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Kakao: Kaufgelegenheit?



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Für Unterstützung sorgten jüngst Berichte über schlechte Wetterbedingungen in der Elfenbeinküste, dem größten Kakaoerzeuger, der rund ein Drittel zur weltweiten Produktion beiträgt. In der flächenmäßig größten Anbauregion des Landes, gab es Anfang Juni kräftige Regenfälle, was vermehrt zu Krankheiten führen und somit die Ernte schmälern könnte. Der Ausstoß in der Elfenbeinküste ist ohnehin seit einigen Jahren rückläufig, angesichts überalterter und zum Teil krankheitsgeschwächter Baumbestände.

Bessere Ernte?

Auf der anderen Seite wurden in der Woche zum 20. Juni etwa 18.000 Tonnen Kakao in die Häfen des Landes geliefert. Dies waren deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum mit rund 7.000 Tonnen und zeugt in der diesjährigen Ernte zudem von einer zuletzt beschleunigten Tendenz. Sollte sich dies fortsetzen, geht man für die Saison 2009/10 (bis Ende September) von etwa 1,036 Mio. Tonnen aus. Dies wäre dann nur rund 1% weniger als im Vorjahr. Bis zum 13. Juni waren es noch rund 2% weniger. Die Haupterntezeit beginnt im Oktober und endet im Juni. Für die sich anschließende Nebensaison gehen einige Exporteure ferner von einer größeren Ausbeute aus als im Vorjahr, sodass die in die Häfen gelieferte Kakaomenge über der von 2008/09 liegen könnte. Dies spräche aber nicht zwangsläufig für eine höhere Produktion, werden doch Verzerrungen vermutet, angesichts des Kakaoschmuggels von Ghana in die Elfenbeinküste, wegen der hier höheren Ankaufpreise. Insgesamt betrachtet sind die fundamentalen Fakten somit nicht ganz eindeutig. Sollte nun aber darauf spekuliert werden, dass das von der International Cocoa Organization Anfang Juni prognostizierte weltweite Defizit von 69.000 Tonnen vielleicht sogar noch größer ausfällt, könnte dies den Kakaopreis weiter antreiben.

25.06.2010 | 00:00

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