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Palladium: Rally gestoppt?



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Während der stärkere US-Dollar jüngst den Goldpreis bremste, ließ sich der Kurs von Palladium davon zunächst wenig beeindrucken. Im Gegenteil, er setzte seine Rally der vergangenen Wochen erst einmal fort und erreichte ein Niveau wie seit Juni 2008 nicht mehr.

Die Pläne von US-Präsident Obama, den Finanzsektor stärker zu regulieren, um dessen Risikogeschäfte zu reduzieren, sorgten jedoch an den Rohstoffmärkten für Unruhe und zumeist sinkende Preise. So auch bei Palladium, das zuvor wohl auch etwas von starken Konjunkturdaten aus China profitierte. Dort expandiert die Wirtschaft wieder kräftig, was eine anhaltend hohe Nachfrage nach Fahrzeugen impliziert. Dies wiederum könnte den Bedarf des Edelmetalls, dass zur Produktion von Abgaskatalysatoren genutzt wird, stützen. Auf der Angebotsseite ist indes unbekannt, wie leer die russischen Läger sind, was ebenfalls ein preistreibender Faktor sein könnte. Sind aber tatsächlich fundamentale Gründe für die zuletzt gesehene Rally verantwortlich?

Reges Anlegerinteresse

Wohl nicht ganz. In erster Linie scheinen Spekulanten und Anleger am Werk. Zum einen wurden diese von der Ankündigung der Shanghai Gold Exchange, 2010 den Future- Handel auf Palladium einzuführen, angelockt. Daneben stießen die zu Jahresbeginn eingeführten physisch unterlegten Exchange Traded Funds (ETFs) auf Palladium auf reges Interesse. Vor allem in den USA, wo Anleger nun erstmals in solche Papiere investieren können, wurde daher offenbar die Chance genutzt, sich im Edelmetallsektor zu diversifizieren. Nach wie vor scheint das Bedürfnis groß, sich gegen einen schwachen US-Dollar und steigende Inflation abzusichern.

Korrekturen einplanen

Angesichts des deutlichen Anstiegs seit dem Tief im Dezember 2008 von 157 auf zuletzt mehr als 470 US-Dollar, stellt sich jedoch die Frage, ob die Rally in dem zuletzt gesehenen Tempo fortgesetzt werden kann oder ob nach dem jüngsten Rücksetzer eine Pause folgt, die eventuell auch zu einer größeren Korrektur mutiert. Für Long- Investoren könnte daher ein Stop-Loss im Bereich von 415 bis 395 US-Dollar sinnvoll sein.

25.01.2010 | 00:00

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