verhinderte, dass viele japanische Unternehmen im internationalen Wettbewerb zuletzt mithalten konnten. Die von der neuen Regierung und der japanischen Notenbank eingeleitete lockere Geldpolitik aber schwächt nun Japans Währung. Dies könnte dazu beitragen, dass die Firmen dank ihrer vielen Vorzüge wieder stärker in den Fokus der Anleger geraten. Als aussichtsreich gilt zum Beispiel der Finanztitel Tokio Marine Holdings. Von der jüngsten Rally in Tokio hat der Fonds klar profitiert.

Optimismus für die Wertentwicklung des Sparinvest Global Value, der 2012 ein Plus von 10,7% schaffte, zieht der Manager vor allem aus der seiner Meinung nach wieder zunehmenden Risikobereitschaft der Anleger. Während im vergangenen Jahr wegen der Euro-Krise und dem Fiskalstreit in den USA hoch bewertete defensive Blue-Chip-Werte und sichere Staatsanleihen gefragt waren, würde der Markt nun wieder stärker auf Fundamentaldaten und Aktienbewertungen beachten. Sein Fonds sollte davon profitieren.

Eine Garantie dafür aber gibt es nicht. Der Ausgang der Wahlen in Italien, die ungelösten Probleme in Zypern und ein möglicher Abwertungswettlauf der wichtigsten Währungen drohen die Risikobereitschaft der Anleger wieder zu dämpfen. Auch wenn die Titelauswahl des Managers überzeugt: Die von ihm erhoffte Korrektur der Fehlbeurteilung seiner Werte könnte noch einige Zeit in Anspruch nehmen.