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Kupfer - (noch) kein Anzeichen für ein Double Dip



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Gerade die hohe Bautätigkeit in den Industrie- und Schwellenländern, allen voran in China, trug in den letzten Jahren maßgeblich zur Nachfrage bei. Nach China haben die USA den zweitgrößten Verbrauch an Kupfer. Die Meldungen, dass China seine Wachstumsdynamik drosseln will, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu meiden, sowie die zuletzt vermehrt enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturdaten schüren jedoch die Angst vor einer erneuten weltweiten Konjunkturabkühlung. Ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität würde sich auch auf den Kupferpreis negativ auswirken, denn die Nachfrage der Unternehmen dürfte aufgrund der sinkenden Produktion ebenfalls zurückgehen.

Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau

Ein Blick auf den Chart des Kupferpreises zeigt eine längerfristige Aufwärtsbewegung. Diese startete Ende Dezember 2008 ausgehend von 2.768 US-Dollar. Anfang April 2010 stieß die Kursnotierung dann bei 7.950 US-Dollar auf Widerstand durch Hoch- bzw. Tiefpunkte aus dem Jahr 2008. Daraufhin kam es zu einer Korrektur, in deren Verlauf Kupfer auf 6.091 US-Dollar zurückfiel. Mit dem Anstieg über die Nackenlinie einer umgekehrten SKS-Formation wurde die Korrektur beendet und die Kursnotierung legte seitdem wieder zu. Diese Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau kann als Ausdruck der Sorge vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA gewertet werden. Doch das Szenario eines „Double Dip“, also eines erneuten Rückfalls der amerikanischen Wirtschaft in eine Rezession, lässt sich aus dem Chart derzeit nicht ablesen. Bisher liegt keine Topformation vor, die für einen größeren Preisverfall bei Kupfer sprechen würde. Vielmehr muss sich Kupfer nach dem Sprung über die 200-Tage-Linie und den Widerstand bei 7.442 US-Dollar nun erneut mit dem Widerstand bei 7.950 US-Dollar auseinandersetzen. Darüber verlaufen die nächsten Hürden in Form frühere Hochpunkte im Bereich 8.220 US-Dollar sowie bei 8.880 US-Dollar. Erst ein Abgleiten unter das letzte Zwischentief bei 7.065 US-Dollar sowie die ebenfalls dort verlaufende 200-Tage-Linie wäre als erstes Warnsignal zu werten, da in diesem Fall ein Test des Tiefs bei 6.091 Punkten droht.

03.09.2010 | 00:00

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