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Mit ETFs in deutsche Dividendentitel investieren


 Angesichts historisch niedriger Zinsen bieten sich Anlegern, die auf regelmäßige Ausschüttungen abzielen, Dividendentitel als das attraktivere Investment an. Während für 2011 den DAX-Titeln eine durchschnittliche Dividendenrendite von 3,5% prognostiziert wird, liegt die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen derzeit bei 2,4%. Auch mit dem Risikoargument können Staatsanleihen kaum noch punkten: Bei höherverzinslichen Staatsanleihen der so genannten PIIGS-Länder (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien), die kein Investmentgrade-Rating mehr vorweisen können, ist ein Staatsbankrott letztlich nicht vollständig auszuschließen. Außerdem besteht angesichts der weltweit expansiven Geldpolitik der Zentralbanken in den kommenden Jahren die Gefahr der Inflation. Eine künftig steigende Geldentwertung würde für die Besitzer von Staatsanleihen als Gläubiger Wertverluste bedeuten, während bei Aktien als Sachinvestment mit steigenden Kursen zu rechnen wäre. Investiert man zudem nicht in einzelne Titel, sondern in einen Index mit einer Auswahl der ertragreichsten Dividendentitel, reduziert sich das Risiko des Aktieninvestments noch weiter.

Schon ein Klassiker: DivDAX

Im Frühjahr 2005 entwickelte die Deutsche Börse den DivDAX. Dieser Index enthält die 15 DAX-Werte mit den höchsten Dividendenrenditen. Neben den hohen Ausschüttungen bietet der DivDAX laut der deutschen Börse einen weiteren Vorteil: Darin finden sich nämlich wirtschaftlich besonders starke und solide Unternehmen wieder, dementsprechend handelt es sich tendenziell um Outperformer. Die DivDAX-Mitglieder werden jedes Jahr im September neu festgelegt. Das entscheidende Kriterium ist dabei die historische Dividendenrendite. Sie wird berechnet, indem die gezahlte Dividende durch den Schlusskurs der Aktie am Tag vor der Ausschüttung dividiert wird. Die Zahlungen, die die Unternehmen für die Zukunft in Aussicht stellen, werden also nicht berücksichtigt. Um zu verhindern, dass eine einzelne Aktie den DivDAX beherrscht, ist das maximale Gewicht eines Einzeltitels auf 10% begrenzt. Der bekannteste ETF auf diesen Index ist der iShares DivDAX. Dieser voll replizierende ETF wurde bereits im April 2005, kurz nach der Einführung des Dividendenindex, aufgelegt.

Breite Marktabdeckung: DAXplus Maximum Dividend

Im Gegensatz zu historischen Dividendenrenditen des DivDAX stellen beim DAXplus Maximum Dividend-Index die erwarteten Ausschüttungen das entscheidende Aufnahmekriterium dar: Der Maximum Dividend-Index bildet die 20 im HDAX vertretenen Unternehmen ab, die innerhalb der kommenden sechs Monate eine Dividende zahlen werden und die höchste erwartete Dividendenrendite aufweisen. Die Rendite wird hier aus dem angekündigten bzw. geschätzten Dividendenbetrag und dem Schlusskurs der Aktie zum Zeitpunkt der Auswahl bestimmt. Der HDAX fasst die Werte aller 110 Unternehmen aus den Auswahlindizes DAX, MDAX und TecDAX zusammen und bildet als branchenübergreifender Index die größten Werte aus dem Prime Standard ab.

Das maximale Gewicht eines Unternehmens ist auch hier auf 10% zum Zeitpunkt der Anpassung begrenzt. Die Zusammensetzung wird jeweils zum dritten Freitag in den Monaten November und Mai überprüft und angepasst. Eingeführt wurde der DAXplus Maximum Dividend-Index erst im April vergangenen Jahres. Praktisch gleichzeitig wurde auch der ETFlab DAXplus Maximum Dividend aufgelegt. Auch bei diesem Produkt der Sparkassentochter ETFlab handelt es sich um einen voll replizierenden ETF, der regelmäßig die Dividenden der Titel im Index ausschüttet.

Fazit:

Die Vorteile der Dividendenstrategie liegen in Zeiten niedriger Zinsen und ungewisser Inflationsperspektiven auf der Hand. Mit dem DivDAX und dem DAXplus Maximum Dividend stehen zwei interessante Indizes auf deutsche Dividendentitel zur Verfügung, von deren Performance und Ausschüttungen Anleger über ETFs bekannter Anbieter bequem profitieren können.

04.11.2010 | 00:00

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