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Gute Verbindung – STOXX Europe 600 Telecommunications-ETF


Nach dem Hype beim Börsengang der Deutschen Telekom und der nachfolgenden Enttäuschung über die langfristige Wertentwicklung der Aktie lag die Branche vor allem in Europa im Dornröschenschlaf. Telekommunikationsunternehmen galten als wenig attraktiv. Mittlerweile hat sich das Blatt allerdings gewendet. Übernahmen und Fusionen haben u.a. dazu beigetragen, dass europäische Telekom-Konzerne wieder eine gute Verbindung zu den Anlegern gefunden haben.

Mit dem STOXX Europe 600 Telecommunications-ETF von ComStage (WKN: ETF077) können Investoren die Branche im Depot abbilden.

Branche im Umbruch  
Telefónica Deutschland/O2 hat Anfang Oktober die E-Plus-Übernahme abgeschlossen. Damit ist mit knapp 47 Mio. Anschlüssen der nach Anzahl der Kunden größte Mobilfunkkonzern in Deutschland entstanden. Auch der Vodafone-Konzern war in Deutschland recht aktiv. Für elf Mrd. Euro gingen Kabel Deutschland an die Briten. Viele Unternehmen des Sektors wollen als Komplettanbieter unterschiedlicher Telekommunikations- und Unterhaltungsangebote ihre Marktstellung stärken.

Index-Komponenten
An Übernahmephantasien im europäischen Telekommunikationssektor mangelt es auch weiter nicht. Davon sollten die europäischen Telekom-Aktien auch in Zukunft profitieren. Investoren können das Einzelaktien-Risiko umgehen, indem sie in einen ETF investieren, der einen wichtigen Branchen-Index abbildet. Der STOXX Europe 600 Telecommunications setzt sich gegenwärtig aus 24 europäischen Unternehmen zusammen. Am höchsten gewichtet sind momentan die Vodafone Group (21,8 Prozent), Telefónica (15,3 Prozent) und die BT Group (13,1 Prozent). Den geringsten Index-Anteil mit 0,23 Prozent weist gegenwärtig die Aktie der Telekom Austria auf. Unter den Ländern dominiert mit 39 Prozent Großbritannien den Index, gefolgt von Spanien und Deutschland.

Zu niedrig bewertet
Die Deutsche Telekom ist mit 11,4 Prozent das am stärksten gewichtete deutsche Unternehmen im STOXX Europe 600 Telecommunications-Index. Auch der DAX-Konzern machte in letzter Zeit durch den geplanten Verkauf einer Unternehmenssparte von sich reden. So hatte der französische Mobilfunk- und Internet-Anbieter Illiad Interesse an T-Mobile US angemeldet. Allerdings konnte selbst ein aufgestocktes Angebot die Deutsche Telekom nicht überzeugen. Polo Tang, Analyst der Schweizer Bank UBS, rät auch nach der durch den Bonner Konzern abgelehnten Offerte zu einem Kauf der Aktie der Deutschen Telekom. Aufgrund der Stellung im deutschen Markt und der Gewinnerwartungen ist die Aktie nach Tang unterbewertet. Der Analyst sieht das Kursziel bei 13,50 Euro und damit über 28 Prozent oberhalb des aktuellen Kursniveaus.

Wertentwicklung und Fazit
Der ComStage-ETF auf Aktien aus dem europäischen Telekommunikationssektor ist seit September 2008 erhältlich. Der Index wird im ETF nicht über ein direktes Investment in die Aktien sondern über Derivate, sogenannte Swaps, abgebildet. Diese Index-Abbildung ist vergleichsweise kostengünstig. Dividendenzahlungen werden nicht ausgeschüttet sondern in den Index reinvestiert, so dass sich der Indexstand dadurch erhöht. Auf Sicht von drei Jahren lag der Zuwachs des ETF bei knapp 27 Prozent. Der maximale Verlust in diesem Zeitraum hat -13,5 Prozent betragen. Im Unterschied zu vielen aktiv gemanagten Fonds kann der ETF mit einer günstigen Kostenstruktur punkten. Die Aktien werden im Index nach der Marktkapitalisierung gewichtet, ein aktives Management findet nicht statt.

ComStage STOXX Europe 600 Telecommunications NR UCITS ETF
ISIN:LU0378437171
Fondsvolumen21,3 Mio. Euro
FondswährungEuro
Auflegungsdatum:03.09.08
Gesamtkostenquote (p.a.):0.25%

18.10.2014 | 17:17

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