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Palladium: Erneut abgeprallt



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Neben der generellen Stärke der Edelmetalle trieb wohl die Hoffnung auf eine wieder anziehende Fahrzeugproduktion. Palladium ist sehr reaktionsfördernd und wird daher als Katalysator zur Beschleunigung von chemischen Reaktionen genutzt. Haupteinsatzgebiet sind Abgaskatalysatoren für Ottomotoren, in denen das teurere Platin zunehmend durch Palladium ersetzt wird. Auf diese Anwendung entfielen 2008 rund 64% der weltweiten Nachfrage. Für 2009 gehen die Prognosen von etwa 60% aus, was der rückläufigen Fahrzeugproduktion in den USA und Europa geschuldet ist. Der Anteil des zweitgrößten Verbrauchers (Schmuckindustrie) dürfte indes von 12,5% auf 12,8% weiter zulegen, was auch an der steigenden Nachfrage des im Vergleich zum Gold günstigeren Edelmetalls liegt.

50%-Retracement im Visier

Der Markt von Palladium ist aber seit Jahren vom Überangebot gekennzeichnet. Daran dürfte sich auch 2009 nichts ändern. Im Gegenteil: Der Überschuss dürfte zum Vorjahr von 0,46 auf 0,66 Mio. Unzen klettern. Die Spekulanten griffen dennoch zunächst zu. Sie setzen offenbar einerseits auf eine wieder anziehende Nachfrage aus der Industrie. Andererseits ist Palladium günstiger als Gold, was wohl ebenfalls anziehend wirkt, da es eine Alternative zum Schutz vor Inflation ist. Wie ETF Securities jüngst mitteilte, kletterten die Bestände des ETC Palladium mit 0,63 Mio. Unzen auf ein Allzeithoch. Die Bestände des weltweit größten, physisch hinterlegten Palladium- Produkts sind seit Jahresbeginn somit um fast 300% gestiegen. Vor allem die Nachfrage von Investoren dürfte daher die Preise derzeit antreiben. Wie schon in der Vorwoche versuchte sich Palladium erneut am 50%-Retracement der Abwärtsbewegung seit März 2003 bei 375 US-Dollar, prallte aber auch dieses Mal ab. Erst ein Sprung darüber kann als charttechnisches Kaufsignal interpretiert werden.

14.12.2009 | 00:00

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