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Wachstumschancen in Asien nicht aus den Augen verlieren

Unterschätzen Anleger die Chancen in Asien? (Foto: Lisa Kolbasa / Shuterrstock.com)


Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3 liegt der MSCI Asia Index ohne Japan leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt der Bloomberg-Daten. Warum man bei einem solchen Bewertungsniveau kaufen und nicht verkaufen sollte, erklärt Joanna Kwok, Portfolio-Managerin bei J.P. Morgan Asset Management.

Die Experten von J.P. Morgan Asset Management sind trotz steigender Unsicherheit zuversichtlich, dass es sich weiterhin lohnt, in Asien zu investieren. „Themen wie der Handelsstreit, die globale Wachstumseintrübung sowie volatile Märkte verunsichern viele Anleger und werden uns wohl noch eine Zeitlang begleiten“, unterstreicht Joanna Kwok, Portfolio-Managerin des JPMorgan Funds – Asia Growth Fund. Dennoch ist es für sie essenziell, weiterhin investiert zu bleiben, denn die Bewertungen sprechen dafür, dass sich dies in den nächsten zwölf Monaten auszahlen sollte. So notiert der MSCI Asia Index ohne Japan mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3 und liegt damit leicht unter dem Fünfjahresdurchschnitt der Bloomberg-Daten. „Bei diesen Bewertungsniveaus sollte man kaufen, nicht verkaufen“, so ihr Credo. Entsprechend hat sie in dem von ihr mit verwalteten Asia Growth Fund auch die Volatilität genutzt und Positionen aufgestockt.

Eine spannende Region im Wandel

Dass es sich lohnt, in Asien zu investieren, zeigt ein Blick auf die letzten zehn Jahre. In diesem Zeitraum übertraf die Wertsteigerung asiatischer Aktien jede andere Region der Welt. Parallel stieg Asiens Anteil am Umsatz innerhalb des MSCI All Country World seit 1999 von 4 Prozent auf 30 Prozent, der Gewinnanteil stieg von 3 Prozent auf 33 Prozent. „Da dieses Wachstum auf den strukturellen Veränderungen in ganz Asien beruht, sehen wir auch zukünftig Potenzial für überproportionale Wertsteigerungen und finden zahlreiche beeindruckende Anlagemöglichkeiten“, betont Kwok. Und ihrer Meinung nach wird die aktuelle Gewichtung von Asien in den marktkapitalisierten Indizes der herausragenden Dynamik der Region bei weitem nicht gerecht. Auch in vielen Portfolios habe Asien noch nicht die Rolle, die diese wachstumsstarke Region haben sollte.

Der Strukturwandel in Asien liegt auch am wachsenden Wohlstand in der Region und so rücken Sektoren wie Konsumgüter, Kommunikationsdienstleistungen und Informationstechnologie stärker in den Vordergrund.  „Anlagechancen verschieben sich derzeit nicht nur, sondern das Anlagespektrum erweitert sich auch deutlich – und dieser Trend wird weiter anhalten“, erläutert die Expertin. Als langfristige Investorin bevorzugt sie aktuell regionale Wachstumstitel, beispielsweise im Segment Finanz-, Technologie- und Konsumunternehmen.

Eine besondere Chance bietet sich laut Kwok auch durch die Öffnung des chinesischen Markts für A-Aktien. „Der A-Shares-Markt ist breiter diversifiziert und liquider als viele denken. Und hier finden sich die spannenden mittelständischen und kleinen qualitativ hochwertigen Unternehmen, die langfristige Wachstumstrends der Region abbilden“, erklärt Kwok. Denn in vielen Segmenten verfolgen chinesische Unternehmen inzwischen eigene innovative Geschäftsmodelle, etwa bei Bezahlsystemen, in Gaming-Bereichen und bei Finanztechnologien.

„Um von den Wachstumschancen der Transformation in Asien profitieren zu können, ist eine intensive Kenntnis der Marktgegebenheiten notwendig: Corporate Governance und Transparenz des Managements sind in einem Großteil der Unternehmen noch nicht so etabliert wie in den entwickelten Märkten – und das gilt umso mehr im interessanten Bereich der kleineren, lokal agierenden Unternehmen“, weiß Kwok. Die lokale Präsenz ist für einen Asset Manager deshalb umso wichtiger: Nur vor Ort können sie sich von der Qualität des Unternehmens und des Managements überzeugen, welche Unternehmen tatsächlich attraktiv bewertet und dazu auch noch liquide genug für ein Fondsinvestment sind, um von den Kursineffizienzen eines immer noch von Privatanlegern dominierten Marktes profitieren zu können. J.P. Morgan Asset Management ist bereits seit 1970 in der Region aktiv und ist heute in sieben Ländern Asiens mit rund 1.500 Mitarbeitern, darunter über 150 Investmentprofis, vor Ort tätig.

Das Beste aus beiden Welten

Die aufstrebende Asien-Pazifik-Region bietet ein vielfältiges Anlageuniversum und zeichnet sich auf lange Sicht durch hohes Wachstumspotenzial aus. Und es spricht einiges dafür, die Region noch etwas umfassender zu betrachten und auch die entwickelteren Märkte des Pazifikraums – allen voran Japan und Australien – für die Anlage zu berücksichtigen. Während Australien durch den Rohstoffreichtum punktet ist Japan als höchstentwickelter und hochtechnisierter Staat der Weltwirtschaft bekannt. Derzeit zeigen sich die Bewertungen von japanischen Aktien als sehr attraktiv: Trotz verbesserter Profitabilität sowie steigender Margen und Gewinne ist das Kurs- Gewinn-Verhältnis niedriger als der langfristige historische Durchschnitt. So liefert Japan den größten Diversifikationseffekt auf der Aktienseite in Asien. Und dank der zunehmenden Entwicklung der asiatisch-pazifischen Märkte gewinnt der Handel innerhalb der Region immer stärker an Bedeutung. Diese wachsende Unabhängigkeit von der Nachfrage aus den westlichen Ländern ermöglicht eine wichtige Diversifizierung innerhalb eines Portfolios. Mit dem JPMorgan Funds – Pacific Equity Fund, der bereits im Jahr 1988 aufgelegt wurde, können Anleger seit mehr 30 Jahren von der rasanten Entwicklung der Region  mit einer Wertentwicklung von 9,8 Prozent jährlich profitieren.

Gut diversifiziert – auch im Fondsmanagement

Der Erfolg der Asien-Fonds von J.P. Morgan Asset Management liegt vielleicht mit darin begründet, dass die Gesellschaft im teambasierten Fondsmanagement besonders auf Diversifizierung setzt. Laut der Studie „Alpha Female 2019“ von Citywire gibt es bei J.P. Morgan Asset Management doppelt so viele weibliche Fondsmanager wie im Branchendurchschnitt. Sie sind derzeit für rund 45 Prozent des verwalteten Vermögens von über 1,7 Billionen US-Dollar verantwortlich. Und so verwundert es nicht, dass sich im Citywire Ranking der Top 30 Fondsmanagerinnen gleich vier Managerinnen von J.P. Morgan Asset Management platzieren konnten – mehr als von jeder anderen Fondsgesellschaft. Zu den „fantastischen Vier“ gehören neben Asia Growth Fondsmanagerin Joanna Kwok (Rang 4) auch Pacific Equity Managerin Aisa Ogoshi (Rang 13).

Joanna Kwok arbeitet seit zwei Jahrzehnten im Asset Management, seit 2002 für J.P. Morgan Asset Management und seit 2005 als Managerin für asiatische Aktien innerhalb des Emerging Markets- und Asia Pacific-Equities-Teams (EMAP). Sie sieht ihren Erfolg als Teil des teambasierten Ansatzes und der klaren Prozesse, nach denen sie ihren Fonds managt. „Die Ressourcen, über die wir bei J.P. Morgan Asset Management verfügen, sind von entscheidender Bedeutung.  Nur sehr wenige Vermögensverwalter können mit unserem gesammelten Wissen mithalten – und wir haben ein großartiges kollegiales Umfeld, in dem wir Know-how und Meinungen austauschen können. Denn fast noch wichtiger, als das Wissen zu haben, ist dies auch zu teilen und in Investmententscheidungen umsetzen zu können“, erläutert Kwok.

Als größte Herausforderung sieht sie entsprechend auch, die enorme Menge an Informationen zu filtern und zu priorisieren. „Eine der wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe, ist, wie man sich auf die wichtigsten Daten konzentriert und wie man die richtigen Aktien identifiziert, in die man investieren kann: Es gibt in Asien so viele spannende Unternehmen zur Auswahl, aber der Asia Growth Fund konzentriert sich nur auf die besten Ideen.“

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17.10.2019 | 11:10

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