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Kupfer: Geht die Rally weiter?

Kupfer März-Future (LME)

Kupfer März-Future (LME)


Angesichts der großen Nachfrage aus dem Reich der Mitte hat sich der Kupferpreis an der London Metal Exchange (LME) daher bis dato mit 124% Zuwachs mehr als verdoppelt. Jüngst gab es nun einige positive makroökonomische Daten. Zum einen lagen in Japan, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft und dem viertgrößten Kupferverbraucher, die Aufträge im Maschinenbau für den Monat September mit 10,5% deutlich über den erwarteten 4,1% Plus. Zum anderen hatte die Industrieproduktion in China, dem größten Kupferverbraucher, im Oktober um 16,1% zum Vorjahr zugelegt und damit so stark wie seit März 2008 nicht mehr, bevor die Finanzkrise die Weltwirtschaft in die Knie zwang. Angesichts der jüngsten Daten halten es einige Volkswirte nun für möglich, dass die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr stärker zulegt, als von der Regierung mit 8% angepeilt. Für das nächste Jahr sind die Aussichten sogar noch besser, da viele staatliche Infrastrukturprojekte noch nicht umgesetzt
wurden.

Bremsende Faktoren

Bei diesen Vorhaben spielt Kupfer eine essenzielle Rolle. Nach Eisen und Aluminium ist es das am häufigsten verbrauchte Industriemetall und kommt wegen seiner Eigenschaften in vielen Bereichen zum Einsatz, vor allem in der Elektro- und Bauindustrie. Trotz der scheinbar guten Aussichten kam der Kupferpreis jüngst kaum vom Fleck. Offenbar gibt es einige bremsende Faktoren. Dazu gehörten die zuletzt weiter steigenden Lagerbestände an der LME, die inzwischen 18 Wochen in Folge zulegten und das höchste Niveau seit Anfang Mai erreichten. Daneben hat China im Oktober erneut deutlich weniger Kupfer importiert als im Vormonat. Gleichzeitig zog die Produktion in dem Land an. Neue Long-Positionen sind daher derzeit wohl nicht angebracht. Dies könnte sich jedoch ändern, sollte es dem Kupferpreis gelingen, den bisherigen Höchststand 2009 von 6.675 US-Dollar zu knacken.

 

11.12.2009 | 00:00

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