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Drei Anlagethemen für 2019

Wer gewinnt 2019? Die Bären oder die Bullen? Und welche Themen dominieren das Jahr? (Foto: eamesBot / shutterstock.com)


Welchen Veränderungen unterliegen die Finanzmärkte im neuen Jahr und wie können Anleger auf diese reagieren? Ryan P. Blute, Head of Global Wealth and Product Management EMEA bei PIMCO, blickt basierend auf einer Umfrage unter 80 Beratern, Fondsselektoren und Research-Zuständigen auf drei Themen, die 2019 prägen dürften und versucht sich gleichzeitig an notwendigen Lösungsansätzen.

1. Dynamisch agieren

Es bestand allgemeiner Konsens darüber, dass der globale Konjunkturzyklus in eine späte Phase tritt. Dabei hoben die Teilnehmer unserer Umfrage die sich wandelnde Geldpolitik und Sorgen im Hinblick auf die Bewertungen sowie das Ende der Hausse als wichtigste Anlageerwägungen hervor. Wie PIMCO jedoch in seinem letzten Konjunkturausblick feststellte, könnte die späte Phase des Zyklus noch einige Zeit andauern.

Während unsere Umfrage also ergab, dass Anleger planen, 2019 die Cash-Allokationen aufzustocken, sahen wir außerdem ein Interesse an flexiblen Strategien und alternativen Anlagen. Dies legt nahe, dass viele Anleger nach Wegen suchen, um ihr Engagement aufrechtzuerhalten und gleichzeitig bei sich verändernden Bedingungen Umschichtungen vornehmen zu können.

Wir sind der Meinung, dass ein dynamischerer oder flexiblerer Anlageansatz im aktuellen Marktumfeld sinnvoll ist, da der Versuch vom Beta (d. h. der Marktrendite) zu profitieren angesichts der wirtschaftlichen Ungewissheit und der hohen Bewertungen möglicherweise weniger erfolgreich ist. Ein dynamischer Ansatz kann taktische Gelegenheiten nutzen, ohne dabei an starre Benchmarks oder Richtlinien gebunden zu sein.

PIMCO bietet mehrere dynamische Strategien an. Den PIMCO GIS Dynamic Bond Fund und den PIMCO GIS Dynamic Multi-Asset Fund halten wir im aktuellen Umfeld jedoch für am vielversprechendsten. Der erste Fonds ist das umfassendste und flexibelste Anleihenprodukt von PIMCO und kann als Alternative oder Ergänzung zu stärker an Benchmarks gebundenen Kernanleihenstrategien dienen. Bei dem zweiten Fonds handelt es sich um ein Multi-Asset-Portfolio, das als eigenständige Lösung verwendet werden oder eine dynamischere Komponente für eine statische Asset-Allokation bieten könnte.

2. Währungen nicht außer Acht lassen

Eine Folge der späten Phase des Konjunkturzyklus und der führenden Position der USA ist, dass die Zinsen in den USA im vergangenen Jahr gestiegen sind, während sie in Europa mehr oder weniger unverändert (und niedrig!) blieben. Dies führte dazu, dass europäische Anleger 2018 bei globalen Strategien zwischen den Renditen von währungsgesicherten Anlagen und den US-Dollar-Renditen große Unterschiede verzeichneten. Vor diesem Hintergrund war es wenig überraschend, dass in unserer Umfrage für das bevorstehende Jahr Währungsabsicherungskosten mit als größte Bedenken im Hinblick auf Anlagen zutage traten.

Tatsächlich handelt es sich bei „Währungsabsicherungskosten“ um einen irreführenden Begriff, da die Kosten vor allem durch Zinsunterschiede in den verschiedenen Regionen entstehen. Sollten die europäischen Zinsen künftig schneller steigen als die US-Zinsen, könnten Währungsabsicherungen positive statt negative Renditebeiträge leisten.

Da viele Anleger zwischen amerikanischen und europäischen Zinsen jedoch nach wie vor anhaltende Unterschiede erwarten, eignet sich unter Umständen eine Umschichtung in heimische Ansätze, wie etwa auf britische Pfund oder den Euro lautende Credit- und Income-Strategien. Anleger, die ein höheres Risiko-Rendite-Profil anstreben, könnten auch sektorübergreifende Credit-Strategien in Betracht ziehen, die Schwellenländer berücksichtigen, wie etwa den PIMCO GIS Diversified Income Fund.

3. Opportunistisch vorgehen

Trotz der Unsicherheiten bezüglich Schwellenländer ist das Anlegerinteresse an der Peripherie sprunghaft angestiegen. Während Anleger vor sechs Monaten planten, Allokationen in Lokal- und Fremdwährungsanleihen von Schwellenländern zu verringern, streben sie nun eine Erhöhung an. Nach einer Phase der Underperformance gegenüber Industrieländern scheint es, als sei die relative Attraktivität von Schwellenländern gestiegen.

Eine positivere Perspektive für die Schwellenländer entspricht auch der Einschätzung von PIMCO, dass dieses Segment Chancen bietet. Dennoch empfehlen wir weiterhin einen vorsichtigen und selektiven Ansatz wie den PIMCO GIS Emerging Markets Bond Fund, bei dem es sich um eine aktive Strategie mit einem Schwerpunkt auf Schuldtiteln in US-Dollar handelt.

Abseits der Schwellenländer sollten Anleger, die auf der Suche nach Gelegenheiten sind, unseres Erachtens Anleihen von Finanzinstituten in Betracht ziehen. Dies dürfte einer der wenigen Sektoren im Bereich Unternehmensanleihen sein, der Wertpotenziale bietet. Die Spreads weiteten sich innerhalb des Sektors 2018 deutlich aus, und Strategien wie der PIMCO GIS Capital Securities Fund bieten bei einem durchschnittlichen Rating von Investment Grade Renditen von über sieben Prozent. Der Finanzsektor könnte ebenfalls von Verbesserungen der Brexit-Situation sowie dem im späteren Jahresverlauf beginnenden Zinsanhebungszyklus der EZB profitieren.

24.01.2019 | 21:08

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