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Renditen aus dem hohen Norden


In der medialen Berichterstattung dominieren seit Beginn der Schuldenkrise vielfach die schlechten Nachrichten aus den südeuropäischen Peripheriestaaten. Dabei wird gerne die nordeuropäische Region vergessen, die zwar auch dem Auf und Ab der Konjunktur unterliegt, die aber unterm Strich ein vergleichsweise solides Bild bietet. An der Wertentwicklung der Blue-Chips dieser Region können Anleger mit dem Amundi ETF MSCI Nordic (WKN: A0REJU) partizipieren.

Regionen-Index: Der Amundi ETF MSCI Nordic beschränkt sich nicht auf den Index eines einzigen Landes, sondern er bildet Unternehmen aus der gesamten Region ab. Als Basiswert dient ein Aktienindex des unabhängigen Indexanbieters MSCI, der MSCI Nordic. Dieser Index, der aktuell 65 Unternehmen enthält, konzentriert sich auf die entwickelten Märkte dieser Region, also Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Mit etwas über 24 Prozent ist die Finanzbranche am stärksten im Index vertreten. Spitzenreiter bei den Wachstumsaussichten der skandinavischen Länder ist Schweden. Nach der Prognose der schwedischen Regierung soll das Land im kommenden Jahr um 3,1 Prozent wachsen. Auch die anderen nordischen Volkswirtschaften, die mit Aktien im Index vertreten sind, sind auf Wachstumskurs, wenn auch mit geringeren Zuwachsraten. Zudem sind die skandinavischen Volkswirtschaften deutlich geringer verschuldet als andere europäische Staaten.

Stabile Erträge

Indexschwergewicht mit über elf Prozent ist aktuell der dänische Healthcare-Konzern Novo Nordisk. Schwerpunkte sind die Bereiche Blutgerinnung und vor allem die Insulin-Produktion. Bereits im Jahr 1923 wurde im Nordisk Insulinlaboratorium das erste Insulin Dänemarks produziert. Der Konzern profitiert von der demographischen Entwicklung, denn je älter eine Gesellschaft wird, desto stärker ist Diabetes verbreitet. Zudem führt eine zunehmend ungesunde Ernährungsweise wohlhabenderer Bevölkerungsschichten in den Emerging Markets auch dort zu höheren Risiken einer Diabetes-Erkrankung. Vom Internationalen Diabetes-Verband wird bis 2035 ein Anstieg der erkrankten Personen auf über 590 Mio. erwartet. Anfang August meldete Novo Nordisk gesunde Geschäftszahlen.

Der operative Gewinn des Konzerns lag im ersten Halbjahr 2014 bei 16,8 Mrd. Dänischen Kronen, das entspricht ca. 2,3 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem Anstieg von vier Prozent. Unter den Top Ten-Aktien des Index befinden sich auch die schwedische Nordea Bank, das norwegische Energieunternehmen Statoil und der finnische Nokia-Konzern. Das Unternehmen hat sich nach dem Verkauf der Handysparte erfolgreich auf andere Geschäftsbereiche wie die Netzwerkausrüstung und digitale Kartendienste konzentriert. Möglicherweise könnte die Aktie ab September wieder im Blue Chip-Index der Eurozone, dem Euro STOXX 50, vertreten sein.

Wertentwicklung

Auf Sicht von drei Jahren konnten Investoren mit dem ETF 63 Prozent an Kursgewinnen erzielen, der maximale Verlust lag in diesem Zeitraum bei 14,8 Prozent. Seit Auflegung im September 2008 betrug die Performance des ETF gut 68 Prozent. Im aktuellen Jahr konnte seit Jahresanfang eine positive Performance in Höhe von 5,7 Prozent erzielt werden.

Fazit

Anleger, die breit diversifiziert in die skandinavischen Aktienmärkte investieren wollen, können diese Region mit dem Amundi ETF MSCI Nordic kostengünstig abdecken. Die Verwaltungsgebühr des Produkts liegt bei niedrigen 0,25 Prozent p.a. Dafür müssen Anleger auf eine aktive Portfolioallokation durch einen Fondsmanager verzichten.

Amundi ETF MSCI Nordic UCITS ETF
ISIN:FR0010655738
Fondsvolumen295,4 Mio. Euro
FondswährungEuro
Auflegungsdatum:16.09.08
Gesamtkostenquote (p.a.):0,25%

16.08.2014 | 08:06

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