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Gold: starker US-Dollar belastet



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Verantwortlich für die Stärke des US-Dollars ist die Schwäche des Euro, angesichts der anhaltenden Sorgen wegen der Haushaltsprobleme in Mitgliedstaaten des Euroraums. Die Gemeinschaftswährung leidet daher weiterhin unter einem Vertrauensverlust und kostete zwischenzeitlich weniger als 1,33 US-Dollar und damit so wenig wie seit Mai 2009 nicht mehr. Vom Hoch im November 2009 ging es damit mehr als 12% abwärts. Einige Marktbeobachter rechnen mit weiteren Abgaben. Dazu gehört John Taylor, Chef des weltweit größten Währungs-Hedgefonds FX Concepts. Wie er in einem Interview erläuterte, hält er es für denkbar, dass der Euro bis August 2010 auf 1,20 US-Dollar fallen könnte und sprach zudem von der Möglichkeit der Parität in nicht allzu ferner Zukunft.

Zwickmühle

Gold steckt in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite wird das Edelmetall gern zur Absicherung gegen Inflation genommen und in einigen Ländern, insbesondere den großen Schwellenländern China und Indien, sind bereits inflationäre Tendenzen auszumachen. Zudem gilt Gold als relativ sichere Anlage in unsicheren Zeiten an den Finanzmärkten. Die aktuellen Probleme in der Eurozone mit zu hohen Verschuldungen einiger Mitgliedstaaten, die jüngst mit den auf dem EU-Gipfel für den Notfall beschlossenen finanziellen Hilfen für Griechenland, aber auch der Senkung der Bonität Portugals durch die Ratingagentur Fitch, weiterhin im Fokus standen, wären daher eigentlich Argumente für Gold. Dem steht jedoch der aktuell starke US-Dollar entgegen, auch wenn es in den USA angesichts der dort auf Hochtouren laufenden Gelddruckmaschinen, Punkte gibt, die gegen den Greenback und für Gold sprechen. Derzeit scheint der US-Dollar allerdings als Krisenwährung gefragt und eine anhaltende Stärke dürfte Gold weiter belasten, da dieses es auch noch nicht geschafft hat, sich als globale reale Währung mit Substanz zu etablieren und von den „Papierwährungen“ abzukoppeln.

26.03.2010 | 00:00

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