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Platin knackt die 1.600-Dollar-Marke



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Dank seiner besonderen Eigenschaften als Reaktionsbeschleuniger ist Platin unverzichtbarer Bestandteil in Abgaskatalysatoren. Während sich bei Benzinmotoren Platin zumindest teilweise durch das wesentlich günstigere Schwestermetall Palladium ersetzen lässt, ist das bei Dieselantrieben aus technischen Gründen nur in geringem Umfang möglich. Da der Autoabsatz in vielen Ländern Europas und Asiens in diesem Jahr deutlich anziehen soll, wird auch die industrielle Nachfrage stark bleiben. Zumal vom zweiten großen Absatzmarkt, den asiatischen Juwelieren, keine Entwarnung kommt. Platinschmuck bleibt begehrt – vor allem in der wohlhabenden Mittel- und Oberschicht Chinas. Der dritte Kurstreiber spielt mengenmäßig eine untergeordnete Rolle, sollte aber nicht unterschätzt werden. Seit Mitte Januar ist in den USA ein ETF auf Platin zugelassen. In nur zwei Monaten orderten Anleger rund 290.000 Unzen (neun Tonnen). Da die globale Platinförderung mit sechs Millionen Unzen nur knapp über der für 2010 erwarteten Nachfrage der Auto- und Schmuckbranche liegt und die Vorräte äußerst gering sind, sind Preissteigerungen programmiert, falls die Investoren ihre Käufe nicht einstellen.

Platinförderung wächst nur langsam

Die Platinförderung wird in den kommenden Jahren mit der wachsenden Nachfrage kaum Schritt halten können. Denn das Angebot wird von Südafrika dominiert, mehr als drei Viertel allen Platins stammen vom Kap. Das Land verfügt mit Abstand über die größten Lagerstätten. Doch die Steigerung des Abbaus kommt wegen der Stromknappheit nicht so recht voran. Zudem drückt die Stärke der Landeswährung Rand auf die Gewinnmargen der Minen. Erst Weltmarktpreise von deutlich über 1.800 US-Dollar je Unze versprechen Branchengrößen wie Anglo Platinum oder Impala wieder hohe Gewinne.

19.03.2010 | 00:00

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