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Nickel korrigiert besonders kräftig



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Es gibt einige Gründe für die deutliche Schwäche. Wie bei den anderen Industriemetallen belasten auch hier die anhaltenden Sorgen über eine Ausweitung der Schuldenprobleme in Europa, was angesichts der wohl zu erwartenden drastischen Sparmaßnahmen die wirtschaftliche Erholung dämpfen und somit zu einer sinkenden Nachfrage führen könnte. Hinzu gesellt sich der schwächere Euro, was den US-Dollar stärkt und somit auf den Preis drückt. Ein weiterer Faktor ist die jüngst erneut gestraffte Geldpolitik der chinesischen Regierung, die damit ein Überhitzen der Wirtschaft verhindern und den heiß gelaufenen Immobilienmarkt abkühlen will. Dies nährt die Annahme, dass der weltweit größte Nickelverbraucher (rund 30%) weniger nachfragen könnte.

Höheres Angebot

Hinzu kommt ein belastender Punkt auf der Angebotsseite. In China ist die Produktion von sogenanntem Nickel Pig Iron im ersten Quartal 2010 um das Dreifache gestiegen. Dabei handelt es sich um Ferro-Nickel, das aus Laterit-Nickelerzen, die einen deutlich niedrigeren Nickelgehalt (etwa 1% bis 2%) haben, hergestellt wird. Ferro-Nickel ist zwar qualitativ geringwertiger, aber deutlich günstiger als raffiniertes reines Nickel und wird daher insbesondere in China vermehrt bei der Edelstahlproduktion genutzt. Hinzu kommt, dass angesichts der attraktiven Verkaufspreise die Nickelproduktion allgemein hochgefahren wird, was 2010 erneut zu einem Überangebot führen könnte. Legt man die Prognosen der International Nickel Study Group (INSG) zugrunde, dürfte 2010 das Angebot mit 1,44 Mio. Tonnen (+12,5%) über dem Bedarf von 1,37 Mio. Tonnen (+12%) liegen. Charttechnisch betrachtet sind die nächsten Unterstützungen bei 21.295 und 21.068 US-Dollar zu finden.

07.05.2010 | 00:00

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