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Studie zum Weltspartag: So ticken die Deutschen

Die Deutschen gehen lieber auf Nummer sicher. (Foto:pixabay)


Am 28. Oktober ist wieder Weltspartag. Dieser Tag soll den Gedanken des Sparens weltweit ins Bewusstsein der Bevölkerung verankern und auf die Bedeutung des Sparens für den Einzelnen sowie die Volkswirtschaft hinzuweisen. Anlässlich des Weltspartags hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) eine Studie herausgebracht.

Die icon Wirtschafts- und Finanzmarktforschung GmbH, Nürnberg, hat im Frühsommer 2016 1.810 Deusche nach ihren Überzeugungen zur Spar- und Geldanlage befragt. Die wichtigsten Erkenntnisse sind im Folgenden von der DSGV zusammengefasst. Die Sparerinnen und Sparer in Deutschland sind demnach trotz Niedrigzinsphase nicht bereit, für eine höhere Rendite bei ihrer Geldanlage auch mehr Risiko in Kauf zu nehmen. 70 Prozent lehnen dies rundweg ab, nur zehn Prozent können sich vorstellen, höhere Risiken einzugehen. Das ist ein Ergebnis des Vermögensbarometers 2016, einer Studie zum Sparverhalten der Deutschen, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) im Vorfeld des Weltspartages heute in Berlin vorgestellt hat.

Dazu passt auch, dass das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung bei der Geldanlage noch einmal deutlich gestiegen ist. Nannten 2015 noch 50 Prozent die Sicherheit als eines der drei wichtigsten Kriterien, so entfallen 2016 sogar 57 Prozent der Nennungen darauf, gefolgt von Flexibilität (40%) und Verfügbarkeit (36%). Die Rendite liegt mit 22 Prozent (2015: 27%) nur noch auf Platz fünf.

Grund für das hohe Sicherheitsbedürfnis der Menschen seien die Auswirkungen der politischen Diskussion um eine Zwangs-Vergemeinschaftung der europäischen Einlagensicherungen. Fahrenschon: „Wir haben bereits einheitliche Standards in Europa. Die darüber hinausgehende Zwangs-Vergemeinschaftung der Mittel wird nicht nur von den Sparkassen und deren Kunden, sondern auch von den meisten Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, wie beispielsweise Handel, Handwerk und Industrie, abgelehnt.“

Das hohe Sicherheitsbedürfnis der Bundesbürger zeigt sich auch in der weiter steigenden Beliebtheit der selbstgenutzten Immobilie. 59 Prozent der Befragten sprechen ihr die höchste Eignung für den Vermögensaufbau zu. Das sind noch einmal sechs Prozentpunkte mehr als 2015. Der langfristige Vergleich zeigt den Trend zur Immobilie noch deutlicher. Seit 2007 – also kurz vor Ausbruch der Finanzkrise – ist die Zahl derer, die die eigenen vier Wände als zum Vermögensaufbau geeignet bezeichnen, um über 100 Prozent gestiegen. Um sechs Prozentpunkte auf 81 Prozent gestiegen ist der Anteil derer, die sich für eine Immobilie verschulden würden – sogar verbunden mit der Bereitschaft zu einem höheren Verschuldensanteil. So geben 28 Prozent der Befragten an, gegebenenfalls bis zu einem Anteil von 80 Prozent des Kaufpreises Schulden aufnehmen zu wollen – gegenüber 21 Prozent im Vorjahr. Etwas geringer liegt mit 43 Prozent (2015: 48 %) der Anteil derer, die sich bis zu einer Höhe von 60 Prozent des Kaufpreises verschulden würden.

25.10.2016 | 13:54

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