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Kakao: weitere Rückgänge?



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Ausgehend vom Mehrjahreshoch rutschte der Kakaopreis an der IntercontinentalExchange (ICE) inzwischen um rund 17% ab und fiel in der vergangenen Woche auf ein Niveau wie seit September 2009 nicht mehr. Ein zuletzt belastender Faktor war der starke US-Dollar seit Mitte Januar, was tendenziell den Reiz von Rohstoffen als alternatives Investment mindert. Vor allem Fonds könnten daher als Verkäufer aufgetreten sein, was sich auch im deutlichen Abbau der Long-Positionen zeigt. Daneben könnte das aktuell relativ reichliche Angebot auf den Preis gedrückt haben. Zudem wird erwartet, dass die staatlichen Investitionsprogramme in Indonesien zur Ankurbelung der Kakaoproduktion Wirkung zeigen und das weltweite Angebot zulegen dürfte.

Technisch angeschlagen

Auf der anderen Seite könnte jedoch die zunehmende politische Instabilität des größten Kakaoproduzenten, der Elfenbeinküste, über kurz oder lang wieder für eine Verknappung des Angebots sorgen. Die Lieferungen aus dem Land gingen zuletzt bereits zurück. Sollten sich die politischen Unruhen fortsetzen, könnte dies für weitere Störungen sorgen. Entsprechend gehen einige Analysten davon aus, dass der Preis nicht lange unter der jüngst unterschrittenen Marke von 3.000 US-Dollar je Tonne liegen wird. Ob dies tatsächlich eintritt, ist jedoch nicht sicher und die zuletzt weiter sinkende Tendenz spricht wohl eher dafür, dass der Markt derzeit angesichts der guten Wachstumsbedingungen wohl eher auf die recht zuversichtlichen Aussichten für die Ernte zur Jahresmitte und damit ein höheres Angebot setzt. Aus charttechnischer Sicht wurde nach einem Pullback zudem der Aufwärtstrend seit November 2008 wohl nun nachhaltig verletzt, und nachdem ferner die Unterstützung von 2.932 US-Dollar brach, drohen weitere Rückgänge.

26.02.2010 | 00:00

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