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Heizöl: Wirft der Winter seine kalten Schatten voraus?

Heizöl - November-Future (NYMEX)

Heizöl - November-Future (NYMEX)


So waren die US-Öllagerbestände in der Kalenderwoche 39 gestiegen, vor allem beim Rohöl, und damit eigentlich bearish zu werten. Bei den Mitteldestillaten, zu denen auch Heizöl gehört, gab es indes mit 0,3 Mio. Barrel einen kleineren und etwas geringeren Zuwachs als erwartet. Womöglich trug dies zum jüngsten Anstieg bei, wenngleich die Bestände mit 48% deutlich über dem Vorjahreswert liegen. Oder handelte es sich um Positionierungen im Vorfeld der in einigen Wochen beginnenden Heizsaison?

Saisonale Schwankungen

Vielleicht folgte Heizöl aber auch nur dem Anstieg des Ölpreises. Die Abhängigkeit davon, einerlei ob aufwärts oder abwärts, erklärt sich dadurch, dass Heizöl nach Benzin das zweitwichtigste aus Rohöl gewonnene Erzeugnis ist. Ein Großteil der Herstellungskosten von Heizöl, fast 50%, entfällt auf Erdöl. Genutzt wird der flüssige Brennstoff vor allem zum Heizen von Wohngebäuden. Wichtige Faktoren für das Angebot sind die Raffineriekapazitäten und das Erdölangebot. Der Verbrauch ist stark abhängig von den jahreszeitlichen Temperaturen sowie davon, wie sich diese auf das Vorratskaufverhalten der Verbraucher auswirken. Die Preisentwicklung ist somit von saisonalen Schwankungen geprägt. Wichtigster Handelsplatz für US-Heizöl (Heating Oil) ist die New York Mercantile Exchange (NYMEX). An der IntercontinentalExchange (ICE) gibt es außerdem Future-Kontrakte für europäisches Heizöl (Gas Oil).

Konsolidierung beendet?

Ein Blick auf den Endlos-Future zeigt, dass der Preis 2008 kräftig nach oben schoss, was an der massiven Verteuerung des Rohöls lag. Dessen Einbruch infolge der Wirtschaftskrise zog auch Heizöl nach unten. Vom Tief im März 2009 erholten sich die Preise aber im Einklang mit den Ölpreisen wieder und erreichten Anfang August ihren bisherigen Höhepunkt. Es folgte eine Konsolidierung, die sich mit dem jüngsten Aufwärtsimpuls anschickt, nun nach oben aufgelöst zu werden, was dann für weiteren Zuwachs sprechen könnte.

 

21.10.2009 | 00:00

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