boerse am sonntag - headline

Europäische Aktien ohne Achterbahn-Effekt


Die Schwankungen an den europäischen Aktienmärkten nehmen zu, die Gründe dafür sind naheliegend. Einerseits werden die wirtschaftlichen Perspektiven Europas in den kommenden Monaten von Experten als durchaus positiv bewertet, entsprechende volkswirtschaftliche Indikatoren untermauern diese Sicht.
 
Auf der anderen Seite führt die schier endlose griechische Tragödie zu erhöhter Volatilität. Investoren, die ihre Nerven schonen möchten, aber trotzdem von den Chancen europäischer Aktien profitieren wollen, können mit dem iShares MSCI Europe Minimum Volatility ETF (WKN: A1KB2C) in einen Index investieren, der in vergleichsweise schwankungsarme europäische Aktien investiert.

Freundlicher Konjunkturhimmel

Der Frühindikator der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weist auf ein stabiles Wachstum in Europa hin. Auch bei Sorgenkindern der Eurozone wie Frankreich und Italien sind Anzeichen für eine Wachstumsverstärkung auszumachen. Deutschland und Großbritannien verzeichneten im ersten Quartal 2015 gegenüber dem letzten Quartal ebenfalls einen Zuwachs beim BIP, auch wenn das Plus geringer ausgefallen ist. Von diesem Standpunkt aus betrachtet spricht also einiges für ein Investment in europäische Unternehmenstitel. 


Europa-Index mit reduzierter Schwankung

Eine gängige Indexkonzeption gewichtet Aktien in einer Benchmark nach ihrer Marktkapitalisierung, also ihrem Wert an der Börse. Das muss allerdings nicht in jedem Fall von Vorteil sein, weil dadurch möglicherweise Aktien mit hoher Bewertung und damit auch einer entsprechenden Anfälligkeit für Korrekturen hoch gewichtet werden. Deshalb werden auch Indizes berechnet, die auf bestimmte Faktoren wie z.B. eine möglichst geringe Schwankung der Aktien abzielen. Zu diesen Indizes gehört der MSCI Europe Minimum Volatility, auf den sich der iShares-ETF bezieht. Die Titel werden durch die Index-Systematik nach ihrer Volatilität und ihrer Korrelation ausgewählt.

Die Minimum Volatility-Variante enthält 139 Titel, der breiter gefassten MSCI Europe dagegen 443. Das Anlageuniversum umfasst ganz Europa, nicht nur Aktien der Eurozone. Großbritannien und die Schweiz, also Länder ohne die Gemeinschaftswährung, sind mit 34,5 und 18,2 Prozent sogar am stärksten vertreten. So finden sich unter den zehn am stärksten gewichteten Unternehmen klassische Schweizer Blue Chips wie Novartis und Swiss Re sowie die britische Bank HSBC Holdings. 

Kein Verzicht auf Rendite

Der ETF wurde Ende Dezember 2012 aufgelegt. Anleger, die von Anfang an dabei waren, konnten bislang über 54 Prozent Ertrag erzielen. Genaueren Aufschluss über das Verhalten des MSCI Europe Minimum Volatility-Index gegenüber dem MSCI Europe erhält man, wenn man einen längeren Zeitraum, in dem die Indizes berechnet wurden, betrachtet. Im Zeitraum von Ende Dezember 1998 bis Ende Mai 2015 lag die annualisierte Rendite des MSCI Europe Minimum Volatility-Index bei 7,8 Prozent. Der MSCI Europe kam dagegen nur auf 5,1 Prozent.

Trotz der reduzierten Schwankungen müssen Anleger auch mit Verlustphasen rechnen. Im Krisenjahr 2008 verlor der MSCI Europe Minimum Volatility Index immerhin 34,5 Prozent, aber deutlich weniger als der MSCI Europe mit einem Verlust von 43,3 Prozent. Auf ein aktives Management müssen Anleger verzichten, eine Überprüfung und Anpassung des Index findet halbjährlich statt. Gegenüber aktiv gemanagten Fonds kann der ETF mit einer günstigen Kostenquote von 0,25 Prozent p.a. punkten.

 
iShares MSCI Europe Minimum Volatility UCITS ETF
ISIN:DE000A1KB2C1
Fondsvolumen:434 Mio. Euro
Fondswährung:Euro
Auflegungsdatum:30.11.12
Gesamtkostenquote (p.a.):0,25%

18.06.2015 | 08:25

Artikel teilen: