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Bergbauaktien und Gold bleiben langfristig attraktiv


Dennoch bleiben Bergbauaktien für langfristig orientierte Anleger ein interessantes Investment. Die Unternehmen haben nämlich sehr schnell auf die Krise reagiert und das Angebot reduziert. Zudem nutzt China die momentan günstige Situation, um Produktionskapazitäten und Lagerbestände aufzukaufen.

Bergbauunternehmen: Maßnahmenpaket gegen Preisverfall

Die Käufe aus China sowie die Produktionsdrosselung der Bergbauunternehmen sollten dazu beitragen, das durch die Krise entstandene Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage zu lindern. Sie sollten zudem den Unternehmen helfen, das hohe Betriebskapital, das sie zurzeit der Produktionshöchststände im vergangenen Jahr aufgebaut hatten, allmählich zurückzufahren. Allein in diesem Jahr wurden Investitionen in neue Projekte mit einem Volumen von mehr als 50 Mrd. US-Dollar storniert oder verschoben. Das entspricht einer Senkung um zwei Drittel; die verbleibenden Mittel fließen zumeist in die Wartung und Instandhaltung der bestehenden Produktionsanlagen. Auf diese Weise soll eine Grundlage für den nächsten Aufschwung geschaffen werden. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die Produktionseinschnitte zur Reduktion der Lagerbestände beitragen. Die Stahlpreise beginnen anzuziehen, und der Baltic Dry Freight Index verzeichnet erste Belebungstendenzen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass die Unternehmen von den zu erwartenden niedrigeren Produktionskosten, zum Beispiel durch gesunkene Öl- und Stahlpreise, profitieren werden. Viele von ihnen nutzen schon jetzt die sich bietenden Chancen und kaufen Produktionskapazitäten auf. Die aktuelle Situation wird nicht von Dauer sein, sodass sich das Engagement für langfristig orientierte Investoren lohnen kann.

Unterstützende Angebots- und Nachfragedaten treiben den Goldpreis

Daneben sollten die Anleger angesichts der gegenwärtigen Unsicherheit an den Kapitalmärkten und der drohenden Inflation die Qualität von Gold als stabile und krisenfeste Anlage im Auge behalten. Der Preis für die Feinunze Gold lag im März 2008 bei über 1.000 USDollar und erreichte in diesem Frühjahr erneut diesen Wert. Angebot und Nachfrage sind die wichtigsten Treiber des Goldpreises. Die Nachfrage wird sich in den kommenden Jahren tendenziell eher abschwächen. Derzeit sind ETF-Holdings mit zusammen über 1.000 Tonnen heute der sechst- oder siebtgrößte Goldbesitzer. Die physische Nachfrage der Schmuckindustrie ist mengenmäßig eher gering und nachlassend. Gleichzeitig ist die Produktion im letzten Jahr erneut um 3% gesunken und der Abbau wird vielerorts schwieriger und kostenintensiver. Gleichwohl ist bei der Bewertung der Goldpreisentwicklung zu beachten, dass Gold als Diversifizierungsinstrument mit geringer Korrelation zu Anleihen und Dividendenpapieren fungiert. Insgesamt bleiben im Goldsektor die langfristigen Basisdaten schwierig, und es deutet wenig auf eine grundlegende Angebotserhöhung hin. Langfristig könnte sich dies positiv auf den Goldpreis auswirken und Gold damit für Investoren attraktiv bleiben.

Evy Hambro
Managing Director and Portfoliomanager,
Mitglied des BlackRock Natural Resources Equity-Teams

06.11.2009 | 00:00

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