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Aluminium: mit Gegenbewegung



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Für Druck auf den Preis sorgten jüngst die Befürchtungen einer Ausweitung der Schuldenprobleme in Europa, nachdem nun auch die Kreditwürdigkeit von Portugal und Spanien gesenkt wurde, was an den Aktien- und Rohstoffmärkten für einen Ausverkauf sorgte. Daneben drückte der schwächere Euro, der zwischenzeitlich deutlicher unter die Marke von 1,32 US-Dollar gerutscht war. Der im Gegenzug stärkere US-Dollar ist tendenziell ein Belastungsfaktor für die meist in der US-Währung gehandelten Rohstoffe, weil dies die Waren für diejenigen verteuert, die den Greenback erst eintauschen müssen. Zudem wachsen die Befürchtungen, dass die in vielen Industrieländern auszumachenden Haushaltsprobleme zu Sparmaßnahmen führen, die das Wirtschaftswachstum bremsen und damit auch den Bedarf sinken lassen könnten. Allerdings sind die westlichen Industriestaaten nicht die Hauptabnehmer von Aluminium, sondern besonders China, das mehr als ein Drittel des weltweit produzierten Leichtmetalls verbraucht. In diesem Zusammenhang belasteten zuletzt die Maßnahmen der dortigen Regierung, den heiß gelaufenen Immobilienmarkt abzukühlen und das inzwischen wieder rasante Wirtschaftswachstum etwas zu bremsen.

Aufwärtstrend zurückerobert

Alles zusammen gab es somit einige Faktoren, die den Preis zuletzt drückten. Beim Blick auf den Chart zeigt sich dabei, dass Aluminium jüngst seine Aufwärtstrendlinie (Verbindung der Zwischentiefs von Mai 2009 und Februar 2010) verletzt hatte. Ein nachhaltiger Bruch, dem weitere Abgaben folgen könnten, wobei es bei 2.054, 2.035 und 1.949 US-Dollar potenzielle Unterstützungen gibt, blieb aber aus. Die Aussagen der US-Notenbank stützten, die trotz einer etwas positiveren Konjunktureinschätzung eine Fortsetzung ihrer Niedrigzinspolitik signalisierte, und sorgten für eine Gegenbewegung, durch die der Aufwärtstrend schnell wieder zurückerobert wurde.

30.04.2010 | 00:00

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