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Bullen mögen Orangensaft!

Orangensaft

Orangensaft


Als ein Grund für die kräftigeren Zuwächse zu Wochenbeginn wurde die anhaltende Trockenheit in Florida verantwortlich gemacht. In dem US-Bundesstaat, der hinter Brasilien das weltweit zweitgrößte Anbaugebiet von Orangen ist, hat es zuletzt deutlich weniger geregnet als üblich. Hinzu kamen Fröste zu Saisonbeginn. Außerdem machen sich die Händler Sorgen über eine bakterielle Krankheit, die von Insekten übertragen wird. Infizierte Bäume sterben nach zwei oder drei Jahren ab und es ist oft schwierig, erkrankte Bäume auszumachen, da sich die Symptome erst nach einigen Jahren zeigen können.

Geringere Ernte erwartet

Alles zusammen nährt die Annahme, dass in der Saison 2009/010 (bis Juni) die Ernte geringer ausfällt als im Vorjahr. Analysten erwarten einen möglichen Rückgang auf 140 Millionen Kisten (je 40,8 kg). Für die im Juni zu Ende gehende Saison 2008/09 bestätigte das US-Landwirtschaftsministerium jüngst unterdessen seine Anfang April von 165 auf 157,6 Millionen Kisten gesenkte Prognose. Zum Vorjahr entspricht dies einem Minus von 7,4%. Bei der Ausbeute wurden die Erwartungen dagegen leicht von 1,64 auf 1,65 Gallonen Saft (1 Gallone etwa 3,79 Liter) je Kiste angehoben. Sie liegt damit aber unter dem Vorjahreswert von 1,67 Gallonen.

Ausbruch oder Pause?

Nachdem der Preis des Juli-Kontraktes für gefrorenes Orangensaftkonzentrat (FCOJ-A Future) an der ICE im Wochenverlauf ein Niveau erreichte wie seit September 2008 nicht mehr und dabei auch an der langfristigen Abwärtstrendlinie kratzte, wird es nun spannend, ob sie nachhaltig überwunden werden kann. Angesichts der überkauften technischen Situation sowie Berichten über nun mögliche Regenfälle in Florida, was die Ernte begünstigen dürfte, sind allerdings zunächst auch Gewinnmitnahmen denkbar.

 

06.11.2009 | 00:00

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