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Im Land der Azteken investieren


Emerging Markets wurden seit 2011 eher mit Liebesentzug durch die Investoren bestraft, im vergangenen Jahr kam es bei den Schwellenländer-Aktien zu einem regelrechten Ausverkauf. Dabei wurden Risiken durch ein Vergrößerungsglas wahrgenommen und Chancen eher ausgeblendet. Dadurch sind auch interessante Investmentmöglichkeiten durch das Raster der Anleger gefallen. Der mexikanische Aktienmarkt bietet interessante Chancen, Investoren können über den db X-trackers MSCI Mexico Index UCITS ETF (WKN: DBX0ES) kostengünstig in mexikanische Aktien investieren.

BRIC und MIST: Vor Jahren waren die Aktienmärkte der BRIC-Staaten bei Anlegern in Mode, es winkten höhere Erträge als an den Börsen der entwickelten Volkswirtschaften. Jim O´Neill, Chefvolkswirt von Goldman Sachs, war vor dreizehn Jahren der Urheber des Begriffs BRIC, der mit den positiven Wachstumsaussichten der Länder Brasilien, Russland, Indien und China verbunden war. Nach BRIC kam MIST. Aus den aussichtsreichen sogenannten Next-11-Staaten, die ebenfalls O´Neill identifiziert hat, wurden die vier größten Volkswirtschaften ausgesucht und unter dem Akronym MIST zusammengefasst. Gemeint sind damit Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei. Die Strukturen der Länder sind heterogen. Daher ist es sinnvoll, Chancen und Risiken der Volkswirtschaften einzeln zu betrachten.

Land im Wandel

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Mexiko beträchtlich gewandelt. Präsident Enrique Peña Nieto fährt einen wirtschaftsfreundlichen Kurs, der auch ausländisches Kapital in das lateinamerikanische Land zieht. Zu den von Peña Nieto eingeleiteten Strukturreformen gehören Privatisierungen staatlicher Firmen und die Abschaffung monopolistischer Strukturen, wie z. B. die Beendigung des Monopols des Staatskonzerns Pemex im Energiesektor. Anleger brauchen bei Schwellenländern allerdings einen langen Atem, positive Entwicklungen verlaufen. So hatte Mexiko hatte im vergangenen Jahr ein niedriges Wirtschaftswachstum von nur 1,1 Prozent zu verkraften. Für 2014 erwarten Experten einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 2,7 Prozent. Mexiko ist aufgrund niedriger Löhne ein wichtiger Standort für industrielle Produktion. Autohersteller oder Zulieferer der Autoindustrie finden in Mexiko einen attraktiven Standort. Zudem ist die demographische Situation mit einem hohen Anteil junger Menschen günstig. Bei zunehmendem Wohlstand wird auch der Konsum steigen, von dem entsprechende Unternehmen profitieren. Allerdings gibt es unbestritten auch Schattenseiten in Mexiko wie die hohe Korruption und die Macht krimineller Drogenkartelle.

Index-Zusammensetzung

Der Index, den der ETF abbildet, enthält 30 mexikanische Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung, die unterschiedlich gewichtet sind. Mehr als ein Viertel des Index machen Firmen des Sektors Basiskonsumgüter aus, gefolgt von den Telekommunikationkonzernen (knapp 19 Prozent) sowie Unternehmen aus dem Sektor Finanzwesen mit knapp 18 Prozent. Mit fast 19 Prozent ist die Aktie von America Movil unangefochtenes Indexschwergewicht. Auf Platz 2 folgt mit deutlichem Abstand und ca. 8,5 Prozent Gewichtung der Medienkonzern Grupo Televisa.

Performance

Der mexikanische Länderindex wird in US-Dollar berechnet. Euro-Investoren achten eher auf die Wertentwicklung in ihrer eigenen Währung. Auf Sicht von 3 Jahren lag der Ertrag in Euro bei über 46 Prozent. Investoren müssen für ein Investment in Mexiko einen langen Atem mitbringen und mit deutlichen Schwankungen rechnen. Einzelne Länderinvestments in den Emerging Markets sollten im Portfolio deswegen auch nicht übermäßig hoch gewichtet werden.

db X-trackers MSCI Mexico Index UCITS ETF 1C
ISINLU0476289466
Fondsvolumen151,41 Mio. Euro
FondswährungUSD
Auflegungsdatum28.03.10
Gesamtkostenquote (p.a.)0,65%



05.09.2014 | 14:19

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