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Geopolitische Gefahren


Der Fondsanbieter Banque de Luxembourg (BdL) sieht durch die Verschärfung geopolitischer Krisen die Gefahr für eine erhebliche Börsenkorrektur steigen. Guy Wagner, Chefstratege der Banque de Luxembourg, verweist auf die jüngsten Kursverluste am europäischen und US-amerikanischen Aktienmarkt, die durch die verstärkten Spannungen zwischen dem Westen und Russland nach dem Abschuss eines Flugzeugs der Malaysia Airlines ausgelöst wurden.

Dabei verzeichneten zyklische Aktien die höchsten Kursverluste, während sich defensive Titel und Technologieaktien als stabiler erwiesen. Meldungen über ein stärker als erwartet gestiegenes Bruttoinlandsprodukt in den USA haben die Aktienkurse eher gedrückt: "Ein größeres Wirtschaftswachstum erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen in den USA früher als vorgesehen angehoben werden könnten", erläutert Wagner. Im Unterschied zu den USA verläuft das Wirtschaftswachstum in Europa eher schleppend.

Der Anlageexperte sieht das Geschäftsklima in Europa durch eine schwache Kreditvergabe und die Spannungen zwischen dem Westen und Russland gefährdet. In diesem Zusammenhang sieht Wagner vor allem Gefahren für Deutschland, das bislang die europäische Konjunkturlokomotive war. Mit Blick auf die Zinslandschaft erwartet Wagner in naher Zukunft und wegen fehlender Aussichten wichtiger Notenbanken auf eine Leitzinserhöhung keinen Anstieg der langfristigen Zinsen.

17.08.2014 | 07:48

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