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Das sind die zehn attraktivsten Städte in Deutschland

Platz drei im Städtevergleich: Berlin (Bild: Fotolia / JFL Photography)

Nur zweiter Sieger: München (Bild: Fotolia / Michael Fleischmann)

Mit Weltläufigkeit und Weltoffenheit zum ersten Platz: Hamburg (Bild: Fotolia / Marco2811)


Feiern und arbeiten in Berlin, wohnen lieber anderswo. Arbeiten in München, wohnen weit weg im Umland, der Mietpreise wegen. Ein Loft in Leipzig und am Wochenende ab in den Spreewald. Wo lässt es sich in Deutschland am besten leben? Ein Marktforschungsinstitut ist der Frage nachgegangen, welche Städte am attraktivsten sind.

Platz 10: Frankfurt am Main

Frankfurt am Main ist mit mehr als 717.000 Einwohnern die größte Stadt in Hessen und die fünftgrößte in Deutschland. Sie ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Frankfurter Wertpapierbörse, zahlreicher Finanzinstitute wie Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, KfW und der Messe Frankfurt. Ewas unter drei Prozent der Befragten würden es bevorzugen, in „Mainhattan“ zu leben.

Platz 9: Nürnberg

Das Nürnberger Christkind eröffnet jedes Jahr einen der romantischsten Weihnachtsmärkte, und viele Kulturdenkmäler zieren die historisch bedeutende Altstadt. Die Geschichte, auch die des 20. Jahrhunderts mit ihren bedrückenden Seiten, wird hier intensiver spürbar als andernorts. Vielleicht deswegen aber ist die fränkische Metropole besonders lebenswert für knapp drei Prozent der Befragten.

Platz 8: Leipzig

Das Oberzentrum Sachsens ist mit mehr als 567.000 Einwohnern die einwohnerstärkste Stadt des Freistaates. Sie ist nicht nur das Zentrum für Wirtschaft, Handel, Verkehr, Verwaltung, Kultur, Bildung und die Kreativszene, sondern auch die Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und der Ausgangsort der Friedlichen Revolution von 1989, mit der nach über 56 Jahren der radikale Sozialismus in Deutschland besiegt werden konnte. Allerdings wollen gerade einmal drei Prozent der Befragten dort heimisch werden.

Platz 7: Düsseldorf

Karneval und Kö: Das ist Düsseldorf. Die Rheinpromenade strahlt Weite aus, die Altstadt gemütliche Enge, der Hafen nahe dem Landtag lebt von seiner architektonischen Avantgarde. Der Name der Stadt ist verbunden mit Robert Schumann und Joseph Beuys, aber auch mit der Weite des Niederrheins. Drei Prozent könnten sich vorstellen, in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt zu leben.

Platz 6: Stuttgart

Als Sitz der baden-württembergischen Landesregierung und des Landtags sowie vieler wichtiger Firmen ist Stuttgart nicht nur politisches Zentrum, sondern auch ein wichtiger Finanzplatz. Gut drei Prozent zieht's in die Stadt am Neckar, die im Sommer dank der Lage in einem Talkessel nahe dem Neckarstrand ein fast südländisches Klima hat.

Platz 5: Dresden

Das Florenz des Nordens hat etwas an Strahlkraft eingebüßt. Trotz Frauenkirche, Neumarkt, Elbtal und einer vielfältigen Bildungs- und Kulturszene. Gerade mal noch vier Prozent der Befragten wollen in der mitteldeutschen Metropole leben. Mehr noch: Während vor drei Jahren lediglich sechs Prozent der 18- bis 24-Jährigen und fünf Prozent aller Befragten Dresden als unattraktivste Stadt angaben, sind es heute zwölf beziehungsweise neun Prozent.

Platz 4: Köln

Die Domstadt ist bei den 17- bis 24-Jährigen besonders beliebt: 14 Prozent finden Köln cool. Die Mischung aus einer jungen Kulturszene und vielen romanischen Kirchen mittendrin ist ja auch sehr attraktiv! Allerdings: Auch bei der Frage nach der unattraktivsten Stadt wird Köln insbesondere von Jüngeren häufiger genannt als vor drei Jahren: neun Prozent der 18- bis 24-Jährigen sagen, dass sie nicht gerne in Köln leben würden.

Platz 3: Berlin

Hell leuchten Berlin-Mitte, der Fernsehturm am Alexanderplatz und das Brandenburger Tor. Doch grau dehnt sich so mancher Vorort, und die klamme Haushaltslage guckt aus allen Knopflöchern. Zwar bedeutet die Größe der Stadt enormen Freiraum für Künstler und Freigeister, doch Berlin spaltet die Gemüter: Elf Prozent der Befragten nannten die Hauptstadt als attraktiven Wohnort. Zugleich gaben 14 Prozent in einer weiteren Frage an, am wenigsten gern in Berlin leben zu wollen.

Platz 2: München

Das Rathaus am Marienplatz, die Mariensäule und im Hintergrund die Türme der Frauenkirche: Auf Platz zwei der Beliebtheitsskala, mit 15 Prozent knapp geschlagen, landet die bayerische Landeshauptstadt. Die heimelige Atmosphäre und das ausgezeichnete Kulturangebot haben nur fast für die Spitze gereicht. Zwar kommt zum Oktoberfest die ganze Welt nach München – aber das sind eben nur zwei Wochen im Jahr.

Platz 1: Hamburg

„Hamburg, meine Perle, du wunderschöne Stadt“: Der Sänger Lotto King Karl weiß um den Glanz seiner Heimatstadt. Die Hansestadt ist unter Deutschlands größten Städten als Wohnort am attraktivsten. Der Hafen, die guten Karrierechancen, die wunderbaren Wassersportmöglichkeiten und nicht zuletzt die schon durch Hamburgs Lage bedingte Weltoffenheit haben den Ausschlag gegeben. Fast jeder Sechste, rund 16 Prozent der Befragten, würde gerne in Hamburg leben.

Das Marktforschungsinstitut YouGov hat 1355 Personen im Zeitraum vom 29. Januar bis 2. Februar 2016 repräsentativ befragt. Handelsblatt

03.03.2016 | 23:29

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