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Blei: Gelingt der Sprung über die Hürde?



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Nachdem der US-Dollar in der Vorwoche wegen der Nachrichten aus Dubai etwas an Stärke gewann, schwächelte er nun wieder etwas, was die Bleipreise einerseits stützte. Andererseits waren die Sorgen, dass die Finanzprobleme in Dubai negative Folgen für das weltweite Finanzgefüge sowie die Konjunktur haben könnten, so schnell wieder verschwunden, wie sie aufgekommen waren. Auch ein Punkt, der zu mehr Risikofreude führte. Daneben gab es einige Konjunkturdaten und Prognosen, vor allem aus Asien, die wohl für eine höhere Nachfrage sorgten. So hatte beispielsweise die indische Wirtschaft im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2009/10 (bis Ende März) stärker an Wachstumsdynamik gewonnen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im Zeitraum Juli bis September um 7,9% zum Vorjahr zu. Ferner dürfte China nach Ansicht der OECD auch im nächsten Jahr mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von 10,2% die weltweite konjunkturelle Erholung anführen. Bereits für das Schlussquartal 2009 gehen Analysten von mehr als 10% aus, womit die Dynamik nach Zuwächsen von 7,9% im zweiten und 8,9% im dritten Jahresviertel weiter deutlich an Fahrt aufnehmen würde.

Short-Spekulanten kapitulieren

Eine anhaltende weltweite Erholung der Wirtschaft, angeführt von China, ist somit ein weiterer Punkt, der derzeit den Preis stützt, da dies die Bleinachfrage ankurbeln dürfte. Haupteinsatzgebiet des Metalls sind chemische Energiespeicher (Batterien), vor allem für Kraftfahrzeuge. Etwa 70% des weltweiten Verbrauchs von jährlich rund 8,5 Mio. Tonnen (2008) wird zur Herstellung dieser Bleiakkumulatoren verwendet. Neben den genannten Punkten scheinen zuletzt auch Auflösungen von Short-Positionen treibend gewirkt zu haben. Offenbar kapitulieren immer mehr Investoren, die wegen hoher Lagerbestände auf fallende Kurse spekulierten. Alles zusammen veranlasste den Bleipreis zuletzt, erneut Anlauf auf das 50%-Retracement der langfristigen Abwärtsbewegung zu nehmen. Ein Sprung darüber könnte für weiter steigende Notierungen sprechen.

15.12.2009 | 00:00

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