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Erstklassige Werte aus der zweiten Reihe

(Bild: picture alliance / SZ Photo | Wolfgang Filser)



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Lange Zeit hatten Growth-Aktien wie beispielsweise die großen Tech-Unternehmen an der Börse die Nase vorne. Value-Aktien erwiesen sich oft als Underperformer. Das könnte sich ändern, wenn die Inflation weiter steigt und die Notenbanken in Zugzwang bringt, sich mit Zinserhöhungen von der ultralockeren Geldpolitik zu verabschieden. Mit dem Value Opportunity Fund (WKN: A0RD3R) investieren Anleger in ein handverlesenes Portfolio aus werthaltigen Nebenwerte-Aktien und -Anleihen, das bislang eine überdurchschnittliche Performance geliefert hat.

Investieren vor Ort

Der Mischfonds konzentriert sich auf Nebenwerte aus dem deutschsprachigen Raum. Das ermöglicht den Portfoliomanagern Dennis Etzel und Peer Reichelt einen direkten Kontakt mit der Unternehmensführung vor Ort. Nebenwerte mit geringer Marktkapitalisierung schwimmen oft unterhalb des Radars der Bank-Analysten. Eigenes Research der Fondslenker kann Werte heben, die der breite Markt noch nicht realisiert hat. In der D-A-CH-Region sind rund 1400 Unternehmen börsennotiert, darunter rund 450 Nebenwerte mit einer Marktkapitalisierung zwischen 100 Millionen Euro und 5 Milliarden Euro, die für den Fonds in Frage kommen. Etwa ein Drittel davon genügt den grundsätzlichen Value-Kriterien der Portfoliomanager.

„Value“ und „Opportunity“

Der Name des Fonds ist Programm: Die Titelauswahl von Aktien (aktuell 90,6 Prozent) und Anleihen (aktuell 6,0 Prozent) nach werthaltigen Kriterien („Value“) wird kombiniert mit einem eventgetriebenen Ansatz, der auf die Identifizierung von Sondersituationen abzielt („Opportunity“). Dazu zählen beispielsweise Übernahmen und Squeeze Outs. Aktuell sind rund 70 Prozent des Portfolios dem Segment Value zuzuordnen, 28,3 Prozent dem Opportunity-Bereich. Im Juli wurden Aktien der Deutsche Wohnen in der Erwartung erworben, dass das Übernahmeangebot der Vonovia nachgebessert wird. Das ist auch tatsächlich passiert, Vonovia bietet aktuell 53 Euro pro Aktie des Mitbewerbers. Zudem wurde die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent gestrichen, so dass die Übernahme in trockenen Tüchern sein dürfte.

Risiko im Griff

Der Fonds strebt aktienähnliche Renditen bei deutlich geringerer Volatilität als beim breiten Aktienmarkt an. Das ist den Portfoliomanagern bislang auch gelungen. Das Risikomanagement ist wesentlicher Teil der Portfoliokonstruktion. Dazu zählt beispielsweise, dass nur Unternehmen mit einem hohen Sicherheitspuffer zu ihrem inneren Wert gekauft werden. Bei Bedarf können Positionen abgesichert werden. Zur Strategie gehört auch eine strikte Verkaufsdisziplin. Nach Erreichen des errechneten Kursziels wurde z. B. kürzlich die Aktie des österreichischen Kautschuk- und Kunststoffproduzenten Semperit verkauft. Zur Minimierung von Zinsänderungsrisiken liegt der Schwerpunkt bei Anleihen auf kurzen bis mittleren Restlaufzeiten. Nach dem Motto „Lieber schlecht als gar nicht investiert“ kann auch Cash (aktuell 1,7%) gehalten werden. Zu den Top-Holdings zählt aktuell die Deutsche Fachmarkt AG, ein Immobilien-Unternehmen mit Fokus auf Einzelhandelsobjekten in kleineren und mittleren Städten, sowie der Massivhausanbieter HELMA Eigenheimbau. Der im Dezember 2008 aufgelegt Mischfonds erzielte in drei Jahren 23,8 Prozent, der maximale Verlust lag bei moderaten 12,7 Prozent. Die Portfoliomanager liefern seit Jahren überdurchschnittliche Ergebnisse. Der Fonds eignet sich gut für Anleger, die nervenschonend in deutsche Nebenwerte investieren wollen.

Christian Bayer

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29.09.2021 | 13:36

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