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Ölpreis drückt Rohstoffindex auf 16-Jahres-Tief

Der Rohstoffindex notiert auf einem 16-Jahres-Tief - der Rohölpreis ist eine wesentliche Ursache.

Ole Hanse, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank


Überangebot, US-Zinswende und El Niño bleiben die drei großen Sorgenkinder der Rohstoffmärkte. Während Letzterer einige wenige Agrarrohstoffe stützte, sorgten die anderen für ein neues 16-Jahres-Tief des Bloomberg Rohstoffindex im Anschluss an die fünfte Verlustwoche in Folge. Unter den Industriemetallen verbuchte vor allem Kupfer große Verluste und sank auf ein Fünfjahrestief, getrieben durch die potentielle US-Zinswende und negative Zahlen aus Europa und China.

Gold fiel indes wieder auf Tiefstände aus dem dritten Quartal zurück. Grund sei ein weiterer Exodus bei Futures und börsengehandelten Produkten, der auf die anhaltenden Unsicherheiten einer möglichen Zinswende der Fed zurückzuführen sei. „Gold wird in den kommenden Wochen weiter sensibel auf Daten und Schlagzeilen zur US-Zinswende reagieren. Bis wir Klarheit bezüglich der Fed-Sitzung am 16. Dezember haben, verfügen Goldpapier-Anleger über wenig Anreize, zu reinvestieren. Wird die Marke von 1.075 US-Dollar pro Feinunze unterschritten, wird der Markt das Tief aus dem Juli 2010 um 1.045 US-Dollar in den Blick nehmen.

Rohöl markierte aufgrund einer weiter andauernden Überproduktion die zweite Woche in Folge im Minus. Während die US-Lagerbestände laut der International Energy Agency mehr als erwartet anstiegen, sei zudem die Rekordproduktion aus Russland, Irak und Saudi-Arabien hierfür verantwortlich. „Aufgrund des derzeitig negativen Momentums sehen wir Brent bei 43,25 US-Dollar pro Barrel in der Nähe des August-Tiefs von 42,23 US-Dollar und WTI bei 40 USD. Sollte das Überangebot auf den globalen Ölmärkten auch in 2016 bestehen bleiben, wie es die Opec voraussagt, dürfte sich eine Preiserholung weiter verzögern.

Ole Hansen ist Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

16.11.2015 | 15:37

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