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Nickel: Pause an Hürde?



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Zu dem kräftigen Anstieg haben auch Spekulanten beigetragen, darunter Hedgefonds. Beispielsweise wird in diesem Zusammenhang immer wieder der US-Hedgefonds Touradji genannt, der auf einen steigenden Nickelbedarf wetten soll. Dazu passt, dass am Markt eine steigende Nachfrage aus der Edelstahlindustrie erwartet wird, vor allem für Asien. Aber auch für den Mittleren Osten, die USA und Europa rechnen Experten mit einem höheren Bedarf an Nickel zur Edelstahlerzeugung.

Geht die Rally weiter?

Ob hinter der Rally der vergangenen Wochen aber tatsächlich reale fundamentale Gründe stehen, ist schwer abzuschätzen, werfen doch ein paar Punkte auch Bedenken auf. So sind die Lagerbestände an der London Metal Exchange (LME) zwar seit dem Rekordhoch Anfang Februar von 166.000 Tonnen um etwa 6% gesunken, sie sind aber nach wie vor auf historisch hohem Niveau und scheinen nicht mit dem kräftigen Preisanstieg der vergangenen Wochen in Einklang zu bringen sein. Womöglich wird aber auf ein Angebotsdefizit im Jahr 2010 spekuliert, angesichts einiger Streiks, Produktionsproblemen und Projektverschiebungen und der erwarteten steigenden Nachfrage aus der Stahlindustrie. Sollte es tatsächlich ein Defizit geben, wäre es das Erste seit vier Jahren und könnte zu einem Abbau der Lagerbestände führen. Die höheren Nickelpreise könnten jedoch auch die Nickelproduzenten dazu bewegen, ihre wegen der Wirtschaftskrise gesenkte Produktion nun wieder aufzustocken. Es ist daher schwer zu prognostizieren, ob es tatsächlich ein Defizit geben wird. Halten sich die Befürchtungen, sind weiter steigende Kurse zwar denkbar. Da Nickel nun aber auch die Hürde bei 25.053 US-Dollar erreicht hat, ist hier zumindest auch eine Pause/Korrektur möglich.

01.04.2010 | 00:00

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