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Ölpreis: Drückt nur der US-Dollar?



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Zwar zeigten die vom privaten American Petroleum Institute (API) ermittelten wöchentlichen Lagerbestände einen deutlichen Rückgang der Rohölvorräte und auch die offiziellen Zahlen des US-Energieministeriums offenbarten einen kräftigen Abbau. Dies waren eigentlich bullische Argumente. Doch davon ließen sich die Investoren nicht ködern. Zum einen wohl wegen der gestiegenen Bestände an Benzin und Mitteldestillaten wie Diesel und leichtes Heizöl. Zum anderen stehen nicht nur die kurzfristigen Daten im Blickpunkt, sondern man schaut auch auf das große Gesamtbild, das wohl nicht für die Öl-Bullen spricht. Die US-Lagerbestände liegen weiterhin deutlich über den durchschnittlichen Werten zu diesem Zeitpunkt der vergangenen Jahre.

Gesenkte Prognose

Zudem setzten die Investoren in den vergangenen Monaten darauf, dass die Nachfrage im nächsten Jahr wieder deutlicher anzieht. Diese Zuversicht bekam durch die jüngsten Prognosen des US-Energieministeriums einen kleinen Dämpfer. Die Erwartung für die weltweite Ölnachfrage 2010 wurde nach unten revidiert. Bislang wurde von einem Zuwachs um 1,26 Mio. Barrel pro Tag (bpd) ausgegangen, nun rechnet man mit einem Anstieg von 1,1 Mio. bpd auf 85,2 Mio. bpd. Gleichzeitig dürfte das weltweite Angebot von 84,23 Mio. auf 85,5 Mio. bpd zulegen und die Lagerbestände weiter anwachsen. Punkte, die aus fundamentaler Sicht eher bearisch stimmen. Daneben sehen die Charts angeschlagen aus. Sowohl die US-Sorte WTI als auch das Nordseeöl Brent (siehe Chart) haben jüngst ihre seit Ende Oktober auszumachenden Konsolidierungen nach unten verletzt. Beide rutschten zudem unter ihre 23,6%-Fibonacci-Retracements der langfristigen Abwärtsbewegungen. WTI verletzte ferner den Aufwärtstrend seit Februar dieses Jahres. Sollte sich die Stimmung nun weiter eintrüben, könnte dies für weiter sinkende Ölnotierungen sorgen.

 

16.12.2009 | 00:00

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