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Kaffee weckt die Spekulanten auf



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Zum einen wurden offenbar größere Investoren, darunter auch Hedgefonds, auf dem falschen Fuß erwischt. Auf fallende Notierungen wettend, stellten sie ihre Positionen zuletzt angesichts steigender Kurse glatt, was eine Kettenreaktion auslöste und somit wohl die jüngste Rally nährte.

Angebotssorgen

Grund für festere Kaffeepreise waren Angebotssorgen. Zum einen werden in Vietnam, dem weltweit größten Anbauer von Robusta-Kaffee, aber auch in Mittelamerika, in dem die hochwertigere Sorte Arabica kultiviert wird, geringere Ernten erwartet. Zum anderen könnte auch in Brasilien, dem weltweit größten Kaffeeproduzenten (Arabica und Robusta), die Ernte nicht so üppig ausfallen, wie zunächst angenommen. Dies ließ Zweifel aufkommen, ob die dortige Produktion das geringere Angebot an hochwertigen Kaffeebohnen aus anderen mittel- und südamerikanischen Ländern kompensieren kann. Als Grund für eine geringere Produktion in Brasilien wird schlechtes Wetter genannt, wenngleich noch nicht abzusehen ist, wie stark es die Ernte beeinflussen wird. Aber allein die Möglichkeit eines weltweit insgesamt geringeren Angebots als prognostiziert, scheint Grund genug für steigende Kurse, was auch Long-Spekulanten auf den Plan rief. Die Schließung von Short-Positionen tat dann ihr Übriges.

Durch die Decke

Der Preis für Arabica, Favorit bei den Anbietern von Kaffeespezialitäten wie Starbucks, ging förmlich durch die Decke. Im Endlos-Future (siehe Chart) konnte er zuletzt den seit Dezember 2009 auszumachenden Abwärtstrend klar überwinden. Die jüngst anhaltende dynamische Aufwärtsentwicklung katapultierte ihn ferner über das Zwischenhoch von Dezember 2009 bei 151,45 US-Cent und erreichte ein Niveau wie zuletzt im Juli 2008. Es stellt sich jedoch die Frage, ob der Effekt aus der Schließung von Short-Positionen schnell wieder verpufft oder ob die fundamentalen Faktoren für weitere Zuwächse sorgen können.

18.06.2010 | 00:00

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