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Mais mit Lücken



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Wurden die Preise im Sommer durch unvorteilhaftes Wetter sowie im Schlepptau der explodierenden Weizenpreise mit nach oben gezogen, sorgte zuletzt das US-Landwirtschaftsministerium mit seinen erneut gesenkten Ernteprognosen für das Wirtschaftsjahr 2010/11 (bis Ende August) für Rückenwind. Hatte es bislang mit einer Produktion von 334,3 Mio. Tonnen gerechnet, geht es nun nur noch von 321,7 Mio. Tonnen aus. Im Vorjahr hatte der weltweit größte Maisproduzent und Exporteur 333 Mio. Tonnen erzeugt. Grund für die gesenkten Erwartungen sind die geringeren Erträge je Hektar angesichts widrigen Wetters, was auch durch eine größere Anbaufläche nicht ausgeglichen werden kann. Die erwartete geringere US-Ernte hinterlässt auch global Spuren. Das US-Landwirtschaftsministerium kürzte seine weltweite Ernteprognose von 826,1 auf 819,7 Mio. Tonnen. Ferner wird bei der globalen Nachfrage eine kräftigere Zunahme erwartet und die Vorhersage von 829,5 auf 835,4 Mio. Tonnen angehoben, vor allem wegen des steigenden Bedarfs der beiden größten Verbraucher, Futtermittelproduktion und Ethanol-Erzeugung. Bei Letzterem hatte zudem die US-Regierung jüngst beschlossen, die erlaubte Beimischungsquote von Ethanol in Benzin in den USA von 10% auf 15% zu erhöhen.

Defizit und sinkende Lagerbestände

Angesichts der Prognosen wird 2010/11 weltweit ein Defizit zwischen Angebot und Nachfrage erwartet. Diese Lücke dürfte zu sinkenden Lagerbeständen führen, vor allem in den USA. Hier wurde die ohnehin schon niedrige Prognose noch einmal von 28,4 auf 22,9 Mio. Tonnen zum Jahresende 2010/11 gesenkt, was der tiefste Stand seit 14 Jahren wäre. Kein Wunder also, dass die Preise kräftig anziehen. Am Freitag der Vorwoche wurde sogar das tägliche Limit an der CME erreicht. Zum Start in die vergangene Woche machte der Maispreis dann einen kräftigen Satz nach oben, sodass sich auch im Chart eine Lücke auftut.

15.10.2010 | 00:00

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