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Aluminium: der Schwerkraft zum Trotz?



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Auslöser dafür könnten einerseits die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke gewesen sein, der sich zuversichtlich zeigte, dass die US-Wirtschaft endgültig Tritt gefasst hat und die Erholung nicht nur vorübergehender Natur ist. Dies nährte die Zuversicht auf eine nachhaltige wirtschaftliche Genesung und damit wohl auch die Annahme, dass die Nachfrage an Aluminium im nächsten Jahr wieder zunimmt. Gleichzeitig signalisierte Bernanke erneut die Fortsetzung der Nullzinspolitik. Für die Spekulanten an den Rohstoffmärkten offenbar eine Kombination, die zu Käufen ermutigte, und somit der Preis den eigentlich negativen fundamentalen Fakten trotzte.

Hohe Lagerbestände

Vor allem die Lagerbestände an der London Metal Exchange (LME) passen derzeit nicht ins Bild. Zwar hatten sich die Vorräte nach dem Rekordhoch im August von 4,625 Mio. Tonnen in den vergangenen Wochen etwas verringert, zuletzt zogen sie aber wieder deutlicher an und lagen mit etwa 4,59 Mio. Tonnen knapp unter den Höchstwerten. Vor allem in den LMELägern in der Region Detroit gab es Zuwächse, was dafür spricht, dass sich die Nachfrage aus der dort ansässigen Automobilindustrie wegen der ausgelaufenen US-Abwrackprämie wieder abgeschwächt hat. Eine solide fundamentale Basis sieht anders aus.

Charttechnischer Ausbruch?

Dennoch sind weiter steigende Notierungen nicht ausgeschlossen, eventuell auch technisch motiviert. Der Preis hat jüngst das bisherige Jahreshoch von August 2009 bei 2.035 US-Dollar ins Visier genommen, scheiterte aber zunächst. Knapp darüber befindet sich das 38,2%-Fibonacci-Retracement der Abwärtsbewegung seit Juli 2008 von 2.054 US-Dollar. Sollten die beiden Hürden nachhaltig geknackt werden, käme dies einem mittelfristigen Kaufsignal gleich. Ein Abprall nach unten spricht indes für fallende Kurse.

14.12.2009 | 00:00

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