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Renditen aus dem Reich der Rentiere

(Bild: Shutterstock)


In der nordischen Mythologie wird viel von Zwergen als Hüter von Schätzen und ihrer Kunstfertigkeit im Umgang mit edlen Metallen erzählt. Der Goldring Draupnir wurde beispielsweise für den Göttervater Odin von zwei dieser Sagengestalten geschaffen. Und vielleicht gibt es auch nordische Zwerge, die Anlegern zu Schätzen wie dem sagenhaften Draupnir verhelfen. Wer weiß?

Von Christian Bayer

Der goldene Ring galt als Symbol für Reichtum und Überfluss, weil in jeder neunten Nacht acht gleich wertvolle Ringe aus dem Zauberring entstanden. Die mühelose Wertschöpfung aus sagenumwobenen Zeiten ist der Realität unseres Wirtschaftslebens gewichen. Kleine Unternehmen, Small Caps also, überzeugen häufig durch Marktführerschaft in Nischen sowie besondere Innovationskraft und schaffen damit bleibende Werte. Über den Parvest Equity Nordic Small Cap-Fonds (WKN: A1XBVD) können Anleger in aussichtsreiche Nebenwerte aus Nordeuropa investieren.

Heimvorteil

Die Vermögensverwaltung Alfred Berg, bei der der Fondsmanager des Parvest Equity Nordic Small Cap, Johan Stein, beheimatet ist, wurde 1863 in Stockholm gegründet, und verfügt mittlerweile über Niederlassungen in Oslo und Helsinki. Bei skandinavischen Aktien genießen die Asset Manager damit zweifellos einen Heimvorteil. Die vergleichsweise kleinen Aktienmärkte in Skandinavien werden oft von europäischen Investoren, die sich auf deutsche oder französische Werte fokussieren, übersehen. Skandinavische Nebenwerte werden von vergleichsweise wenig Analysten gecovert. Anlegern entgehen dadurch interessante Chancen, denn die Region überzeugt durch vergleichsweise hohe politische und wirtschaftliche Stabilität, die den Unternehmen Rückenwind verschafft. Skandinavische Unternehmen haben mehr zu bieten als Lego, Ikea und den Streamingdienst Spotify. So weist Stockholm weltweit nach dem Silicon Valley die höchste Anzahl von Software-Firmen pro Kopf der Bevölkerung auf. Laut einer EU-Statistik gehören Schweden, Dänemark und Finnland noch vor Deutschland zu den Innovationsführern innerhalb der EU.

Stein, der den Fonds seit 2016 verantwortet, verweist aber auch auf aktuelle Unterschiede im Wirtschaftszyklus der nordischen Staaten: „In Schweden beginnt eine Phase der konjunkturellen Verlangsamung. Der Hintergrund ist, dass die schwedische Industrie stark durch zunehmende Immobilien-Investitionen angetrieben wurde. Vor dem Hintergrund fallender Häuserpreise verlangsamt sich die schwedische Wirtschaft aktuell. Auf der anderen Seite sehen wir in Finnland und Norwegen eine starke Erholungsphase.“

Aktien-Auswahl

Bei der Aktien-Auswahl gibt es klare Kriterien: „Wir suchen nach Unternehmen mit Nischen-Produkten, einer guten Marktposition und steigenden Marktanteilen sowie stabiler oder steigender Profitabilität“, so der Fondsmanager. Positiv sieht Stein beispielweise das Segment der norwegischen Lachsproduzenten, die vom Ernährungs-Trend hin zu Speisefisch und Sushi profitieren. Das Portfolio besteht aktuell aus 120 Positionen. Die Fonds-Kennziffer Active Share signalisiert mit 68 Prozent ein aktives Fondsmanagement. Zu den aktuell am höchsten gewichteten Titeln zählen das schwedische Immobilienunternehmen Kungsleden, die norwegische Holding Aker sowie der norwegische Finanzkonzern Storebrand.

Die Fonds-Tranche ist seit Januar 2014 verfügbar, als Vergleichsindex für die Wertentwicklung wird der Carnegie Small Cap Nordic (RI) genutzt. In den vergangenen drei Jahren hat der Fonds mit einem Wertzuwachs von knapp 39 Prozent den Index (+ 35 Prozent) geschlagen. Der maximale Verlust in diesem Zeitraum lag bei etwa 18 Prozent. Für Investoren, die ihr Fondsportfolio durch nordische Nebenwerte ergänzen wollen, ist der Fonds Parvest Equity Nordic Small Cap eine gute Anlagemöglichkeit.

20.05.2018 | 22:02

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