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AB: Renminbi auf dem Weg zur Leitwährung


Die Experten des Fondsanbieters AB sehen durch die Reformen in China mit der Liberalisierung des Kapitalmarktes und der Stärkung der Stellung der chinesischen Währung Renminbi an den Devisenmärkten Chancen für Investoren.

„Viele Anleger beurteilen die Erfolgsaussichten der laufenden Reformen zu pessimistisch. In den kommenden zwei bis drei Jahren sind zwar weitere Umwälzungen erforderlich. Wir glauben jedoch an die Durchsetzungskraft der Regierung“, so Anthony Chan, Asien-Volkswirt bei AB in Hongkong. Der Experte verweist auf eine zunehmende internationale Bedeutung der chinesischen Währung. So wurden nach Angaben des Experten zuletzt 25 Prozent des China-Handels bereits in Renminbi umgesetzt. In den kommenden Jahren besteht die Chance, dass sich der Anteil auf 50 Prozent erhöht.

Vor zwei Jahren nahm die Währung noch Platz 13 im weltweiten Zahlungsverkehr ein, mittlerweile liegt sie auf Platz fünf. Von einem künftig langsameren Wachstum in China sollten sich Investoren laut AB nicht schrecken lassen, da diese Entwicklung auf der Transformation einer starken Exportorientierung hin zu einem vermehrt auf dem Binnenkonsum basierenden Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte beruht. „Politiker sowie in- und ausländische Investoren werden es mittelfristig als normal empfinden, dass die Konjunktur nur noch um fünf bis sechs Prozent jährlich zulegt“, erwartet Chan.

Hayden Briscoe, Director Asia-Pacific Fixed Income bei AB, weist auf die steigende Bedeutung des chinesischen Anleihemarktes hin: „Wir sind der Meinung, dass der chinesische Anleihemarkt in zwei bis drei Jahren, und damit weit früher als von vielen erwartet, in die globalen Indizes einbezogen wird. Indexnah anlegende Investoren müssten bei einem solchen „Big Switch“ rund 15 Prozent ihrer Rentenpapiere in Richtung China umschichten. Denn der chinesische Rentenmarkt ist mittlerweile der drittgrößte weltweit.“

28.05.2015 | 18:02

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