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Dividende - jetzt schon an 2010 denken


Inzwischen mehren sich die Anzeichen für eine Erholung der globalen Konjunktur. Wenngleich sich die Situation vieler Unternehmen mit Blick auf die auslaufende Berichtssaison zum dritten Quartal 2009 wieder verbessert hat, wird es dennoch eine Weile dauern, bis an alte Gewinne angeknüpft werden kann. Bisher schrumpfen sich die meisten Unternehmen durch Entlassungen und strikte Kostensenkungsprogramme gesund. Gleichwohl wollen sie auch für 2009 Dividenden ausschütten, um ihre Aktionäre bei der Stange zu halten. Soweit die Dividenden aus dem laufenden Gewinn erwirtschaftet werden, ist das gesund. Werden dagegen die Rücklagen angegriffen, um eine Dividendenausschüttung zu erzwingen, sollten Anleger jedoch genauer hinsehen, denn auf Dauer beraubt sich ein Unternehmen dadurch der benötigten Mittel für weiteres Wachstum.

Um im Anlageuniversum die dividendenstarken Titel zu selektieren, müssen Anleger aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten schon etwas Zeit mitbringen. Eine gute Alternative bietet die Investition in einen der zahlreichen Dividendenindizes. Je nach Neigung kann man sich dabei auf eine bestimmte Region beschränken oder weltweit in die stärksten Dividendentitel investieren. Diese Alternative hat den Vorteil, dass die Titelselektion automatisch anhand der feststehenden Kriterien des jeweiligen Index erfolgt und man sich nicht mehr selbst auf die Suche begeben muss.

DivDAX

Die großen deutschen Konzerne zeigen sich auch 2010 großzügig und werden im kommenden Jahr über 20 Milliarden Euro Dividende an ihre Aktionäre ausschütten. Doch nicht alle DAX-Unternehmen beglücken die Anleger gleichermaßen, einige müssen auch Abstriche bei der Dividende machen oder diese, wie z.B. die Commerzbank, ganz ausfallen lassen.

Eine attraktive Anlagealternative gegenüber dem Einzelinvestment stellt der am 1. Mai 2005 von der Deutschen Börse eingeführte DivDAX dar. In diesem Index sind die 15 DAX-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite enthalten. Wie beim großen Vorbild DAX werden die Mitglieder des DivDAX anhand der Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien gewichtet. Die Zusammensetzung wird einmal jährlich im September überprüft und die Gewichtung vierteljährlich angepasst, wobei die Obergrenze bei 10% liegt. Den größten Indexanteil haben aktuell BASF, Bayer und die Deutsche Telekom. Durch das Auswahlkriterium der Dividendenrendite finden sich in der Regel wirtschaftlich gesunde und solide Unternehmen im Div- DAX wieder.

DJ EURO STOXX Select Dividend 30 TR

Das Anlageuniversum des Dow Jones EURO STOXX Select Dividend 30 ist der Dow Jones EURO STOXX. Der Index umfasst die 30 dividendenstärksten Unternehmen der Eurozone und wurde am 13. April 2005 aufgelegt. Die Mitglieder des Index werden in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Zunächst werden aus dem marktbreiteren DJ STOXX 600 alle Titel ausgewählt und nach Ländern gruppiert, die in den vergangenen fünf Jahren ihre Dividendenrendite je Aktie erhöht oder zumindest auf dem gleichen Niveau gehalten haben. Die Ausschüttungsquote des Gewinns je Aktie darf dabei 60% nicht überschreiten, um eine Ausschüttung zu Lasten von Investitionen zu verhindern. Für alle ermittelten Werte wird anschließend ein Outperformance-Faktor errechnet, der die jeweilige Nettodividendenrendite relativ zum Durchschnittswert des jeweiligen Landes angibt. Die 30 Werte mit der stärksten Outperformance werden dann in den DJ EURO STOXX Select Dividend 30 aufgenommen und entsprechend ihrer Nettodividendenrendite gewichtet. Bis zur Überprüfung und jährlichen Neugewichtung des Index im März jedes Jahres bleibt die Gewichtung eines Einzelwertes auf den Index konstant. Den größten Anteil am Index haben mit der Banco Santander und der Erste Group Bank derzeit zwei Titel aus der Bankenbranche.

DJ STOXX Global Select Dividend 100

Der Dow Jones STOXX Global Select Dividend 100-Index wird mit dem Ziel berechnet, die Wertentwicklung der Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite in Europa, Amerika und Asien zu errechnen. In die Auswahl kommen diejenigen Aktien, die auf ihrem Heimatmarkt die höchsten Ausschüttungen aufweisen. Dafür wird zunächst neben dem Dividendenwachstum das Verhältnis von Dividende zu Gewinn für jeden Wert festgestellt. Anschließend werden die Indexkandidaten nach ihren jährlichen Netto-Dividendenerträgen gewichtet. Die Anzahl der Indexunternehmen aus jeder Region ist festgelegt. So kommen 40 Indexmitglieder aus der Region Amerika und jeweils 30 aus Europa und dem Raum Asien/ Pazifik. Ein Gewichtungslimit von 10% soll zudem eine hinreichende Diversifizierung des Index garantieren. Die Überprüfung der Indexzusammensetzung erfolgt einmal jährlich im März.

Dow Jones STOXX Asia/ Pacific Select Dividend 30

Auch für die Aufnahme in den Dow Jones STOXX Asia / Pacific Select Dividend 30 ist die Dividendenausschüttung der jeweiligen Aktie das entscheidende Kriterium. So soll die Performance der 30 Aktien aus Australien, Neuseeland, Singapur, Hongkong und Japan mit der höchsten Dividendenrendite gemessen werden. Dabei können maximal zehn Unternehmen pro Land in den Index aufgenommen werden. Die Gewichtung erfolgt hier ebenfalls anhand der Nettodividendenrendite, genau wie die jährliche Indexüberprüfung im März. Der von ETFlab aufgelegte DAXplus Maximum Dividend-ETF bildet die Wertentwicklung des DAXplus Maximum Dividend-Index für dividendenstarke Titel nach und investiert dazu in die 20 dividendenstärksten Aktien aus den 110 größten Werten im Prime Standard der Deutschen Börse. Diese müssen innerhalb der nächsten Indexperiode die höchste Dividendenrendite aufweisen, zu deren Ermittlung auf effektive Dividendenankündigungen und Dividendenschätzungen zurückgegriffen wird. Eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Indexzusammensetzung wird halbjährlich jeweils im Mai und November vorgenommen. Die Ausschüttung der Dividenden an die Anleger erfolgt bis zu viermal jährlich. Zu den größten Werten zählen auch hier die Deutsche Telekom, mit mehr als 10% Indexanteil, sowie die beiden Versorger E.ON und RWE mit einem Indexgewicht jeweils knapp über 7%.

Fazit:

Auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten versuchen viele Unternehmen, sich die Gunst ihrer Aktionäre durch Dividendenzahlungen zu erhalten. Aufgrund des teilweise noch sehr ermäßigten Kursniveaus können Anleger dabei mit attraktiven Dividendenrenditen rechnen. Neben der Direktanlage in eine Aktie bietet sich insbesondere die Investition in einen Dividendenindex an, wo mehrere dividendenstarke Unternehmen zusammengefasst werden. Profis übernehmen hier die Auswahl der Titel und überprüfen die Indizes regelmäßig hinsichtlich ihrer Zusammensetzung.

16.12.2009 | 00:00

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